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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seeräuberei bis seerechtlich (Bd. 16, Sp. 65 bis 66)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seeräuberei, f., vgl. DWB seeraub: see-räuberey, f. corso in mare, pirateria Kramer dict. 2, 730a; meer- sive seereuberey, piratica Stieler 1527, seerauberey Frisch 2, 253c, vgl. nl. seerooverije Kilian, nd. sêrôferê ten Doornkaat Koolman 3, 176a. das wort bezeichnet sowol das system im allgemeinen, wie den einzelnen act, s. Campe. belege. die alten Griechen .. legten

[Bd. 16, Sp. 66]


sich, so bald sie etwas häufiger mit schiffen zu einander zu reisen angefangen, auch auf die seeräuberei. Heilmann Thuc. 6 (1, 5); in den ländern, welche das haus Oesterreich auf dem adriatischen meere besitzt .., hatte sich ein volk niedergelassen, dessen ganzes gewerb in der seeräuberei bestund. Schiller 4, 115; der reiche ertrag der seeräuberei .. hatte alle berühmte korsaren vom mittelländischen meere an den hof des vizekönigs von Neapel gelockt. 128; die raubschiffe gehörten irgend einer der unterthanen hafenstädte, welche von der seeräuberey der benachbarten Etrusker angesteckt wurden. Niebuhr 3, 495 (s. auch unter seestaat).
 
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seeräuberisch, adj. einem seeräuber gemäsz, seeraub treibend: see-rauberisch, piraticus. Frisch 2, 253c.
 
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seeräuberschiff, n. mit seeräubern bemanntes, zum seeraub verwendetes schiff. Campe, vgl. seeroovers schip[s], navis praedatoria, navis piratica, paro, myoparo. Kilian unter seeräuber zu ende.
 
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seeräuberstaat, m. piratenstaat, raubstaat, wie (früher) Algier, Tripolis. Campe.
 
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seeräubervolk, n.: die Wurster waren ein wildes seeräubervolk. Allmers marschenb. 297.
 
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seeräuberzug, m.: höchstens vereinigte sie dann und wann ein seeräuberzug. Allmers marschenb. 27; ihnen (den kirchen) weihten die Friesen die köstliche und seltenste beute ihrer verwegenen seeräuberzüge. 145.
 
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seeraubung, f., vgl. DWB seeraub und -rauben: piratica sehe-, seeraubung .. nd. ze-, seyrovinge Dief. gloss. 437a.
 
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seeraupe, f. 1) s.seepferd(chen) 6, syngnothus hippocampus Nemnich, vgl. Adelung. 2) ein länglicher, platter, mit schuppen bedeckter mollusk, den man auf muscheln, tang und andern seegewächsen findet, aphrodita. Nemnich; besonders eine art desselben, auch goldwurm, seemaus (s. daselbst), aphrodita aculeata. ebenda.
 
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seerebhuhn, n., bez. -repphuhn, ein name der (meer-) zunge (seefisch), pleuronectes solea. Adelung.
 
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seerecht, n. zur see geltendes recht, gesetze für streitigkeiten in seesachen (seehandel, seekrieg) u. s. w. Adelung. Bobrik 625a. im sing. von der gesammten gesetzgebung, gesetzsammlung, codex für seewesen (wofür auch seerechtsbuch, n.), vgl. z. b. Pauls grundrisz 2, 1, 448. nd. jahrb. 7, 34 ff. Schütze beschreib. der lande Preuszen 114b; da solches könig Albrecht erfuhr, nam er zu sich die bürgermeister von Rostock und Wiszmar, die des seerechtens wol erfahren. 92b; kaperschiffe ..., deren bemannung ... keine besondere achtung vor verträgen und seerecht erwies. Freytag 18, 247; (so) banden sich auch die seefahrer mit eidschwur zu einer genossenschaft für treues ausharren, gegenseitige hilfe, gehorsam gegen das seerecht. 248; wir ... besetzen nach seerecht die schöffenstellen. ebenda; endlich wurde das seerecht mit seinen strafen verkündet. 249. der plural, die einzelnen gesetze zusammenfassend, daher mit dem sing. gleichbedeutend: see-rechte, statuta navigantium, jura commercii nautici. Frisch 2, 253c; ordonnances marines. Eggers 2, 877. — dazu seerechtgesetzgebung, f.: die geschichte der seerechtgesetzgebungen aller nationen ist eine bestätigung des Ciceronianischen dictums: 'non opinione sed natura jus constituitur'. in allen seerechten von dem uralten der Hindus bis auf das deutsche handelsgesetzbuch herunter herrscht eine übereinstimmung der hauptsächlichsten principien. staats-lex.3 13, 299. —
 
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seerechtlich, adj.: ein reichthum von seerechtlichen normen. 307 (vgl. seegericht 1); unter anderem gab es da obschwebende seerechtliche interessen, wegen welcher mit den brasilianischen diplomaten rücksprache zu nehmen war. Keller 7, 111.