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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schniffling bis schnippe (Bd. 15, Sp. 1332 bis 1335)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schniffling, m. in der gaunersprache, die nase; dazu schnifflingsbüchs, die schnupftabaksdose Avé-Lallemant 4, 602. vgl. schniffler.
 
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schnill, f.: ind do hei bi sinen heren quam in dat arburst spiene, do bestrich hei de snil mit fenine: dat was also stark ind quait, hed hei de snil angetast, so moist hei zoborsten sin ind zerstunt doit geweist sin. d. städtechron. 13, 66, 3 f. (im glossar als 'schneller, drücker' erklärt).
 
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schnipf- vgl. schnipp-.
 
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schnipf , m. n.?
1) abgefallenes stück, abfall, kleinigkeit, bischen, schlückchen Schm. 2, 578; nd. snippe, snip schnipfel, brocken, kleines stück land ten Doornkaat Koolman 3, 245a; thür. schnipp Hertel sprachsch. 218; auch hochd. wird dafür schnip(p) geschrieben, s. die belege. besonders in der redensart nicht ein(en) schnipf um etwas geben oder werth sein, gar nichts, nicht das geringste, im 16. jh.: den also sprechen si: Sachssen mues uns das evangelium beschutzen unnd sy geben nit ein schnipff umb den kaiser und sein Spaynnier. Weim. urk. von 1550 bei Dief.-Wülcker 843; der künig von Frankreich .. gäb nit ein schnipf umb den kaiser. Aventin chron. 1, 485, 20; ie zu weilen zaigt er (Merbod) sich an als ain glid des römischen reichs und undertan des römischen kaisers, zu zeiten als ainen obern und der weder umb kaiser noch umb das ganz römisch reich nit ain schnip gäb. 595, 24; du magst aber wissen, dasz ich nit ein schnipff auff dich, und dein unnütz schwaderwerck gebe. Ayrer proc. 721 (2, 12); er ist nicht einen schnüpf werth. quelle bei Wander 4, 306.
2) hierher gehört auch vielleicht die wendung in einem schnipf oder schnipp, in einem nu, augenblick, wenn diese nicht von der interjection schnipp abzuleiten ist, s. das.:

(frau Sorge,) die inn eym schnipff verschwund.
H. Sachs 1, 393b;

da wachsen die kifferbeis resch,
offt in eim schnipp und augenblick,
wachsen sie mir so hoch und dick. 5, 378c.


3) thüringisch schnipf halsleiden der vögel, pips Hertel 41 und sprachschatz 218. ebenso nd. snip Schambach 200a. so schon mnd., glossiert mit 'pituita, est pestis pulli' Schiller-Lübben 4, 276b, vgl.: pituita .. der pfypsz von den hueneren .. pfifig, m. vel schnupff, f. .. snuppe, schnupf, schnup Dief. gloss. 439a demnach ist wol zusammenhang mit schnupfen anzunehmen.
4) für andere bedeutungen vgl. schnipp und schnippe.
 
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schnipfe, f. schnabelartiger ausgusz an einem gefäsz, tülle, vgl. DWB schneppe:

zur linken eine kann', an der die schnipfe trieft.
Rückert Hamasa 2, 147.

[Bd. 15, Sp. 1333]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnipfel, schnipfeln, s. schnippel, schnippeln.
 
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schnipfen, verb. , oberdeutsche nebenform zu schnippen, vgl. daselbst. da auszer dem verbreitungsgebiet auch die bedeutungen beider wörter meist gesondert sind, so empfiehlt sich getrennte behandlung.
1) ahd. mhd. in der bedeutung 'das haupt senken', vgl. Graff 6, 851. mhd. wb. 2, 2, 448a. Lexer handwb. 1, 920: tô snifta nider daʒ sus erstouta gezuâhte. Notker 1, 12, 30 Piper (Boeth. 1, 4: deiecit humi mestior vultum);

zehant vür mich gesnipfte ich
und saʒ verdâht als ein man,
der weder sin noch rede kan.
Konrad v. Würzburg troj. krieg 41906.


