Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnuderer bis schnudler (Bd. 15, Sp. 1384 bis 1385)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnuderer, m. proprie rheumaticus, gravedinosus, naribusque stridulus ac praeterea reprehensor, obstrepens, carptor morum Stieler 1906 (wol wie das vorhergehende im sinne von vorlauter bursche) Stieler 1906. schnuderer, einer der durch die nase redet Frommanns zeitschr. 3, 133 (fränk.-hennebergisch); s. schnudern. bei Campe auch für schnuderfisch.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuderfisch, m. eine art der kropffische: orbis scutatus, ein schnuderfisch, ein schnottolf. Forer fischb. 84b; die bezeichnung erklärt sich wol aus folgender bemerkung: so er (orbis oblongus) den angel verschluckt, oder sonst mit dem garn umbzogen, sol er sein schnuder herausz kotzen, sich damit besudlen und schlipfferig machen, sich zusamen ziehen in ein kugel, und sich also herausz schwingen. a. a. o. 85b; vgl. schnottfisch, schnottolf.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuderhahn, m. mundartliche bezeichnung des truthahns Woeste 247a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnudericht, adj. rotzig, schnupfig: schnoder-, schnudericht, moccioso Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634a; wenn nun die pferde kröpfen, so bekommen sie beulen auf dem leibe und werden gar schnudericht, dasz ihnen der rotz zur nasen ausläuft. Colerus hausb. 273; vgl.snudrot, flegmaticus voc. von 1482 bei Lexer mhd. handwb. 2, 1044.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuderig, adj. wie das vorhergehende wort: schnuderig, mucosus Maaler 360a; schnudrig, mucosus Steinbach 2, 482; schnüderig, geschnüderig, rotzig, schleimig von einer brühe, suppe Stalder 2, 345; schnuderig, mit rotz beschmiert Seiler 261b. Schm. 2, 573; ebenso nd. snuederig Woeste 247a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuderkengel, m. herabhängender rotz: ein weiszer schnuderkengel hanget jm an der nasen. Maaler 360a; vgl. DWB kengel 6, theil 5, sp. 530.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnüderling, m. wie das vorhergehende wort Schmeller 2, 573. Stalder 2, 345, schnüderlig Hunziker 228, sternschnüderling, sternschnuppe Schm. a. a. o.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuderlumpe, m. derb für taschentuch, wie rotzlappen Seiler 261a; vgl. DWB schnudeltuch.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnudern, verb. rotz flieszen lassen, den schnupfen haben: rheumaticare strauchen vel schnudern Dief. gl. 497b; schnuderen, mutire Schottel 1406; schnodern, schnudern, schnuden, schnudeln, mocciare Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 633c; ich schnudere, mucum edo Steinbach 2, 482; snödarn, mocciare cimbr. wb. 234a; nd. snuedern, rotz aus der nase lassen Woeste 247a, den rotz in der nase hochziehen, durch schnauben ausstoszen, durch die verstopfte nase atmen: so sie den atum hart haben und schnudrent durch die nasen. quelle bei Schmeller 2, 573; vgl. Schöpf 641. Lexer 224. Seiler 261b. Frommanns zeitschr. 2, 551, 16. Anton 4, 7. Bernd 273. Schröer 204a. Kramer Bistritzer dial. 120; den schnupfen haben: die junge hüner bekamen dicke köpfe, sehr schnuderten wie ein ziep (schlesisch). zeitschr. für d. philologie 20, 488 (zu ziep vergl. Schm. 2, 1144). durch die verstopfte nase reden Frommanns zeitschr. 5, 462 (Iglau), vergl. Schröer a. a. o.; nach Stalder 2, 341 wird schnudern, schnüdern gebraucht im sinne von 'ungebührlich weinen, dasz die thränen sich mit dem rotz vermischen, besonders von kindern'; überschnudern, überschnüdern, verschnudern, mit rotz besudeln, geschnüder, ungebührliches weinen der kinder. ebenda; auf schnuder, f. rüssel weist schnudern, mit dem rüssel, schnabel suchen Schm. 2, 573; in besonderem sinne:

des nîdes gesinde siht man slichen
bî der strâʒen, ûf den stîgen,
snudern, smollen unde swîgen. renner 14117.

hier ist also wol ein laut zurückgehaltener verachtung (schnauben) gemeint.

[Bd. 15, Sp. 1385]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnudernase, f. rotznase, auch von einem menschen: schnudernasz (die) schnuderig, mucosus Maaler 360a;

ein yetlich schnudernasz zücht ein bart. kloster 8, 807.

schnudernase, junger laffe, naseweises mädchen Seiler 261a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnudler, m. eigentlich rotzbube, beschmutzer, dann wie sudler einer der unsauber, unordentlich arbeitet, weiter auch allgemein als schimpfwort: du unnützer schnudler, du bist noch zu jung, unnd gering umb den schnabel. Ayrer proc. jur. 2, 3 (s. 491 der ausgabe von 1600);

(in die abtei Willigmut soll nicht hinein)
kein predigläufer,widertäuffer,
kein bepantoffelt schnudler, kuttelnsudler.
Fischart Garg. 279b;

in zusammensetzung: schnarchsudler (vgl. DWB schnarchen 6, sp. 1181), papirsudler und andere hudler. groszm. (kloster 8, 594). hierzu schnudlerin: wenn man verlässige krankenwärterinnen hätte, dürfte man sich nicht mehr auf gerathewohl yeder fremden schnutlerinn anvertrauen, die nur auf gewinn, nicht aber auf ihre pflichten sieht. quelle von 1825 bei Schm. 2, 573; im fränk.-hennebergischen bezeichnet schnudler schnauze, maul Frommanns zeitschr. 2, 464. vgl. DWB schnude, f., schnuder, f.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer