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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnippen bis schnippisch (Bd. 15, Sp. 1337 bis 1339)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnippen, verb. eine schnelle kurze bewegung ausführen. besonders vom knipsen oder schnellen mit den fingern oder einem raschen schnitt mit der schere. auszerhalb des westgermanischen ist das wort nicht bekannt; es steht wol im ablaut zu schnappen, vgl. daselbst. engl. snip (mit der schere abschneiden), vgl. Skeat 568b, holl. snippen, snipperen, resecare, secare, incidere Kilian, auch von dem schneidenden schmerze, den kälte, wind, wunden verursachen, vgl. Oudemans 6, 390 und Franck 919. ahd. mhd. sniphen, s. schnipfen. dagegen begegnet ein md. snippen in gänzlich anderer bedeutung, nämlich für schwatzen, plaudern, zanken, in verbindung mit snappen (vgl. das.):

sie enkan niht dan snippen und snappen.
were ich bi er, ich sluge sie uff die kappen. Alsfeld. passionssp. 4536;

mit spæhen worten glanz
einʒ snipt und snappet aber einʒ und ist noch wort noch wîse ganz. meisterl. 97, 54;

nd. snippen, zischeln, belegt 1462, s. Weigand 2, 620; vgl. dazu mhd. snippensnap, bez. snipfensnapf mhd. wb. 2, 2, 448a. Lexer handwb. 2, 1037. Grimm gramm. 3, 304:

du bist ein leije, snippen snap! diu liet wil ich hie schrîben. minnes. 2, 12b Hagen;

er speht, er breht, er snip und snappe!
Konr. v. Haslau jüngling 592 (zeitschrift f. deutsches alterthum 8, 568).

in der nhd. schriftsprache als schnippen, ebenso in md. und nd. mundarten; das schnipfen der oberd. dialekte siehe besonders. mitteld. (hess.-fränk.) auch schneppen Schm. 2, 577. Kehrein 1, 361. Pfister 263, schnäppen Schmidt 199, s. daselbst.
1) mit den fingern knipsen, schnellen, vgl. DWB schnippchen 1: schnippen, digitis micare. einen auf die nase schnippen, dasz es blutet, nasum alicujus talitrô vulnerare. einem vor dem gesichte hermschnippen, in conspectu alicujus digitis concrepare Stieler 1893, auch schon bei Kramer 2, 632b; crepare digitis Wachter 1453; vgl. Bernd 272: ich musz sie absolut haben! die rechte hand schreibt: absolut; und die linke schnippt mit den fingern dazu: es ist also mein ernst. Lessing 12, 153; der oberamtmann schnippte wie ein knabe, der unvermuthet erfährt, dasz keine schule heute sei, mit den fingern. Immermann 3, 207 Hempel; drauszen auf der treppe schnippte er mit den fingern. Ludwig 2, 367; aber Laura war nirgend zu finden, denn sie lauschte hinter der gardine und schnippte, als sie die blumen im knopfloch sah, mit den fingern über den gelungenen scherz. Freytag handschr. 2, 192; knabe lenker ... (immerfort umherschnippend) Göthe 41, 45 (Faust II, 1, s. schnippchen 1), mit accusativ der wirkung:

kleinode schnippt er wie im traum. 46.

selten in dem übertragenen sinne von ein schnippchen schlagen:

den philistern allzumal
wohlgemuth zu schnippen.
Göthe 1, 140.


2) so auch transitiv, mit einer solchen bewegung etwas fortschnellen Adelung; brotkügelchen auf jemand schnippen. Bernd 272. Jecht 98a; überhaupt schnell schleudern Hertel sprachsch. 218: wenn er nur jetzt käme, da schnippte ich ihn mit meinem finger in die ecke. Arnim kronenw. 1, 370;

hei, wie die buben johlen,
und mit den fingern schnippen
die funken-girandolen!
A. v. Droste-Hülshoff 1, 109;

freier:

drauf nahm er (gott) einen butzen (klumpen)
und macht ein männlein draus.
er schnippt ihn in die höhe,
blies ihn ein bissel an. wunderh. 2, 258 Boxberger.


