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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurrsam bis schnürsenkel (Bd. 15, Sp. 1422 bis 1423)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrsam, adj. und adv. wie schnurrig, komisch, nur selten gebraucht: liebe frau, replicirte der onkel mit schnurrsam affectirtem ernste. Goltz ein jugendleb. 2, 411; mit der eigentlichen bedeutung von schnurren, verb., spielend: Wagners recension des Persius enthält einige gedanken in der einleitung und einige gute änderungsvorschläge in der übersetzung und einen schnurrsamen lufthieb, der ja wohl deinen vater treffen soll, und mir schmeichelt, wo Wagner nichts weniger im sinne gehabt hat. Fr. Passows leb. u. briefe 142.
 
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schnurrtopf, m., niederd. snurrepott, auch snorkepott, 1) brummkreisel, 2) ein brummbär, murrkopf Schambach 200.

[Bd. 15, Sp. 1423]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurschaft, m. bei den tuchmachern ein runder stecken im geschränke neben der schnur, woran die gänge angeheftet oder angeschränkt sind Jacobsson 7, 266b.
 
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schnurscheibe, f. scheibe, auf deren peripherie eine schnur läuft, zur übertragung von bewegungen an maschinen, fuszdrehbänken, nähmaschinen u. s. w. dienend. Karmarsch - Heeren3 7, 375.
 
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schnurschlag, m. das schnellen einer gefärbten angespannten schnur durch aufziehen in der mitte und plötzliches loslassen, um eine gerade linie anzuzeichnen, besonders im baugewerk üblich. Karmarsch-Heeren3 7, 778, auch die so geschlagene, als richtschnur dienende linie. bildlich, in gleichem sinne wie über die schnur hauen (s. DWB schnur 6):

die myniclichen ich da bat,
het ich mit worten an keiner (irgend einer) stat
den schnür schlag überhawen,
das sie und all rein frawen
mir wolten das vergeben.
Elblin v. Eselberg 548 (
Cl. Hätzlerin 2, 68, 548).


 
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schnurschlecht, adj. , dasselbe wie schnurgerade, schnureben, in älterer sprache, mhd. snuorsleht Lexer mhd. handwb. 2, 1046 (belegt aus dem jahre 1332).
1) in sinnlicher anwendung:

kein gasz so weit auch nyndert ist,
er (ein trunkener) treff vil eh ein hauffen mist
dan die schnur schlecht und eben pan. fastn. sp. 1212 Keller.

adverbial: zum xlv. birschet Maximilian in Steinackertal ein gembsen ausz einer wand, das er schnr schlecht auf jn geschossen herab fiel. Franck chron. d. Teutschen (1539) 272b; durch dise statt hat man schnrschlecht zureitten vii. stund. weltb. (1542) 115a; anno M.cccc.lv. schiffet der gestreng und weit gewandert ritter Aloysius ... von einer stat Vincentz genant, in Portugal gelegen, schnrschlecht gegen dem nidergang. 211b; als wann sie (die kugel) gerad schnurschlecht dargegen geschossen wirt. Fronsperger kriegsb. 2, 26b.
2) unsinnlich, adverbial: die anderen setzen schnurschlecht das gegen teyl. Franck chron. (1531) 316a; darumb kan man auff diese gleichnusz nicht gahn: dann sie streitet schnurschlecht wider die brotwandelung. Fischart bienenk. 83a;

wir wolln dich lern als unsern knecht
wie man ausrichten soll schnurschlecht
ein ding, wie mans befohlen hat.
Tob. Kober idea militis christ. (1607)
J vii.


 
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schnurschlechts, adv. genitivischer bildung zum vorigen, vgl. DWB schlechts oben sp. 544. im sinne von 1: (die röhren gehen) snurslechtz zwischen dem eck an der Snödin weierhaus und dem prücklein doselbst durch die Begnitz. Tucher baumeisterbuch 166, 12. nach 2: damit sie nach dem ienigen schnurschlechts, gantz gerad und eben ... zugerust sey. Dornav (1619) 1, 595.
 
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schnürschnur, f., dasselbe wie schnürband, schnürriemen. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 635b.
 
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schnürschuh, m. schuh der geschnürt, über dem fusze zusammengeschnürt wird Campe.
 
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schnurseide, f. eine sorte gezwirnter nähseide Jacobsson 7, 266b.
 
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schnürsenkel, m., dasselbe wie schnürnestel Frisch 2, 217c. öcon. lex. (1744) 2636. Adelung. Jacobsson 4, 34a. Hertel thür. sprachsch. 219, snursenckel, ligula cancellaris Dief. 329b: das schnüren endlich machte mich ganz verwirrt, wie sollte ich alle die kleinen schnürlöcher finden, durch welche sich der schnürsenkel zurück gezogen. Arnim 2, 159.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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