2) in neueren oberdeutschen mundarten, selten im sinne von schnippen, in kleine stückchen schneiden Schmeller 2, 578, vgl. Wachter 1453. hierher wol auch:

er (der pfahlmann) schnipft mit der feuersteinsäge
ein hirschhorn und summelt sein lied.
Scheffel gaudeamus 29.


3) gewöhnlich in zwei andern verwendungen, die auf das oberdeutsche beschränkt sind.
a) mit einer schnellen bewegung etwas wegschnappen, entwenden, listig stehlen; so bair.-österr. Schm. 2, 578. Klein 2, 135 (Österreich). Höfer 3, 107 f. Castelli 249. Hügel 143a. Schöpf 640, schwäb. dafür schniffen Schmid 474. Schm. 2, 573 und Klein 2, 135 (Augsburg); auch nassauisch als schniffen, schniefen, schnuffen Kehrein 1, 362. vgl. auch schnipsen.
b) mit kurzen zügen trinken, nippen Schm. 2, 578. Schöpf 640.
 
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schnipfer, m., zu schnipfen 3, 1) dieb Schmeller 2, 578. Castelli 249. Hügel 143a, 2) kleiner schluck im trinken Schm. a. a. o.
 
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schnipp, interj.
1) eine schnelle, momentane, knipsende bewegung malend, vgl. schnips Campe. im ablaut zu schnapp gebildet, aber ein feineres geräusch andeutend; auch mit schnapp zusammengestellt, so um das ausgleiten mit den füszen anzudeuten:

tripp! trapp!
schnipp! schnapp!
ft fall i wiedar in allalängs nieda.
Hartmann volksschauspiele s. 254, 28.


2) auch substantiviert als masc. von einer solchen bewegung oder dem begleitenden geräusch Campe, vergl. schnippchen. — personificiert:

der fiert Schnipp und der finft haist Schnapp. fastn. sp. 337, 21.


3) ostfriesisch begegnet auch ein adjectiv snip spitz, scharf, dünn, mager, scharf, stechend, bissig ten Doornkaat Koolman 3, 245a; dagegen bei Stürenburg 229a schnipp, schnippsk naseweis, vgl. schnippisch.
4) vgl. schnipf (1. 2).
5) zipfel, spitze, s. DWB schnippe.
6) andere bedeutungen beschränken sich auf mitteldeutsche mundarten.
a) schnipp, schnipchen, schnipsel, n., im östlichen Hessen und im fuldaischen eine art schmierkäse Vilmar 363.
b) nassauisch schnepp, schnäpp, schnipp, f., schnippchen, schnepper ein geschwätziges mädchen Kehrein 1, 361. vergl. DWB schneppe 6, b.
c) thüringisch schnipp, m. grün-sieben im kartenspiel Hertel sprachschatz 218.
d) ferner ein geflecktes thier, pferd oder kuh mit schmaler blässe, taube mit roten oder schwarzen flecken. ebenda.
 
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schnippchen, n.
1) talitrum Steinbach 2, 476, crepitus digitorum Wachter 1453, die bewegung und das knipsende geräusch, wenn man den mittelfinger gegen den daumen stemmt und dann los schnellt. diminutiv zu schnipp (2), vergl. Weigand 2, 619. Kluge5 333b. fast nur in der verbindung ein schnippchen schlagen, wofür auch schnippen:

hier seht mich nur ein schnippchen schlagen,
schon glänzt's und glitzert's um den wagen.
da springt eine perlenschnur hervor. (immerfort umherschnippend).
Göthe 41, 45 (Faust II, 1);

vgl. dazu paralipom. 104: schnippchen als geschencke. verwandlung derselben (Weim. ausgabe 15, II, s. 192). in dichterischer übertragung von dingen: in der luft wehte die eidgenössische schützenfahne in sonniger einsamkeit .. bald schlug sie anmutige schnippchen über das volk hin. Keller 6, 312. zum ausdruck der lustigkeit, so thür. schnippche schlô Kleemann 20a: er (ein alter trunkener silen) stützet sich mit dem linken arme, und zum zeichen der fröhlichkeit, schläget er mit der erhobenen rechten hand ein schnippchen. Winckelmann 5, 142. zur