3) auch mit der schere schnippen Campe; von einem kurzen raschen schnitt, auch von einem schnitte in die luft, wobei es dann auf das knipsende geräusch geht, vgl. DWB schnippern: dasz sie (Philine) ... an langer silberner kette eine mäszig grosze englische scheere trug, mit der sie manchmal, gleichsam als

[Bd. 15, Sp. 1338]


wollte sie ihrem gespräch einigen nachdruck geben, in die luft schnitt und schnippte. Göthe 23, 204.
4) daher ferner mit der schere in ganz kleine stückchen schneiden oder kleine theilchen abschneiden, doch sind in diesem sinne die weiterbildungen schnippeln und schnippern üblicher, s. daselbst. Adelung; als technischer ausdruck: beschnippen, sagen die tuchmacher, wann sie die groben und offtmahl kotigen spitzen von der wolle, woraus die guten tücher werden sollen, abschneiden, lanae partes inutiles forfice demere ut puriores panni inde texantur Frisch 2, 215c; so noch bei Hertel sprachsch. 218. Liesenberg 199 (wo nur diese bedeutung angegeben ist). Bernd 273.
5) als ausdruck einer schnellen, elastischen bewegung, besonders vom elastischen zurückfahren angespannter oder festgehaltener und dann plötzlich losgelassener dinge, ähnlich wie schnappen: ein bret schnippt in die höhe. Adelung; und nicht lange, so schnippte der kleine ring mit groszer schnellkraft an die nase des herrn von Milzwurm. Tieck novellenkr. 4, 408. übertragen: ain fragzeichen, das setzt und braucht man wa fragrede seind, und ist auch nach der stymm art unnd gleichnus geformiert also.?. dz ain lini oder virgula über sich schnipt, wie sich die stymm in ainer frag am ende erhebt und über sich schwingt. Ickelsamer teutsche gramm. s. 48 neudr.mit der hand wohin fahren (?): biszweilen schnipte er in den schiebsack (die tasche), biszweilen sagte er dem hauszknecht etwas in das ohr. Weise erzn. s. 90 neudr. vgl. auch 7, b.
6) daran schlieszen sich einige kunstausdrücke der jägersprache.
a) den schwanz auf- und nieder bewegen, wie es besonders feldhühner thun Jacobsson 4, 28a. Behlen 5, 540 f. Kehrein weidmannsspr. 262. Hartig lehrb. f. jäger5 (1832), 78.
b) bezeichnung eines tones, den die (schwarz)amsel von sich gibt, wenn sie ein wildes thier erblickt Adelung. Jacobsson 4, 28a: wenn ihnen (den schwarzamseln) vom wildpret, füchsen oder hasen, was in die augen oder zu nahe kommt, besonders zur abends-zeit, so schreyen und schnippen sie ohne aufhören. Döbel 1, 55b; 'bei allen drosselarten die eigenthümlichen warnungstöne bei annäherung irgend einer gefahr' Kehrein weidmannsspr. 262. Behlen 5, 540.
7) weitere mundartliche besonderheiten.
a) ungarisch, auszer seinem beruf in holz arbeiten Schröer 203b. wol zu 4.
b) altenburg., zappelnd in die höhe springen Hertel sprachsch. 218. zu 5, vgl. schnippeln.
c) hessisch, sich schnippen für schnüppen, sich schneuzen Vilmar 363.
d) in Esthland, kurz angebunden sein Sallmann 48, vergl. schnippisch.
 
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schnippentaube, f. gefleckte taube, columba maculata Nemnich (zu schnippe 1?).
 
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schnipper, m. digitis concrepans Stieler 1893 (s. schnippen 1). — stirnläppchen bei hauben, s. DWB schnippe 4, a: eine alte, sehr häszliche frau .. mit einer weiszen schürze und schwarzen haube, von der ihr ein langer schnipper bis an die nase herunterhing. Eichendorff2 3, 49 (taugen. 5). — thüringisch für leckermaul Hertel sprachsch. 218.
 
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schnippergeld, n. 'schnippchen, hohn, spott' Frischbier 2, 305a:

und ob die täge gleich viel kürtzer als die nacht,
will er bey trüber nacht doch süsze stunden zehlen,
doch wer zu näschrich ist, bekommt oft schnipper-geld. carm. nupt. vom anfange des 18. jh. s. ebenda.


 
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schnipperin, f. foemina digitis micans, et crepans, et aliâ significatione minutatim dissecans Stieler 1893. — vgl. thüring.-henneb. schnipperine, f. vorlautes, naseweises mädchen Reinwald 2, 114. Spiesz 223.
 
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schnipperlich, adj., s. schnippisch.
 
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schnipperling, m., nebenform zu schnipp, schnippchen, bez. schnippel: schnipperling, der, propr. idem est quod schnippung, deinde titivilitium, frustum, segmen, et peniculum notat, metaphor. autem designat quodvis lucellum ac quemlibet quaesticulum, vulgò accidentia Stieler 1894; schnitzling, et schnipperling, der, etiam abschnittling, sarmentum, ramentum u. s. w. 1903; speciell bei den tuchmachern die groben harten spitzen an der wolle, die beim reinigen abgeschnitten werden Jacobsson 7, 263b, vgl. schnippen 4. Frisch 2, 215c hat dafür abschnipperling.
 
