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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurzasel bis schoband (Bd. 15, Sp. 1425 bis 1426)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurzasel, f. eine gattung der süszwassermoose, die gallertartige, walzige schnüre bildet, mesogloia Oken 3, 198.
 
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schnürzchen, n., demin. zum vorigen. vgl. DWB schnärzchen oben sp. 1191, wo das wort aus Kramers und Stielers wörterbüchern belegt ist. eine person in Chr. Reuters frau Schlampampe ist: Schnürtzgen, Schlampampe jungemagd.
 
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schnurzen, verb. lautmalend, ablautend zu schnarzen, s. dieses oben sp. 1191, wie 'schmatzen': da hörte er vom stall her wieder das einförmige schnurzen der pferde beim futter. Eichendorff (1864) 3, 401. nd. snurten, pedere Dähnert 440b.
 
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schnurzug, m. bei den webern ein aus schnüren bestehender oder schnüre enthaltender zug, aufzug, zettel Campe: ein wirkstuhl, auf welchem man stoffe oder zeuge mit schnurzügen verfertigt. quelle ebenda.
 
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schnüsz, schnüsze, schnute, siehe schnauze oben sp. 1210.
 
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schnutz, m., schnütz, fetta grosa, pezzotto grande di carne, massime arrosta Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 636a: übergebliebene schnutzen, gute, fette schnutzen von dem gastmahl nach hause tragen, die besten schnutzen aufheben. ebenda. vielleicht verwandt mit schnatz 1 (oben sp. 1199) oder mit schnotze, schnotzen, m. fleischwulst, s. dieses oben sp. 1380.
 
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schnutz, m. nasenschleim, daneben schnutt, auch als schelte gebräuchlich Vilmar 365, wahrscheinlich verwandt mit schneuzen, s. dieses oben sp. 1322 ff. in den gleichen zusammenhang gehört augenscheinlich das gleichfalls hessische schmähwort schnutzkiwwel, schnutkiwwel Pfister 265.
 
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schnützen, verb., s. DWB schneuzen oben sp. 1322 ff.
 
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schnutzig, adj. zu schnutz, rotzig, vom pferde: also dasz ich darausz erachten kundte, es müsten sich in der nähe eine truppe reitter auffhalten, und irgend einen streiff, nach unserer soldaten art, auff ein sester dürr - bieren, oder ein par bauren schuhe, oder wan es wohl gerahtet, auff ein schnutziges pferd thun wollen. Philander 2, 30. allgemeiner wie 'schmutzig, voll unflat': so er ansicht die würtin, die kellery dʒ die unfletig sint, und döchter kommen mit einem wüsten schnützigen fürtch. Keisersberg bilg. 206b; wenn er sicht das die deller schüszlen und leffel und andre ding schnutzig sint, und feyst und wüst. ebenda.
 
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schob, m. bund stroh, nebenform zu schaub, s. daselbst theil 8, 2294—97, und ferner schof. sie begegnet bereits ahd. und mhd. und beruht vielleicht auf altem ablaut. ahd. scob glossus ('zwischen raden und stroh') Graff 6, 408. 410, mhd. schop, schob Lexer handwb. 2, 770. 776. jetzt zuweilen in oberdeutschen mundarten, so schwäb. schob neben schaub, schab Schmid 453, schôb Zingerle 50a. cimbr. wb. 228a. aber auch in der nhd. schriftsprache bezeugt: schoeb v. schoof Schottel 1407, schob, schof (schab) m. fascio, fastello. ein schob stroh Kramer dict. 2, 636a; ferner bei Adelung ('in der landwirtschaft Ober- und Niedersachsens'). Campe. Krünitz 147, 596 f. plur. schöbe öcon. lex.2 2639, schöbe und schobe Jacobsson 4, 34b: schoebe unn stro von der zehende schuiren. quelle bei Scherz-Oberlin 1427; von einem schock bürden stroh-schoben iede bürde von zehen schoben 9 groschen; von schilff- oder rohr - schoben 12 groschen. schles. quelle von 1662, s. zeitschr. f. d. phil. 20, 488; das beste und längste stroh soll zu seilen und schöben ausgesondert werden. Becher hausvater (1714) 60. — dafür schobe, f.: wie raketen und leuchtkugeln flogen die schoben und bald war ganz Buchenrode ein einziges flammenmeer. Weisflog (1824) 1, 36, vgl. mnd. schobbe (leere?)

[Bd. 15, Sp. 1426]


garbe, und als deminutiv schobbek(e), kleine garbe: gelima, schobbek, eyn luttike garve vel schobbeck (voc. Locc.) Schiller-Lübben 4, 107a; in Lippe schowwek, m. ausgedroschenes bund stroh von der stärke eines schaubes Frommann 6, 481.
 
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schoband, m. abdecker, schindersknecht, henkersknecht, mnd. schobant, s. Schiller-Lübben 4, 107a; aber auch in hochd. quellen norddeutschen ursprungs; so führt Frisch 2, 218a aus einer Lübecker chron. u. a. an: es stach sich einer die kehle ab, und der schoband führte ihn aus der stadt, und begrub ihn uf der schobands-kuln; ferner: das benimt ihm nieman, als der schobant. Eiselein 554. versuch einer erklärung s. nd. korrespondenzbl. 9, 73.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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