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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurrenhaft bis schnurrig (Bd. 15, Sp. 1420 bis 1421)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrenhaft, adj. und adv. nach art einer schnurre (s. d. 9): da kamen allerlei schnurrenhafte liedchen zum vorschein. Keller werke 6, 14.
 
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schnurrenreich, n. reich der schnurren, häscher (vgl. das masc. schnurre 1, sp. 1415), hier vom ort, wo sie sich aufhalten:

wer, fieng er muthig an, kennt, brüder, unter euch
das mir an jedem ort verhaszte schnurrenreich?
Zachariä renomm. 5, 121.


 
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schnurrenschaar, f. zahl der schnurren, häscher:

die feige schnurrenschaar soll itzt wohl vor uns weichen.
Zachariä renomm. 5, 252.


 
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schnurrenstock, m. stock als waffe der schnurren, häscher, den sie fliehenden studenten zwischen die beine warfen, um sie zum fallen zu bringen:

der dich oft in der flucht dem schnurrenstock entreiszt.
Zachariä 2, 352.

[Bd. 15, Sp. 1421]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrer, m. der da schnurrt: schnorrer et schnurrer, strepens, obstrepens, stridens, it. impetuosus, invasor, excursor Stieler 1888; besonders nach schnurren 8, umherziehender bettler, landstreicher: schnurrer, person welche schnurret oder bettelt, besonders nennt man einen betteljuden einen schnurrer Campe; jetzt gewöhnlich nach der jüdisch - deutschen und gaunerischen form des verbums als schnorrer: der zuzug von schnorrern aus Polen wird in Frankfurt mit jedem tag ärger. Frankfurter journal vom 6. oct. 1871.
 
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schnurrhaar, n. haar von der schnurre eines thieres.
 
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schnurrholz, n. holz womit bei den tuchmachern ein gerät zum wollelockern, die schlagschnur, gerührt wird. Frisch 2, 218a.
 
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schnurrichtig, adj. und adv, wie schnurrecht, schnurgerecht sp. 1417: schnrrichtig, das nach der schnr gadt, regularis, directus, perpendicularis Maaler 360a; hette aber mit beiden händen das schnurrichtig hölzlein, welches der arme schreiner bereitet, in ein bogen gebeugt. Kirchhof wendunm. (1602) 3, 43;

doch sy beide sant
schnurrichtig gen ein ander stant.
Thurneiszer archidoxa 90;

übertragen: schnrrichtig, der schnr nach, per directum, examussim, schnrrichtig gemachet, mit gantzem fleisz, emussitatum, ad amussim factum Maaler a. a. o.; auch in einer genitivischen adverbialform schnrrichtigs, directe ebenda; dar ists artig und schnurrichtig davon geredt. Kirchhof disc. milit., vorrede; bedünkt jhn dann einer sach löcherig und nit schnurrichtig. 95.
 
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schnurrichtung, f. richtung nach der schnur, nach einer geraden linie. Campe als neue verdeutschung von alignement.
 
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schnürriemen, m. ein lederner riemen, der zum zuschnüren dient Adelung, schnür-riem Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 635b, fascia pectoralis Alberus.
 
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schnurrig, adj. und adv. , mit der nebenform schnorrig, niederd. dän. snurrig, älter auch schnurricht, nach schnurre und schnurren in mehrfachem sinne.
1) schnurrend, brummend; schnorricht, schnurricht, susurrans, fremebundus, frendens Stieler 1889; in der erweiterten form schnurrechtig: der elephant hat ein heisere schnurrechtige stimm. Forer thierbuch 75a; übertragen von menschen, mürrisch, unfreundlich: es sind etliche schnurrige und knorrige (tam importuni ac nodosi) menschen, wie ein bawm mit viel esten, so unfreundlich, das niemand gerne mit yhn zu schaffen hatt. Luther krit. ausg. 12, 352, 6; heute landschaftlich, brummend, in der Schweiz Stalder 2, 346.
2) voll schnurren (vgl. DWB schnurre, f. 9), wie schnurren geartet, lustig, possierlich, lächerlich, seltsam, drollig: ein schnurriger mensch; sowie ich einmal einen (Franzosen) gesehen habe, das war eine schnurrige kröte! Lessing 1, 412; obgleich er sich nicht viel aus der base machte, und sie für eine schnurrige person hielt. Keller 5, 217; von einem affen: die kunststücke seines schnurrigen vorgängers. Hebbel 1, 59;

potz wetter! ja, ich irr mich nicht,
das ist dasselb schnurrge gesicht,
der Orientale, mein bekannte.
Tieck kaiser Octavian. 371;

ich hab ein altes buch,
das thut von ihm berichten
viel schnurrige geschichten.
Bürger 20b;

ich will euch erzählen ein mährchen gar schnurrig. 66a;

o seyd doch, höchlich bitt' ich drum,
seyd diesmal doch nicht so kurrig,
denn seht! es wär doch schade drum,
das ding ist ja so schnurrig. 50a;

von versen: ich hebe es (ein stückchen kalender) der verse wegen auf, die über den monaten stehen. sie sind recht schnurrig! Lessing 1, 330; die schnurrigen einfälle dieses mädchens. Hermes Soph. reise 2, 193; ein mächtiges, rohes oder schnurriges bild darin (in einer sprache) ausdrücken. Möser phant. 1, 202;

im Beverland hört' ich die schnurrige weise.
H. Heine 1, 353 Elster;

etwas sieht schnurrig aus, klingt schnurrig; auch einem ist schnurrig zu mute (wie komisch theil 5, 1625):

mir ist oft so hämisch, so dämisch und dumm,
so hurrig und schnurrig und weisz nicht warum.
Fr. Müller 1, 314;

in witzigem schwanken der bedeutung mit oben 1:

radgeschnurr und schnurrig lied
sind der beste zauber,
den ein loser vogel flieht,
kukuk oder tauber.
wer von liebe girrt und gurrt,
wird abgeschnurrt.
Voss 6, 24.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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