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schnippern, verb., mit der schere in kleine stücke schneiden, vergl. schnippeln: schnippern, frequentat. est à schnippen, notatque propr. forpiculà concrepare, alias discindere Stieler 1893; als nebenform zu schneidelen, schnitteln 1902; dazu die wurzeln beschnippern, verschnippern, zerschnippern, zerschnippert papir. ebenda; afschnippern, belg. succidere, minutim desecare

[Bd. 15, Sp. 1339]


Frisch 2, 215c; vgl. Bernd 273. Frischbier 2, 305a. nd. snippern neben snippeln. brem. wb. 4, 893. — henneb. schnippern wird erklärt: 'sehr hurtig und in hohen tönen, vorlaut und naseweis, wie kleine mädchen reden' Frommann 2, 463; vgl. dazu bair. schneppern, schwatzen, plaudern Schm. 2, 578 und schnippen.
 
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schnippicht, adj., s. schnippisch.
 
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schnippig, adj. naseweis, vorlaut, in hessischen mundarten Kehrein 1, 361 (auch schneppig). Schmidt 203; vgl. schnippisch. nach Weigand 2, 620. Kluge5 333b aus holl. snebbig, auch snibbig, snippig übernommen; dafür spricht besonders, dasz es nur in den rheinischen mundarten erscheint und den älteren nhd. wörterbüchern fehlt. doch hat jedenfalls anlehnung an schnippen, schnippisch stattgefunden, wenn nicht ursprünglicher zusammenhang anzunehmen ist. holländ. snebbig ist von sneb, schnabel abzuleiten:

mir ist oft hämisch, so dämisch und dumm,
so hurrig und schnurrig und weisz nicht warum,
so hippig und schnippig und weisz nicht wornach,
das ändert und wendert mit jeglichem tag.
Fr. Müller 1, 314.

dafür in älterer sprache auch schnüppig, vergl. aufschnüppig, theil 1, 729:

zum vierdten, so sie sind holdselig,
dem mann lieblich, freundlich, gefellig,
nicht stoltz, frech, mutwillig, üppich,
böckisch, heunisch, leunisch, schnüppig.
H. Sachs 1, 48d.


 
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schnippisch, adj.
1) naseweis, kurz angebunden, spitzig im reden: schnippicht, schnipperlich, et schnippisch, adj. et adv. propr. quidem esset strepens, crepans, sed pro contumelioso, inverecundo, indomito, effrenato, effronte et petulanti sumitur. der kerl ist sehr schnippisch, perfrictae frontis homo est, audacissimus, temerarius, et procax est. schnippische worte, verba proterva Stieler 1894. Kramer 2, 632c hat in demselben sinne aufschnippisch, schnippisch und schnippfisch. Adelung und Campe stellen schnippisch unter schnäppisch und leiten dieses ab von schnappen, plaudern, vorlaut im reden sein; vgl. schnäppisch, garrulus Frisch 2, 211b (dagegen aufschnippisch, qui cito irascitur; fastigium suum subito ostendit et indignatur; als adv.: cum protervia, procaci modo 211c). diese etymologie auch noch bei Weigand 2, 620. ähnlich erklärt es Wachter 1453 aus schnebbe, nasus (vgl. schnippig), obwol er schnippisch, cavillatorius, angibt. ungezwungener erklärt sich jedenfalls die herrschende bedeutung bei der zunächst liegenden ableitung von schnippen 1, vgl. schnippchen. mundartlich besonders norddeutsch, nd. als snippsch Danneil 200a. Mi 83a; auch snepsch Strodtmann 378a; snipp, snippsch, sneppsch Dähnert 438b, ostfries. und westfäl. snippsk Stürenburg 229a (schnipp, schnippsk), brem. snappsk und snippsk brem. wb. 4, 881. Richey 273 und Schütze 4, 141 erklären es als snibbisch, zu snibbe, schnabel, geben aber beide ausdrücklich die aussprache snippsch an. in hd. form schnippsch Frischbier 2, 305b. Schemionek 36. Bernd 273. dagegen in hd. idiotiken selten angeführt, so österr. Hügel 143a und thüring. Reinwald 1, 146. Hertel 41 und sprachsch. 218, doch hier auch in anderer bedeutung.neben schnippisch finden sich in der neuern litteratur noch folgende schreibungen:
a) zusammengezogenes schnippsch (vgl. nd. snippsch, s. o.): Marthe (macht ihr ein gesichte) fein schnippsch! Weisze kom. op. 3, 179 (d. jagd 3, 7); die junge frau, die freilich etwas schnippsch ist, konnte das gichern nicht lassen. Soph. reise 3, 386; 'sie, liebe madame Domine', sagte die schnippsche frau Malgré, 'werden den trumpf wol annehmen müssen!' 6, 535;

denn Nettchen sah ein wenig schnipsch dazu,
dasz man ihr so erlaubnisz kaufen wollte.
Göckingk 2, 222 (schlittenf. 4, 13).


