Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schoberbinderin bis schoch (Bd. 15, Sp. 1428 bis 1429)
Abschnitt zurück Abschnitt vor

[Bd. 15, Sp. 1428]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schoberbinderin, f.: auch war es ihm bereits gelungen, den deutsch-ungarischen schober-binderinnen kroatische entgegenzusetzen. didaskalia vom 1. sept. 1872.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schoberfleck, m. runder platz auf einer wiese im umfange von 5—8 klaftern, der etwa eine elle hoch mit heu bestreut wird, worauf nachher die schober aufgethürmt werden, auch schoberflatsche, flatsche, heuscheibe. öcon. lex.2 783. Jacobsson 4, 24b. Krünitz 147, 597 f.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schobergrün, n. Schweinfurter grün, der bekannte grüne färbstoff Karmarsch-Heeren3 7, 779.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöberlein, n.
1) kleiner schober, bicarella, mucchietto Kramer dict. 2, 636a; in Nürnberg ein haufen von 10 bündeln stroh, s. DWB schober 2: sind schöberlein, die man in der eil, die reihe setzt, wann es regnen will, dasz nicht alles nasz wird, parvi foeni acervi. Frisch 2, 218a.
2) in Österreich schöberl (bez. schöbarl Castelli 249, schöbela Schröer 288b) ein gericht von mehl, semmel und eiern Jacobsson 7, 267a. Krünitz 147, 598. Schm. 2, 362. Klein 2, 138, mehlspeise in der suppe. idiot. Austriac. 114. Hügel 143b.
3) eine schlechte weiberhaube Castelli 249.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöberlich, adj. haufenweise, gehäuft:

die schüsseln hochschöberlich beschwert.
Scherffer Grobian. 16,

s. Frommann 4, 184. Drechsler W. Scherffer 236.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöberling, m. name verschiedener pilzarten: der korallenschwamm, clavaria coralloides Nemnich; die bärenpfote, clavaria botrytis oder corallodes Pritzel-Jessen 459; der zungenschwamm, fistulina hepatica 460; der bock, eichhase, ziegenbart, polyporus umbellatus 464, vgl. Oken 3, 134, boletus ramosissimus Nemnich.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schobern, verb. in schober setzen, zusammenhäufen. ableitung von schober, s. daselbst. mhd. schoberen, auch schuberen, schibern Lexer handwb. 2, 765 und nachtr. 361. mundartlich besonders bair. schobern, schöbern, schubern, schübern Schm. 2, 362, und österr. als schobern Klein 2, 138. Schröer 204a und schöbern Castelli 249. Schöpf 642: schobern, it. verb. compos. aufschobern, aufeinander- è zusammen schobern, bicare, biccare, abbicar, ammucchiare, it. accatastare; das heu etc. schobern Kramer dict. 2, 636a f.; ich schobere in struem colligo, geschobert coacervatus Steinbach 2, 484; schobern, aufschobern, conferre in metas, acervare foenum Frisch 2, 218a, vgl. noch Krünitz 147, 598; heu schobern:

der (bauer) het ein gabeln in der hant
und schoberte sîn höuwe dâ.
Grimm Reinhart 328, 1013;

ein bauer könte wohl so dencken,
dasz Griethe, welche starck und klein,
zum schobern und zum flegel-schwencken
nicht allzuflüchtig würde seyn.
Picander 2, 427;

mäher und harkerin drüben, um schwad' und geschobertes grummet.
Voss 2, 219;

doch in des mittags gluthen, vom emsigen rechen gewendet,
duftiger als es geblüht, dampft das geschoberte heu.
Rückert (1882) 2, 504;

im bilde, obscön:

schubren half ich ir das gras.
O. v. Wolkenstein 64, 2, 11.

einen schober schobern: wann die haar (ungekämmt) einem heuschober gleich seind, welchen der sturmwind geschobert hat. Abraham a S. Clara werke 14, 452; im Zillerthal frucht schöbern, getreide in hohen haufen an der luft trocknen Schm. 2, 362; von andern dingen, aufhäufen, gehäuft anfüllen: das öl, das aus den brustbeinen der heiligen jungfrau Walpurga tropft, wird in einer goldenen schale aufgefangen, und läuft in derselben nie über, sondern es schobert sich. ebenda;

eʒ was geschubert über einander
funf hûfen von fuoter.
Ottokar reimchron. 7747;

scherzhaft:

wohl von mandeln und beerenseim
ward hier etwas erobert,
wann die nachbarin uns geheim
voll den teller geschobert.
Voss 5, 48.

ebenso beschobern:

du sollst den teller auch mit essen hoch beschobern.
Scherffer Grob. 131, s.
Drechsler s. 236.

übertragen (im mhd.).

ir wart des jâmers fuoder
geschubert und gehouft.
Ottokar reimchron. 1161;

zusammenziehen, reducieren:

seyd all mein jâr z ainem tag
geschwbert sein, die ich ye hab verzert.
Osw. v. Wolkenstein 113, 1, 12.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schoberung, f., aufschoberung, abbicamento, ammucchiamento etc. Kramer dict. 2, 636b.

[Bd. 15, Sp. 1429]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schobhut, m., nebenform zu schaubhut, s. daselbst (theil 8, 2301), strohhut, besonders der grosze frauenstrohhut Jacobsson 4, 34b. öcon. lex.2 2638 f. Krünitz 147, 598; schlechter, unförmlich groszer hut Albrecht 206a: weil der schobhut steckt (zeichen des marktanfangs). schles. verkaufsurkunde von 1608, s. zeitschr. für d. phil. 20, 488.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schoblatte, f. für schaublatte, eine gerade stange, wie sie auf die sparren eines daches genagelt werden, um die ziegel, schindeln oder schaube zu halten, woraus das dach gebildet wird Krünitz 65, 547.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schoch, interjection, so schon mhd. schoch, auch schohô mhd. wb. 2, 2, 178:

dô quam zuo sich her Îsengrîn.
er sprach 'schôch, ich hân arbeit'. Reinh. 597;

als zuruf an den falken:

und schrai laute nach dem valken:
iu schoch! iu schoho! ob ers horen rchte. d. minne-falkner 79;

mein lder warff ich umbe,
und schrai laute: iu schoho! 96.

meist zum ausdruck der hitze oder kälte: schoch, wie heisz! Garg. 244a;

wer frowen glust will hengen noch (nachgeben),
den frürt gar dick, so er spricht schoch.
Brant narrensch. 82, 59;

frend mirs (die priester) hin zum lwen loch,
da würt aim haisz, dem andern schoch.
Birk Beel (1539) D 2a.

vgl. ferner schuch, schu, z. b.:

schuch! clamat nudus in frigore,
cui gelu riget in pectore. Carm. bur. 234, 12;

ferner Grimm gramm. 3, 298 und Zarnckes anmerk. zu Brant a. a. o.so jetzt noch in süddeutschen mundarten, alemannisch schoch, bezeichnung des schauerns vor kälte, erweitert schocheli Seiler 262b. Schmid 475:

schocheli schoch, wie schnatteret iez und briegget (weint) mi chiimli (keimlein).
Hebel 1, 156 (d. habermus).

ferner bair. Schm. 2, 364. — kärntn. tschô! als zuruf an kühe (um sie zu locken) Lexer 224 vergleicht sich der stelle aus dem minnefalkner.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer