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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schockfrei bis schockung (Bd. 15, Sp. 1437 bis 1438)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schockfrei, adj. steuerfrei, abgabenfrei Adelung, immunis a tributo, als kirchen und schulen. Frisch 2, 218c; vergleiche schock, n. 5.
 
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schockgroschen, m. groschen, die nach schocken gezählt wurden (s. DWB schock, n. 4), nach Jacobsson 4, 35a im 14. jahrh. gewöhnlich, besonders in Sachsen, zunächst solche, deren 60 auf eine mark silber giengen, später in Sachsen für die kreuzgroschen, deren 20 einen gulden machten Adelung, vgl. Scherz-Oberlin 1428.
 
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schockholz, n. holz, das aus den ästen der gefällten bäume geschlagen und nach schocken verkauft wird Jacobsson 4, 35a; landschaftlich auch für reisholz, das zu 60 bündeln verkauft wird Adelung; brennholz: das schock holtz galt 9 d. oder einen grossen g., das weren 24 schock schockholtz vor 1 r. fl. Spittendorf 232 Opel; ich kauffte 2 fuder schockholtz,

[Bd. 15, Sp. 1438]


das was gantz durre, und des was 44 schock. 285; acht schock gebundt ader schockholtz. handelb. von kloster Bosau (1536) 34b, s. Germania 27, 179.
 
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schockicht, adj.: schockicht, adj. sexageni, et id, quod per sexagenas determinatur. schockicht, sive zu schocken zehlen, sexagenario numerô coacervare Stieler 1778. — dagegen thür. schöckig in haufen Hertel sprachsch. 220, der ursprünglichen bedeutung von schock entsprechend.
 
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schöcklein, n. 1) demin. zu schöck: die jungen (steinböcke) werden genant kützlin, oder schöcklin. Sebiz 570, ebenso Meurer jag- u. forstrecht (1583) 66b; vgl. ferner kitzlein 2, th. 5, 884. 2) zu schock, n. 7, schweiz. tschöggli, tschöcklein, pflanzenname, eberwurz, carlina acaulis Pritzel-Jessen. Stalder 1, 320.
 
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schockleinwand, f. gewöhnliche leinwand in stücken von 60 ellen Jacobsson 7, 232a. Krünitz 147, 603: das beste garn macht man zcu zîchenstucken und schogleybatin. Chemnitzer urk. von 1444, s. Germ. 27, 179; sunder sie (die weber) machen schoglinwat unde zcîchenstugke, dorczû sie das beste garn nemen. s. ebenda.
 
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schockler, m. 1) einer der (sich) schockelt, schaukelt Campe, vgl. DWB schockel, DWB schockeln. 2) schaukel Campe, strick, woran man sich schaukelt brem. wb. 4, 669 f. 3) der liebauget, ein schöckler, paetus Henisch 145, 13; wol nebenform zu schickler, s. das. theil 8, 2657 und schicklerin (ebenda), welches bei Henisch unmittelbar darauf folgt.
 
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schockreep, schockregen, m., nd. wort, schaukel Campe, mnd. schockrede, oscillum, s. Schiller-Lübben 4, 108a, dazu das verb. schokreden, oscillare ebenda; nnd. schockregen Richey 233, schokregen Schütze 4, 56, schokkreep brem. wb. 4, 670. Dähnert 411. selten in die hochd. schriftsprache eingedrungen: schoreln (schockref), oscillo (oscillatione) unter spielen aufgezählt Comenius sprachenth. 941, vgl. schockseil.
 
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schockschwerenot, f. als fluch, verstärktes schwerenot, vgl. DWB schock 6. Wander 4, 312. Hertel sprachsch. 220; in Leipzig auch alle schockschwerenot, allerlei unangenehmes, übles, dummes Albrecht 206a;

ei du verdammter bettelvogt, krieg du die schockschwerenot!
Schade handwerksl. 223;

dazu schockschwerenöter, schockschwerenotskerl, m., siehe schwerenöter.
 
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schockseil, n. seil, an dem man sich schaukelt, schaukel Campe, nd. schockreep, s. dieses: schock- ò schockelseil, n. corda da ciancolarsi ò de ciancola Kramer dict. 2, 636a.
 
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schockung, f. schockelung, ciancolamento etc. Kramer dict. 2, 636b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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