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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnetteln bis schneukicht (Bd. 15, Sp. 1320 bis 1321)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnetteln, verb. forstausdruck, die äste von den bäumen mit äxten und beilen abhauen Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 502 f. Vilmar 362 f. so schon mnd. snetelen und snatelen, die kleinen zweige abhauen, abramescere; snatelen, betelgen vel afsniden, s. Schiller - Lübben 4, 269b. 274a. 6, 265a. das wort stammt wol aus dem nd., vgl. DWB schneiteln.
 
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schnettig, adj., mundartlich, schlank, gerade Schm. 2, 584. auch schneddig Reinwald 2, 122. Spiesz 222.
 
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schnetzeln, verb., gleichbedeutende nebenform zu schnitzeln, s. daselbst, besonders mundartlich, schweiz. schnezle Hunziker 228, schnäzle Seiler 260a, snetzlen Zingerle 52a, dazu der schnetzel Hunziker 228. Müller - Weitz 218. auch schon im ältern nhd.: warausz wöllen wir aber solche des Vives (vgl. Vivis de institutione foeminae christianae) auszbündige ehfraw schnitzen unnd schnetzelen. Garg. 70a; doch mit gutem raht seines præceptors übet er sich inn wolgegründeten zierlichen künsten, als mit malen, schnitzen, schnetzeln u. s. w. 186b; so mach ich darzwischen armbrostwinden .. schnetzel bilder, spitz zansteurer. 246b.
 
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schnetzen, verb.: schnetzen, butzen, herauszstreichen, s'attifer, orner, accoustrer. das mägdlin hat sich hübsch unnd wacker geschnetzt, ceste jeune fille s'est joliment orneé et parée.

[Bd. 15, Sp. 1321]


Hulsius 287; schnetzen, ornare, putzen. Schottel 1406; schnetzen, schnätzen, schnatzen (verb. raro che forse viene da schneiden, come tagliando e levando ogni sconcio) strebbiare, pulire u. s. w. Kramer dict. 2, 631c; schnetzen, rarum est vocabulum, notatque ornare, quasi omnia, quae supervacanea aut inconcinna sunt, resecare. Stieler 1903. Steinbach 2, 476. seitdem nicht mehr verzeichnet. zusammenhang mit schnitzen ist kaum anzunehmen, auch in folgender stelle wol nicht: bilder molen und schnetzen. H. v. Rüte fastn. sp. B 3.
 
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schnetzer, m. , nebenform zu schnitzer.
1) sculptor snetzere Dief. nov. gl. 332b.
2) messer, um holz zu schnitzen, bei böttchern und holzarbeitern Frommann 6, 517, 3 (thür.-henneb.), schweiz. schnetzer und schnetzler Tobler 394b.
3) vorrichtung, um gegenstände klein zu schneiden, ein schneidebrett mit einem schneidemesser. ebenda.
 
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schnetzler, m., vgl. schnitzler und schnetzer: graber, schnetzler, sculptor, scalptor, caelator, anaglyptes. Henisch 1718, 2.
 
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schneuke, f. schnauze?, vgl. DWB schneuken: so die hund dem fuchs nach sind, so beseicht er seinen schwantz, und schwingt den für unnd für den hunden durch die schneüggen. Gesner thierb., von Forer 56a. s. auch schneike.
 
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schneuken, verb. schnobern, nach näscherei spüren, ausforschen, gierig betrachten, vgl. DWB schnauken, DWB schnäuken sp. 1208, und schneiken. zumeist in der ältern sprache, mhd. snöuken heimlich gehen, schnobern Lexer hdwb. 2, 1043; besonders häufig bei Geiler v. Keisersberg, bei dem die schreibungen mit eu, ei und oi wechseln (vgl. das heutige els. schnaike, s. schneiken): nit anders weder als jaghund, die umb ein hurst louffen dor under ein repphn ist .. also lyffen disze (juden) umb den blinden zschneycken. post. 2, 87b; es sind, die durch fürwitz mee wöllen erfaren weder not ist, und aller ding ursach schen, und gond also schnicken und beschnachen den spiegel. dreieck. spiegel Aa 4b; schnökeren als junckfrauwen lauffen in dem hausz schneicken, und wellen alles wüssen das die frauw in dem hindersten winkel hat. baum der seligkeit 12d; s. auch schneuker, -ern, -icht. das wort ist jedenfalls mit unserm schnökern verwandt und gehört wol weiterhin zu derselben sippe wie schnauen, schnauben, schnaufen, schnauden, schnaupe, schnauze; genaueres läszt sich aus mangel älterer wortformen nicht feststellen. von neuern mundarten zeigt das henneb. noch eu-formen: schneuken, saugen, dazu schneuk, saugläppchen Reinwald 2, 113.
 
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schneuker, m., vergl. DWB schneuken, näscher, leckermaul; hessisch bezeichnung des knaben, der beim reffen des flachses hilft. die vermittlung dieser bedeutung mit der ersteren ist nicht klar, s. Pfister 264 und 2. erg.-heft 34. Kehrein nachtr. 48.
 
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schneukern, verb., weiterbildung von schneuken in demselben sinne, vgl.: das du von ordens wegen schüldig bist, nach dem frag und lasz gott unerschneickert in seinem urteil. Keisersberg baum der seligk. 12d (dafür ebenda weiter oben schnökeren, s.schneuken); dazu schneickerei 15 staffeln 40.
 
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schneukicht, adj., zu schneuken, der alles ausspüren will, neugierig, vorwitzig (vgl.schnaukecht): bisz nitt fürwitzig und schnickecht. Keisersberg dreieck. spiegel Aa 5a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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