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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seesonnenblume bis seestaude (Bd. 16, Sp. 70 bis 72)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seesonnenblume, f. eine art seenessel, actinia felina. Campe.

[Bd. 16, Sp. 71]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seespiegel, m.
1) spiegel, glatte oberfläche eines sees, wenn er ruhig liegt. Campe: dasz die vögel überrascht aufflogen und erschreckt über den seespiegel streiften. Keller 2, 80; das gemach, in welchem der tisch gedeckt war, leuchtete vom glanze des blauen himmels und des noch blaueren seespiegels, der durch die hohen fenster hereinströmte. 6, 235; sie (die fallthür) deckt eine öffnung, die sich einfach über dem seespiegel befindet und ursprünglich zum fischfang bestimmt war. Vischer auch einer 1, 129.
2) ein horizontal gestellter, blank polierter spiegel, dessen man sich früher bediente, um bei wolkigem wetter die sonne zu beobachten. Bobrik 625b.
3) früher auch ein buch mit seekarten, küstenbildern und zur schifffahrt dienlichen bemerkungen, routier. Eggers 2, 676.
 
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seespinne, f. , vgl. meerspinne theil 6, 1859 f.
1) die grosze seespinne, eine art afterspinnen, phalangium grosspies. Nemnich.
2) bezeichnung der krebse mil kurzem schwanze, taschenkrebse (cancri) brachuri, und speziell einer häufigen art derselben, cancer pagurus. Nemnich: seekräbs oder seespinn, .. cancer marinus vel pagurus, sch kraben. Gesner de pisc. 208; dasz .. sogar das hiesige meer .. keine austern darbringt, die nicht mit kleinen seespinnen wie mit schröpfköpfen besetzt .. wären. Thümmel reise 9, 198;

der ebbe nach in hasten krochen
seespinnen, hummer, zitterrochen,
so fluth, als sie zur küste trat,
geschmeichelt hatte ans gestad.
Immermann 13, 98 Hempel.

dagegen nl. see-spinne, meer-spinne, sepia piscis. Kilian.dazu seespinnenstein, m. versteinerte seespinne, taschenkrebs, pagurite. Jacobsson 4, 118b.
 
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seespint, m. eine art des seekorks im indischen meere, alcyonium alburnum. Nemnich.
 
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seesprache, f. eigenthümliche sprechweise der seefahrer, besonders zur bezeichnung der das seewesen betreffenden dinge, schiffersprache. Campe.
 
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seestaar, m. die rosenfarbige drossel. Behlen 5, 602.
 
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seestaat, m.
1) zustand des seewesens, speziell der marine einer nation; see-etat: den seestaat verbessern. einen furchtbaren seestaat haben. Adelung. Campe. in diesem sinne jetzt veraltet.
2) staat, der an der see liegt und eine seemacht hat, vergl. seemacht 2. Adelung. so jetzt ausschlieszlich: viel zu einsichtsvoll, um zur maritimen vertheidigung von Italien oder zum entscheidenden schlag gegen die Punier etwa die hilfe befreundeter oder verbündeter seestaaten, wie Massilia oder Syrakus, anzurufen. Becker weltgesch.8 3, 70; tyrrhenische seeräuberey machte das ägeische meer unsicher, bis die Rhodier ihr ein ende machten; von welcher zeit die macht dieses neuen seestaates begann. Niebuhr 3, 495.
 
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seestachelbörs, m. gasterosteus spinachia Campe, vgl. seestichling.
 
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seestadt, f.: seestatt, meerstatt, f. ville maritime Hulsius 295a; città maritima Kramer dict. 2, 730b; see- sive meerstadt, urbs maritima Stieler 2113; nl. see-stad Kilian: ist endtlich Deutschlandt durch Carolum Magnum, und andere nachfolgende keyser, die jmmer weiter hinein nach mitternacht, in die Marck, Pommern, Preussen, seestete, Dẽnnemarck, Schweden, Liefflandt, etc. gerückt, zu desz bapsts grewel bezwungen worden. Dan. Schaller theolog. heroldt (1604) 43; bey den Sachsen und seestätten wird es (mutterwurz) wolveley geheissen. Tabernaemont. 714 J; auch eine hinreichende anzahl geübter ruderer fehlte, nicht dasz die italischen seestädte keine handelsschiffe gehabt, aber diese waren nicht als galeeren, sondern als segler gebaut. Niebuhr 3, 676; es bildete sich sogar in dem freien gebiet von Venedig damals eine partei aus, welche die wichtige seestadt dem deutschen reiche zu verbinden beabsichtigte. Giesebrecht 15, 587; damals wuchsen die wendischen seestädte, vor anderen Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald mit märchenhafter schnelligkeit zu hohem wohlstand auf. Freytag 18, 244; kaum hat uns das fährboot an's andere ufer gebracht, als uns auch schon das ganze rege und laute treiben und lärmen einer echten seestadt entgegenschallt. Allmers marschenb. 275;

ein Wrangel war's, der vor Stralsund viel böses
mir zugefügt, durch tapfre gegenwehr
schuld war, dasz mir die seestadt widerstanden.
Schiller Wallensteins tod 1, 5;

[Bd. 16, Sp. 72]



zu Magdeburg auf dem markte,
da sind der landsknecht viel,
die mischen frische karten;
die seestädt sehn zu dem spiel. wunderhorn 1, 546 Boxberger.

in dem letzten wie in den beiden ersten beispielen fast in der geltung eines eigennamens.seltner von einer stadt an einem landsee. Adelung: der besuch des kaisers Wilhelm in Konstanz am 12. d. hatte für beide theile eine besondere bedeutung .. muszte es für die alte, einst so berühmte seestadt .. von hohem interesse sein, in ihren mauern wieder einen deutschen kaiser zu sehen. Frankfurter journ. vom 16. sept. 1871, 1. beil., s. 1b. — dazu seestädter, m.: auch damals haben die seestädter die deutsche landhandlung einem schwindelgeiste aufgeopfert. Möser patriot. phant. 1, 12; der seestädter treibt die handlung als die alchimie. 20.
 
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seestärke, f., vgl. DWB seemacht 1: man wuszte, dasz Friedrich nun auch seine seestärke angewiesen habe, galeeren bereit zu halten. E. Winkelmann kaiser Friedr. II. 1 (Leipz. 1889), 33.
 
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seestaude, f. name einer gattung zoophyten, auch hornstaude, -koralle, meerstaude, -strauch, gorgonia. Nemnich.