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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnittling bis schnittried (Bd. 15, Sp. 1356 bis 1357)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnittling, m. abgeschnittenes stück, abgeschnittener junger schosz. ahd. snitilinc, snitelinc, glossiert mit palmes, surculus, sarmentum Graff 6, 843; mhd. snitelinc Lexer handwb. 2, 1038; palmes .. snitelinc (Sum.) pl. snidelinge Dief. gloss. 407b; sarmentum .. snydelinc 513a; talea .. snitelinc (Sum.) 572a; seit dem 12. jahrh. belegt, s. Weigand 2, 621. ableitung von schnitt, vgl. daselbst.
1) abgeschnittenes stück überhaupt, schnitzel Adelung; papierschnitzel: weil er (der puderbeutel) .. einen schatz für mich, die schnittlinge nemlich meines in der übereilung der furcht castrirten tagebuchs enthält. Thümmel reise 10, 263; diesen mann kann ich zum glück dir .. aus dem überreste meines tagebuchs kennen lernen, ohne dasz ich die schnittlinge in meinem puderbeutel dazu ziehe. 299.
2) im weinbau die zu fächsern abgeschnittenen reben, vergl. schnittholz 1. Adelung. Nemnich: schnittling, rebschosz von

[Bd. 15, Sp. 1357]


weinstock, malleolus. Golii onomast. 368, s. Frisch 2, 216a. vgl. die glossierung mit palmes, s. oben.
3) bei den gärtnern überhaupt ein junger jahrschosz, der zur fortpflanzung abgeschnitten wird Adelung. Nemnich. Jacobsson 4, 29b. öcon. lex.2 2634 f.; bildlich: dieses nebenszepters, des ablegers und schnittlings vom mutterszepter. J. Paul Tit. 1, 164.
4) für schnittlauch (vgl. das.), allium schoenoprasum Nemnich. Pritzel-Jessen. öconom. lex.2 2634. Schm. 2, 586. Hügel 143a. Frommann 5, 463 (schnîtling, in Iglau).
5) junges männliches pferd oder rind, das nach dem verschneiden noch nicht ganz geheilt ist Schmeller 2, 586, juvencus castratus Frisch 2, 216a.
6) aus dem mutterleibe geschnittenes kind, gewöhnlich ausschnittling, s. theil 1, 959 oder (entstellt zu) ausschindling, ebenda 950: schnittling, caeso, s. ausschnidling Frisch 2, 216a; schnittling, m. celui qui est venu au monde par une incision faite au ventre de sa mère; qu'on a tiré du ventre de la mère. Rondeau 507.
7) die unterste reihe ziegeln eines daches, dachtraufenziegel Jacobsson 4, 29b, halbe dachblatte Schmid 474.
8) in Wien schnidling, kurzgeschnittene haare Hügel 143a; in der gaunersprache für haar überhaupt Avé-Lallemant 4, 602. — vgl. schnidlingkopf, frauenzimmer mit kurz abgeschnittenen haaren Hügel a. a. o.
 
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schnittmeister, m.: an etlichen orten ist der gebrauch, dasz man mit einen oder zween vertrauten und bekannten um ein gewisses geld, den gantzen schnitt (die ernte) abzubringen, dinget, die schauen ihnen dann um eine genugsame anzahl schnitter um, dingen mit ihnen, und lohnen ihnen nach dem tagwerck, so gehts auch schleunig zu, und darff der hausvatter nicht so anhäbig nachsehen, weil die schnittmeister zu eignen ihren nutzen darob seyn müssen, dasz nichts versaumt sey. Hohberg 2, 51b.
 
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schnittmesser , n. messer zum schneiden, mhd. snitmeʒʒer Lexer handwb. 2, 1039; speziell
1) messer mit 2 handhaben, dessen sich böttcher, wagner und andere handwerker bedienen Adelung, vergl. schneidemesser Jacobsson 4, 29b; sculprum ... snyt meszer Dief. gloss. 521c; schnittmeszer, scalprum rectum et incurvum, culter vietorius utrinque manubriatus Stieler 1252; schnitt-messer, s. schnitzmesser, concisorium, scalprum manubriatum vietorum Frisch 2, 216a; was übrig bleibt, davor lassen wir ein beil oder ein schnittemesser schärffen. Weise kl. leute 150;

schnitmesser schnitzer hamer zangen

unter allerlei hausrat aufgeführt fastn. sp. 1219.
2) das rebmesser der winzer Adelung, vgl. schnittheppe und: putatorium .. eyn schnid messerlin Dief. gloss. 474c.
3) in der chirurgie: nach diesem schneyde jm mit einem starcken scharffen schnitmesser ein wündlein durch die hirnschalen, unnd öffne dieselbige. Würtz wundarzn. 97.
4) obscen (penis): aber wie der grob paurenknecht mit seinem wüesten schnidmesser den kitzel in das hünder vierthail bracht, fieng sie mit niderer stim an zu jemern und zu schreien. Zimm. chron.2 4, 10, 15 Barack.
 
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schnittmonat, m. erntemonat, august, vgl. DWB schnitt 2 und Weinhold monatsnamen 54: calen. augusti 31. schnitmonat. augst. Tegernseer kal. von 1534, s. Germ. 9, 196.
 
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schnittmorchelblume, f. das wollgras Nemnich.
 
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schnittnarbe, f. narbe von einer schnittwunde.
 
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schnittnutzholz, n. die holzarten, welche durch sägen oder auf schneidemühlen zu holzarbeiten in theile von bestimmter breite und dicke zerschnitten werden Jacobsson 7, 264b f. Behlen 5, 541—545. vgl. schnittholz 3.
 
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schnittochse, m. verschnittener ochse Hertel sprachschatz 218.
 
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schnittpfennig, m. schnittlohn, mhd. snitphenninc und sniterphenninc Lexer handwb. 2, 1039.
 
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schnittreif, adj. reif zum abschneiden oder einernten: weizen und roggen stehen hier schon schnittreif. Berlepsch alpen 109; bildlich: ich bin zwei, drei jahre älter als Uhland, mithin schnittreifer. Jac. Grimm an A. v. Keller nach Uhlands tode.
 
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schnittried, n.: carex .. schnydtriedt Dief. gl. 101b (voc. von 1482).

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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