[Bd. 15, Sp. 1334]


andeutung der geringschätzung: ich schlage nicht ein schnipchen darum als erklärung von: es ist keinen (finger-)schnalz wert, ne crepitu quidem digiti dignum. Eiselein 553; dieselbe phrase übersetzt Eyering 3, 59: ich geb nit ein schnipgin drumb (ebenso s. 60, s. 79: ich wolt nit ein knipgin drumb geben). vgl.: dein auszgeblasene hoffertig wörter thu ich nit — schlegt ein schnippichen — so viel achten. engl. comöd. 1, Ee 3b. daher stammt wol die jetzt übliche gebrauchsweise als ausdruck des spottes: schnippchen schlagen, claquer les doigts pour se moquer de qn., pour braver ou défier qn. Rondeau; vgl. Borchart2 422, 1055: der greis sah ebenfalls auf den beschauer und schlug dazu spöttisch mutwillig ein schnippchen mit der einen hand, während die andere sich gegen den tisch stemmte. Keller 2, 148;

dann und wann schlug Trull' ein schnippchen,
doch er that, als säh' er's nicht.
Gotter 1, 51;

ein schnippchen schlägst du doch im sack,
der du so ruhig scheinest.
Göthe 4, 364;

das autorlein aber schlägt, mit dem lohn
im sacke, sein schnippchen — und schleicht davon.
Blumauer ged. 1, 193.

so besonders bildlich einem ein schnippchen schlagen, sich über ihn lustig machen, oder auch ihm einen streich spielen, ihn hintergehen: einem ein schnippchen schlagen, aliquem nauci habere, in minimis ponere, teruncii facere. Stieler 1894; mansfeldisch ä schnippchen schlôn, einem eine nase drehen Jecht 98a: ich müszte wenig von ihnen gelernt haben, wenn ich nicht der ganzen hölle ein schnippchen schlagen wollte. Lessing 1, 398 (freigeist 1, 5); ich vergasz wirklich, dasz ich in einem tollhause war, schlug ihm ein schnippchen zu. Thümmel reise 9, 33; ein einziger unserer akade[mi]schen mitbürger hielt sich für reich und unabhängig genug, der öffentlichen meinung ein schnippchen zu schlagen. Göthe 25, 60; aber, heiszt es weiter, was konnte sie auch von einem sohne besseres erwarten, der ihr, als er sie noch sehr jung in Brüssel besuchte, hinter dem rücken ein schnippchen schlug? Schiller 7, 326 anm.; gegen diese reizung war unser gott vater durch ein in seiner narrheit selbst liegendes mittel gesichert; er glaubte nie, dasz der widerspruch ernstlich gemeint sei. die schnippchen, die man gegen seinen papiernen Olymp herauf schlug, hielt er für eigen gestaltete dämpfe des weyhrauchs. Fichte Nicolais leben 62; exempel hat man, dasz missethäter, denen ein fürchterlicher tod bevorstand, dem lauernden henker noch im gefängnisz ein schnippchen schlugen, indem sie sich mit ihrem halstuch die kehle zuschnürten. Hebbel2 2, 57; er nähete sogleich seine schimmernden goldstücke .. in lange, wurstartige beutel, legte dieselben in einen koffer .. und schlug seinen helfershelfern, welche auch ihren anteil zu erschnappen gehofft hatten, ein schnippchen. Keller 1, 77;

nichts seltnes dazumal,
als alles gold und weiber stahl,
und schnippchen schlug in deine wage,
Justitia!
Schmidt kom. erzähl. 72;

fort! schlagen sie der sklaverey
ein schnippchen!
Gotter 1, 193.

