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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnitzfleisch bis schnitzlauch (Bd. 15, Sp. 1367 bis 1368)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnitzfleisch, n., was die schlächter hier und da von den ganzen stücken fleisch abschnitzeln, und in die würste füllen, frusta carnis hinc inde decisa Frisch 2, 216b (vgl. schnittfleisch); kesselfleisch Hertel sprachsch. 218.
 
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schnitzgeld, n. zoll, steuer Campe (ehemals gebräuchlich), telonium, vectigal, accise Scherz-Oberlin 1426, vgl. schnitz 4, b.
 
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schnitzhaupt, n. kopfputz der weiber in Schmalkalden; in mundartlicher aussprache schnitzhaid. Vilmar 364. Spiesz 223
 
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schnitzhaus, n., s. schnitthaus: waʒ der marschalk nemen muge von dem snitzehuse. Perlbach stat. d. d. ordens s. 106, 24 lesart.
 
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schnitzholz, n., s. schnittholz: im schnit und reumen kan den stöcken auch grosser schade geschehen, wenn man den stöcken zu viel holtz nimmet, welches die weinmeister bisweilen darumb thun, das sie desto mehr schnitholtz zu verkauffen haben, oder wenn man jhnen zu viel schnitzholtz lesset. Colerus hausb. (1604) buch 4, s. 42.
 
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schnitzig, adj. : sch[n]itzig, spltig, leicht zeschneyden

[Bd. 15, Sp. 1368]


und ze spalten, fissile Maaler 359d; sehr verbreitet in heutigen schweizerischen mundarten in mannigfachen bedeutungen.
1) scharf und leicht schneidend, von schneidewerkzeugen Hunziker 228. Seiler 260b.
2) was sich leicht schneiden läszt (s. oben), so von feuchtem, fettem, vollsaftigem grase Tobler 395b.
3) mit lust etwas unternehmend; i bi nüd schnitzig dohe z' goh, habe keine lust, dahin zu gehen (von 1 übertragen). ebenda. so auch:

man suche ob man funde jenen
ein gesellen, ders fry willig thut,
verheissend im vil gält und gut,
damit er schnitzig werd darab
dester ein gut ufsehen hab.
Jos. Murer belägerung d. statt Babylon (1560) act 3.


4) lüstern, nach etwas begierig, auf etwas erpicht Stalder 2, 343. Seiler a. a. o., besonders vom stier, der die kuh rasch bespringt Hunziker a. a. o.
5) voreilig mit versprechen und schenken, freigebig, auch groszmütig Seiler a. a. o., freigebig Stalder a. a. o. Tobler a. a. o.
6) ungestüm anfahrend Stalder a. a. o.
 
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schnitzker, m. schnitzer, tischler. eine bildung, die besonders dem nordischen und nd. eignet, und wol auf ein verb mit k-ableitung zurückzuführen, wie sie gerade in den nordischen sprachen üblich sind, vgl. Grimm 2, 283 (neudr. s. 269 f.). dies verb ist in schwed.-norweg. mundarten als snikka vorhanden, s. Rietz 642a. Aasen 720a, aber auch mnd. sniddeken Schiller-Lübben 4, 274a, während sonst solche bildungen im deutschen (nur nd.-nl.) sehr selten sind. dazu als nom. agentis schwed. snickare tischler, norw. snikkar, dän. snedker, mnd. sniddeker, sniddiker, snitker, schnitcker, schnitteker, snedeker, holzschnitzer, plastes; daneben: snidikker, discher, arcularius, capsarius, s. Schiller-Lübben a. a. o.; im nnd. als snitjer brem. wb. 4, 892; in hd. lautgebung preusz. schnitzger. tischler, daneben aber schnitzker, schnötzker, messer des böttchers (s. schnitzer 2, a) Frischbier 2, 306b. — ganz vereinzelt findet sich schnitzker auch auf hochd. (schlesischen) boden:

drauf ich schon zum schnitzker lauff,
und lasz ein par wiegen zimmern.
Scherffer ged. 542.


 
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schnitzkunst, f. die kunst (in holz) zu schnitzen Adelung, sculpturae ars Frisch 2, 216b:

in einem schif von ceder-holtz
und helfenbein reich auszgebawet,
da voll schnütz-kunst ein jedes theil.
Weckherlin 568.


 
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schnitzlaib, m., vgl. schnitzbrod: der schuster .. langte den schnitzlaib heraus, gab ihn dem bäuerlein bis auf den anschnitt. Mörike 2, 121.
 
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schnitzlappen, pl. im hennebergischen, verschnittene, aber noch ungekochte kaldaunen Campe. Reinwald 1, 146.
 
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schnitzlauch, m., vgl. schnittlauch: briszlauch, schnitzzwibel, schnitzlauch, caepa sterilis, porrum sectivum, tonsile Henisch 515, 8; cimbr. snitzelooch cimbr. wb. 234a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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