Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seemerle bis seemütze (Bd. 16, Sp. 60)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seemerle, f. eine art lippfische im mittelländischen meere, labrus merula. Nemnich.dagegen bedeutet nd. (westfäl.) sêmære und sêmêle (beides aus sêmerle) die meer- bez. ringamsel. Woeste 235b. vgl. seemöwe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemewe, f., s. DWB seemöwe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemiebe, f. für seemöwe, vgl. daselbst: man sahe auch da allerley meervogel, als seemieben und eiszvogel, die auff den beumen desselben waldes nisteten. Rollenhagen ind. reise (1603) 94.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemine, f. defensiv-, vertheidigungs - torpedo. Karmarsch-Heeren3 9, 524.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemönch, m. 1) eine art haifisch mit groszen brustflossen, meerengel, krötenhai, squalus squatina. Nemnich. 2) eine art röhrenschnecken im indischen ocean, auch gieszkanne, Venusschaft u. s. w., serpula penis. ebenda.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemoos, n. in der see wachsendes moos. Adelung, vgl. DWB meermoos (theil 6, 1854) und nl. see - mos muscus marinus. Kilian.dazu seemoosschnecke, f. eine schneckenart, scyllaea, s. Campe. Oken 5, 400.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemornell, m. der strandpfeifer, charadrius hiaticula, vgl. DWB seelerche 1. Adelung.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemöwe, f., theils allgemeine bezeichnung der möwenarten, die auf dem meere (seltener auch auf landseen) leben, s. Frischbier 2, 335b, theils name einer bestimmten art, auch mantel-, (grosze) fisch-, weisze sturmmöwe, larus marinus. Nemnich, vgl. Behlen 5, 600. die ältern quellen (Adelung, Nemnich, Campe) schreiben durchweg seemewe, -meve. belege: von den see- oder meer-schwalben, sonst see-möven genannt. Döbel 1, 74; für den falken, für die seemöve .. und andere ansehnlichere vögel schleicht dort der fette taschenkrebs über den sand. Allmers marschenb. 328;

ausbreite die thauschweren flügel, o mein gemüt!
ernsteren festlaut
beginnend schwebe der seemöve, der unstäten, gleich,
die bald die blendende schwungfeder hebt
luftwärts, und bald in das blaue meer taucht.
Platen 131a;

o, sitzen möcht' ich im kämpfenden schiff, ...
und zischend über das brandende riff
wie eine seemöve streifen.
A. v. Droste-Hülshoff 1, 126.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemurrer, m. in Pommern name eines sehr gefräszigen, dem kaulkopf verwandten fisches, der einen knurrenden ton von sich giebt, daher auch DWB knurrhahn, sonst auch seeskorpion, donnerkröte u. a., cottus scorpius. Nemnich.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemuschel, f. conca, conchiglia di mare. Kramer dict. 2, 730a; concha marina. Stieler 1259. Frisch 2, 253c, vgl. DWB meermuschel (theil 6, 1854) und nl. see-mosschel, buccina, concha marina. Kilian. dazu seemuschelwerk, n., s. Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seemütze, f. 1) eine seltne ostindische art der meer- oder seeeichel (muschel), die einer mütze oder mit edelsteinen besetzten krone ähnlich sieht und früher für die krone einer ostindischen schlangenart gehalten wurde, daher auch schlangenkrone, lepas mitella. Nemnich. 2) name einer quallenart, medusa pilearis, s. Campe. 3) nordthür. sêmötzen, sömmsen, -el, auf den

[Bd. 16, Sp. 61]


wiesen wachsende binse. Kleemann 21a, ist wohl volksetymologische entstellung aus semse, s. daselbst.