vergl. auch klipplein 2, theil 5, 1209. — dafür ein schnippchen machen: es gebärdet' auch wohl einer sich aufgeklärt, machte dem himmel ein schnippchen. Hölderlin 2, 45 Köstlin; Ruckstuhl machte dem offizier ein schnippchen ums andere unter die nase, und Spörri streckte ihm die zunge heraus. Keller 6, 303; selten sind andere verbindungen: die klärsten beweise ihrer unschuld schickte ich mit einem schnippchen in die luft. Thümmel reise 3, 207; ich warf ihm ein schnippchen nach. 6, 38; 'wie hätte ich es wagen dürfen', fährt er mit einem tiefen bücklinge, aber auch zugleich mit einem schnippchen in der tasche, gegen den marquis fort. Lessing 7, 187 (dramat. 41);

sie kann, so oft es ihr gefällt,
ein schnippchen ihm versetzen,
drum trägt er auch vor aller welt
zwey hörner zum entsetzen.
Blumauer ged. 1, 107;

bat ich lang' das schöne störrige Adamsrippchen,
mir zu einem kusz einmal zu leihn ihr lippchen.
als ich wiederholentlich gebeten hatte,
gab sie erstlich statt des kusses mir ein schnippchen.
Rückert (1882) 5, 283.


2) deminutiv zu schnipp bez. schnipf, abgeschnittenes stück Hertel sprachsch. 218. in diesem sinne gewöhnlich schnippelchen, s. daselbst.
3) nassauisch für ein geschwätziges mädchen, s. DWB schnipp 6, b. Kehrein 1, 361. vergl. niederd. snippke naseweises mädchen Dähnert 438b.