b) schnäppisch Adelung. Campe, s. o.: das wäre eine artige commission, sagte das schnäppische mädgen. Möser patr. phant. 1, 1. ferner schneppisch, s. das.
c) die spätere ausgabe (von 1820) liest an dieser stelle (1, 3) schnüppisch, vgl. dazu aufschnüpfisch, th. 1, 729 und schnüppig.
d) die formen auf ig s. unter schnippig.
e) schnippicht und schnipperlich bei Stieler s. o.
2) in der neuern sprache wird schnippisch mit vorliebe von mädchen gesagt: o mein herr, ich bitte sie, machen sie mir die kleine närrin nicht noch einbildischer! sie ist ohnediesz naseweis und schnippisch genug. Wieland 19, 162 (Abder. 1, 13); o die will ich dir überlassen, sagte jene schnippisch; und der stich war desto wespenartiger u. s. w. 346 (3, 8); Fernando. ist sie jung? postmeisterin. sehr jung; und schnippisch. Göthe 10, 140; Röse. lieber herr richter! richter. sonst seyd ihr so schnippisch. jetzt könnt ihr bitten. 14, 299; fräulein Luise ..

[Bd. 15, Sp. 1340]


liesz Karln, der sie zum spaziergange einlud, auf eine sehr schnippische weise abfahren. 15, 104; von meinen wädchen wissen sie ja wohl nicht viel, versetzte sie schnippisch. 19, 168; sie .. fiel, als ich ihr schön that, in ein heiter schnippisches wesen, das ihr wohl das natürlichste seyn mochte. 23, 141; allein sie nimmt sich zusammen .. und setzt sich vor, wenn er nicht freundlich ist, schnippisch dagegen zu seyn. 38, 203; o, die ist lange aus den diensten der gräfin, sagte das mädchen mit gerümpftem näschen und betrachtete ihn von oben bis unten mit einer schnippischen miene. Eichendorff2 2, 127; 'aber', sagte ich ganz verblüfft, 'war denn der maler nicht hier?' — 'ja freilich', entgegnete sie schnippisch, 'sein mantel wenigstens'. 3, 80 (taugenichts 8); Melanie wurde vor zorn sogar boshaft, gab schnippische abfertigungen. Gutzkow ritter v. geist 2, 224;

sie ist so sitt- und tugendreich,
und etwas schnippisch doch zugleich.
Göthe 12, 133;

wie schnippisch doch die königin nicht ist,
als hätte sie diesz lied erfunden, uns gelehrt!
Fr. Müller 2, 371;

du kommst auch mit, schnipp'scher grasaff'!
Immermann 12, 79 Hempel (Tulif. II, 6);

ei seht nur, wie sie schnippisch thut!
Ludwig 3, 561 (Hans Frei 1, 1);

so als zuruf: nun fein schnippisch, jungfer tochter! weiszt du auch, dasz du deinen bräutgam vor dir hast? Weisze beitr. z. d. theater 1, 274 (poet. nach d. mode 1, 5; vgl. oben 1, a); fein artig beym abschiednehmen, und nicht gleich schnippisch, fräulein Langnäschen. Fr. Müller 3, 15 (Golo u. Genov. 1, 2). — seltener auf männer bezogen: und so würde ich ganz gern dem nachbar zugestehen, dasz er auf diesen widerspruch geantwortet habe, wenn er weniger schnippisch und verächtlich geantwortet hätte. Lessing 10, 101; ich ward wild und schnippisch. d. arme mann im Toggenb. 74; da stand ein junges, schnippisches, dreizehnjähriges fuhrmännlein in blauem hemde. J. Paul flegelj. 3, 66; ja, du meinst, das ist vernunft, dasz du schnippisch kannst thun und machen, dasz leut, die auch nicht mehr denken als du, .. lachen. Ludwig 2, 292. auf dinge übertragen: drauszen lieszen sie ein kurzes schnippisches gelächter erschallen. Keller 7, 37.
3) vereinzelt begegnen abweichende bedeutungen.
a) schnitzicht, et schnitzericht, it. schnippisch, adj. et adv. idem est quod schneidicht, incisus, et incisim. schnippisch autem in specie est protervus, petulanter Stieler 1903.
b) thür. auch 'wählerisch, lecker' Reinwald 1, 146. Hertel 41 und sprachsch. 218.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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