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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnirrbacken bis schnirrung (Bd. 15, Sp. 1343 bis 1344)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnirrbacken, verb., nd. snirrbakken, etwas backen, mit bezug auf das prasseln der butter, auch überhaupt etwas leckeres bereiten. brem. wb. 4, 894. Campe. vergl. schnirrbraten, und schnirren.
 
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schnirrbraten, verb. etwas schnell und stark braten, besonders in der pfanne oder auf dem roste, nd. snirrbraden und snurrbraden brem. wb. 4, 894. Campe, vgl. schnirren. — dazu schnirrbraten, m., nd. snirrbraden, ein so bereiteter braten Campe. brem. wb. 4, 894, ein in der pfanne, nicht am spiesze gemachter braten Dähnert 438b, ostfries. snir(tje) brâ' im topf gebratenes stück fleisch Stürenburg 229b. ten Doornkaat Koolman 3, 246a. —
 
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schnirrbrater, m. ungeschickter koch, der den braten zu schnell und scharf brät Campe, nd. snirrbrader Richey 274. brem. wb. 4, 895. Schütze 4, 145; auch snirrbraderij, -ey, -ie, f. wenn alles in der pfanne oder auf dem roste, nicht am spiesze gebraten wird Richey a. a. o. brem. wb. a. a. o. Schütze a. a. o.
 
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schnirre, f. schlinge, dohne Campe, nd. snirre brem. wb. 4, 894. Schütze 4, 145. Danneil 200a. vgl. schnirren 3.
 
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schnirren, verb.
1) bezeichnung eines geräusches, feiner und spitzer als schnarren und heller als schnurren: schnirren, acute stridentem sonum edere, ist ein lautwort. Schottel 1406; schnirren, est acute stridentem sonum edere, itemque quod schnurren, sed rarius. inde etiam est schnirrer, schnirrung, et schnirricht, quae cum schnurrer, schnurrung, et schnurricht, fere conveniunt. Stieler 1889, vgl. auch Kramer 2, 632c f. so auch nd. snirren Dähnert 439b. Schütze 4, 145. Stürenburg 229a. ostfries. snîren und snirren ein feines, zischendes oder helles, scharfes geräusch machen, so vom braten des fleisches in der pfanne, oder vom zischen des messers bei schnellem schleifen an einem trockenen schleifstein ten Doornkaat Koolman 3, 246a: da ja im deutschen sogar eine schnur, bei straffem anschnüren, zugleich schnurren und schnarren, auch in hellerem ton schnirren kann. Voss antisymbolik 1, 280.
2) daher besonders in butter braten Campe, nd. snirren, zu schnell braten Richey 274. Schütze 4, 145, vom braten, prasseln ten Doornkaat Koolman 3, 246a.
3) schnüren, schlingen legen, eine schlinge zuziehen, fest binden Campe, nd. snirren Richey 274. Strodtmann 378a. Schütze 4, 145, vgl. schnirre. dieses wort ist von den vorigen jedenfalls ganz zu trennen, und wol mit ahd. snarahha, laqueus, snarah(i)an, snerhan, snirhan, inlaqueare, innectere, complecti Graff 6, 850 und isl. schwed. snara, dän. snare, schlinge zusammenzustellen, vgl. Fick3 3, 350.
4) ein-, zusammenschrumpfen Campe, zu 3; so auch niederdeutsch snirren, schnell wegbrennen, dat licht oder holt snirret weg. Dähnert 439a.
5) ostfries. scharf, spitzig, bissig sein, höhnen, spötteln, auch

[Bd. 15, Sp. 1344]


mit scharfem, schrillem tone sprechen. Stürenburg 229a. ten Doornkaat Koolman 3, 246a.
 
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schnirrer, m., s. schnirren 1.
 
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schnirricht, adj., s. schnirren 1.
 
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schnirrig, adj. zu schnell gebraten, von gebratenem fleische hart und trocken, nach dem feuer schmeckend, angebrannt, nd. snirrig Campe. Richey 274. brem. wb. 4, 894. Dähnert 439a, auch snirrig rüken, nach angebranntem fett u. dergl. riechen, auch von überheizten öfen Mi 83a.
 
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schnirring, m. die gemeine meerschwalbe, sterna hirundo Nemnich, vgl. schmirring sp. 1095. Gesner vogelb. 108a: wie diser vogel (der brachvogel) und der schnirring gefangen werdind, und öfter.
 
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schnirrschnarr, m.?:

wenn einsam eine nachtigall
ihr wunderlied euch sänge ...
und dann begännen überall
von staren eine menge
und ahmten nach die nachtigall
und ihre haingesänge
und brächten ihren süszen schall
mit schnirrschnarr ins gedränge.
Bürger 315 Sauer.


 
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schnirrung, f., s. schnirren 1.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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