[Bd. 15, Sp. 1335]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnippe, f. , auch schnibbe, schnabel, ein spitz zulaufendes stück, zipfel, nebenform zu schneppe, vgl. daselbst. dän. snip zipfel, endchen, schneppe am kleide, schwed. snibb, m. schnippe, spitze, zipfel. die erklärung hat wol an ags. nebb, engl. neb, altn. nef, dän. næb, schwed. näbb, schnabel, anzuknüpfen, vgl. besonders holl. neb und sneb, mnd. nebbe, nibbe Schiller-Lübben 3, 164 neben seltnerem snibbe (s. u. 1); s. dazu Skeat 389. Franck 669, sowie schneppe und schnabel. schnippe ist ein hauptsächlich norddeutsches wort, in nd. form überwiegend snibbe, doch auch snippe, s. unten; hd. meist schnippe. vereinzelt auch in mitteldeutscher sprache als schnippe und schnipfe (Rückert, s. unten). neben dem fem. findet sich auch masc. bildung, so besonders südhannov. snip zipfel, ecke, vorsprung eines waldes Schambach 200a, entsprechend bair. der schnipf rand, spitze Schm. 2, 578. die im nhd. herrschende form schneppe (meist in den bedeutungen 4 und 6) s. besonders. schnippe bezeichnet insbesondere
1) einen langen, spitzen schnabel, so schnibbe Campe; nd. snibbe, so schon mnd. snibbe: eyn dels (der vogele) de hebben krumme snybben unde ok en dels nicht. quelle bei Schiller-Lübben 4, 274a; ebenso nl. snebbe, rostrum avis Kilian; nnd. snibbe, schnaube Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140; ostfries. snibbe, snippe, snib Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a. hd. schnippe: es seind auch vil seltzamer vöggel daselbst, eyn art genant, uwam pirange, .. ist bei nahe so grosz wie eyn huen, hat eyn lange schnippen, beyne wie eyn reyger. H. Staden v 3a; vgl. schnippe, capistrum Nemnich ('so nennt man den rand des schnabels nach dem kopfe zu'). nach Vilmar 363 heiszt eine weisze taube, deren vorderkopf rot oder schwarz ist, rotschnipp bez. schwarzschnipp, vergl. dazu gelb-, grünschnabel. freier, wie schnabel oder maul, vom menschlichen munde in unfeiner rede: halt die schnibb'! Frischbier 2, 304a; hê krigt wat up sîn snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o.
2) ferner die nase oder den spitz zulaufenden theil des kopfes bei thieren: hessisch schnippe 'das vordertheil des kopfes, obertheil der nase' Vilmar 363; nach Stürenburg 228b dagegen bedeutet schnibbe oder schnüff den unteren, beweglichen theil der pferdenase, vielleicht in volksetymologischer anlehnung an schnauben, besonders von einer weiszen nasenspitze: 'n përd mit'n witten snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o., oder auch blosz 'n pärd mit'n schnibbe Stürenburg a. a. o.; ein solches pferd heiszt dann auch geradezu eine schnippe Vilmar 363; schnippe, schnauzel, wenn das pferd einen strich oder fleck auf der nasenspitze hat Nemnich. übertragen auf die menschliche nase: er musz seine schnibb überall haben. Frischbier 2, 304a. — ein spitz auslaufender ansatz am raupenleibe: gegen den kopf zu ist der vörder-leib (der 'dicken, meer-grünen, gelbgestreiften raupe') mit einem dunkelbraunen und doppelt schwarz eingebördelten streife, oder kragen gezieret, der übrige theil ist grau und führet am ende eine schnippe. Rösel ins. bel. 1, 2. classe der nachtvögel, s. 109.
3) bezeichnung eines vogels mit langem schnabel, s. DWB schnepfe. die form schnebbe namentlich von einer besonderen art, der heer- oder wasserschnepfe, scolopax gallinago Nemnich. nd. für schnepfe überhaupt, mnd. snippe, snippel, sneppe Schiller-Lübben 4, 276b; nl. nur sneppe und snep-hoen Kilian; nnd. als snibbe Richey 273. Schütze 4, 140; ostfries. schnippe Stürenburg 229a; snippe, snip ten Doornkaat Koolman 3, 245a; brem. 'lieber snippe als snibbe'. brem. wb. 4, 889. ebenso Strodtmann 378a: 'doch sneppe, der vogel, wird mehr sneppe als snibbe ausgesprochen'. für alles übrige vgl. schnepfe. — Heppe wohlred. jäger 269a verweist zu schnippe auf amsel.
4) schnabelförmige theile der kleidung.
a) spitz zulaufendes läppchen von flor oder feiner leinwand, das die frauen früher zum zeichen der trauer auf der stirn trugen, schnibbe Campe. Jacobsson 4, 28a. Hupel 210. Frischbier 2, 304a, und schnippe Adelung. Bernd 271 f.: schnippe, ist so viel als schneppe, von schnabel, s. DWB schneppe, DWB die spitze an einigen kopf-trachten der weiber, pars acuminata vittae mulierum in fronte Frisch 2, 215c, nd. snibbe Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140 (snibbe und schnippe), snibb Danneil 199b, snippe, f. das stirnplättchen an der mütze der bäuerinnen Schambach 200a, snipp, spitz auslaufender theil an kleidungsstücken, besonders bei kopftrachten Dähnert 438b. in Fehmarn heiszt snipp ein tuch, das die frauenzimmer um den kopf binden Schütze 4, 141; ostfries. snibbe, weibliche kopfbinde mit einer spitze unten Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a.

[Bd. 15, Sp. 1336]



b) die vordere schnabelartig auslaufende taillenspitze am frauenkleide Frischbier 2, 304a; nd. snibbe Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a.
c) mnd. snippe, schnabelförmige verlängerung am schuh Schiller-Lübben 6, 265b:

den schomakeren (sie hatten groll) up klyppen (holzschuh),
dede hadden langhe snyppen. d. städtechron. 16, 112 (schichtspiel zu Braunschw. 349).


5) roverschip, snibbe, traustrum. lat.-nd. glossar des 15. jh., s. zeitschrift für d. phil. 16, 225; vgl. nl. snebbe, sneb-schuyte, cymba oblonga Kilian, sonst mnd. snicke, ein kleines kriegsschiff.
6) schnabelartiger ausgusz an einem gefäsz, s. schnipfe (und schneppe).
7) für schnippchen: einem die schnippe schlagen, s. Jan Perus 31.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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