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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnupfung bis schnüppig (Bd. 15, Sp. 1393 bis 1394)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnupfung, f.: schnupffung, singultus Dasypodius; siehe schnupfen, verb. 1.
 
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schnüppchen, n., dim. zu schnuppe, s. licht-, lampenschnüppchen.
 
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schnuppe, f. verkohlter abfall vom dochte eines lichtes, einer lampe. die verkohlten theile werden mit der lichtputzschere abgenommen, das heiszt ein licht schnupfen, schnuppen (siehe schnupfen, verb. 1); hiervon abgeleitet die schnuppe: mungere, abe nemen dye snupen Dief. 371c; daher heiszen einige noch das abgebutzte vom licht die schnuppe. Frisch 2, 217a, lichtschnuppe Adelung; da hast du schon wieder das pulverhorn bei'm licht, wie leicht kann eine schnuppe herunter fallen. Göthe 15, 68; wo kerzen brennen, gibt's schnuppen. 56, 130; er hatte das licht geputzt. es konnte eine glühende schnuppe aus der schere neben den leuchter unter die papiere gefallen sein. Ludwig 1, 282;

ja manche läst sich kreide schaben,
nimmt schnuppe von dem inselt - licht (um blasz zu werden).
Picander 3, 271;

wie nicht mehr die geweihte schnuppe
der ew'gen lampe sie umstinkt.
Thümmel reise 5 (1794), 463;

mit lichtern, deren hohe schnuppen
räusplinge ganz und gar umpuppen.
Kind 5, 246 (1825);

o du helle hochzeitskerze
mit der langen, schwarzen schnuppe.
Immermann 12, 92 Boxberger.

die md.-nd. form hat sich gänzlich in der schriftsprache eingebürgert, die richtige hochd. gestalt des wortes würde schnupfe sein. lichtschnupfe für das werkzeug, womit das licht geschnupft, geschnuppt wird: ausz holdern macht man abbrechen, liechtschnupffen, und liechtscheren. Agricola sprichw. 749. in hübscher, durchsichtiger übertragung erscheint das wort in sternschnuppe; schnuppe allein in diesem sinne: an dem vaterländischen himmel blieben nur wenige bedeutende sterne, indem er die übrigen alle nur als vorüberfahrende schnuppen behandelte. Göthe 26, 8; lauter reine sterne und keine schnuppe. Rückert (1882) 11, 324; einen stern am firmament mit zwei kleineren nebenschnüppchen. Keller 7, 343;

so geh und werde dann die schnuppe von den sternen.
Zachariä verwandl. 3, 319.

in mitteldeutschen gegenden üblich ist die wendung: es ist mir schnuppe, es ist mir gleichgiltig Jecht 98b. Kleemann 20a. Albrecht 205b. schnuppe im sinne von schlappe nachgewiesen bei Gombert anmerk. u. erg. zu Weigands wörterb. fortsetzung (1877) 15; schnuppe bezeichnet andrerseits in derber sprache rüssel und maul, vergl. Bernd 273; die schnuppe einziehen Wander sprichw.-lex. 4, 309, vergl. DWB schnaupe sp. 1208; übertragen auf einen flicken, den man auf das oberleder eines schuhes setzt Hertel sprachsch. 219; lüderliches weib: dieweil bei uns etliche leichtfertige schnuppen sind und lose fetteln. Horscht geheimn. d. natur (1572) C 6a.
 
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schnuppen, m., s. DWB schnupfen, m.
 
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schnuppen, verb., gewöhnlicher als die eigentliche hochd. form schnupfen (s. DWB schnupfen, verb. 1) in der wendung das licht schnuppen.
 
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schnupper, m., s. DWB schnupfer.
 
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schnupper, adj. schweiz. hochmütig, aufgeblasen Stalder 2, 345.
 
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schnupperer, m. als schelte (vgl. schnupfetzer):

jung schnupperer, alt klapperer,
jung wescher, alt zungendrescher.
Eyering 3, 110.


 
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schnuppern, verb. schnüffeln, wittern, zunächst von thieren; vgl. DWB schnuppe, rüssel, maul, und schnobern, schnoppern Reinwald 1, 147. Jecht 98b. Bernd 274. Kramer Bistritzer dial. 120.

[Bd. 15, Sp. 1394]


Sallmann mundart in Esthland 27a: si schnupperte unterwegs wie ein fuchs wann er geludert wird. polit. colica 85; nur die hunde schnupperten und bellten sie an. Arnim 1, 121; der eine schnupperte rings herum, ob er nicht einen koffer oder mantelsack fände. Eichendorff (1864) 3, 398; um das schlosz herumschnuppern. Gutzkow ritter vom geist 2, 25; da stieg der geruch von den würsten dem wolf in die nase, er schnupperte. Grimm märchen 1, 46; so schnupperte sie mit dem feinsten näschen und mit lächelnden kirschenlippen in der frischen nachtluft. Keller werke 4, 303; (mit nasen,) welche wortkarg nach armensünderblut schnupperten. 5, 183;

aber vergebens am rand schnuppert das thierische maul.
Schiller 11, 100;

beginnt der hund zu zittern,
zu schnuppern und zu wittern.
Lenau 2, 125 Koch.

mit der nebenbedeutung des verzehrens und fressens: schnuppert sich wie eine entenschaar auf diesem sumpfe dick und fett. Oppermann hundert jahre 7, 7. die vorstellung des aufziehens der luft in der nase liegt dem verbum zu grunde, daher bei Stieler noch: schnuppern, fluxu narium laborare 1906. Schröer 204a bezeugt: schnuppern, schluchzen nach dem weinen, s. DWB schnupfen 1.
 
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schnuppicht, -ig, adj., s. schnupficht, -ig.
 
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schnüppig, adj., s. aufschnüppig theil 1, sp. 729.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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