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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnerren bis schnetzer (Bd. 15, Sp. 1320 bis 1321)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnerren, verb. , nebenform zu schnarren (vgl. das.), mhd. snerren Lexer handwb. 2, 1033.
1) im sinne von schnarren, besonders vom schreien gewisser vögel Schm. 2, 580 (zu folgern aus schnerrer).
2) gewöhnlich in dem sinne 'schwatzen, plappern', vgl. Schm. a. a. o. und geschnerr (s. v. geschnarre 2, theil 4, 2, 3949): sô spottent sie unde snerent als sie ûf einem jârmarkte sîn. Berth. v. Regensburg 1, 102, 13; sô hât er uns niwan eine zunge gegeben. dâ mite sîn wir gemant, daʒ wir niht ze vil gesneren suln unde gebrehten. 159, 13;

snürrinc, dîn snerren bî den granen ist ein wiht.
Frauenlob 304, 5.


3) in neuern mundarten sich schnerren, sich im reden verwickeln, sich fangen, sich irren; in diesem sinne fortsetzer des mhd. snerhen, ahd. snerahan, s. Schm. a. a. o. Pfister 263. Kehrein 1, 362 und nachtr. 48.
 
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schnerrenheerd, m.: ob zwar die schnerren sowohl im vorgedachten schiesz-heerde, als auch mit denen kurtz vorhero angezeigeten vogel - heerden, dohnen und leime gar wohl zu fangen sind; so ist es dennoch profitabler, dasz man einen besondern schnerren - heerd mache, dieweil die schnerre hier zu lande starck brütet. Döbel 2, 226a.
 
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schnerrer, m.
1) schnarr- oder misteldrossel, turdus viscivorus Behlen 5, 540. Schm. 2, 580, vgl. DWB schnerre und DWB schnarre 3, a.
2) wachtelkönig Heppe wohlred. jäger 268b, vgl. DWB schnarre 3, b und c, und schnerker 2.
 
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schnerz, m. wachtelkönig, rallus crex Nemnich. Bechstein naturgesch. Deutschl. 3, 267. Frischbier 2, 304b. vgl. DWB schnarre 3, b. c, schnarz 3, schnerker 2.
 
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schnerzen, verb. , vgl. DWB schnarzen sp. 1191.
1) hin umb schnertzen vel murren, gannire Frisius (1590) 597b, s. Dief.-Wülcker 843; schnärze, aculeatis verbis uti erga aliquem Schmidt idiot. Bernense, bei Frommann 3, 449a; vgl. mansfeld. schnärzen laut, aufgebracht reden, anschnrzen, anfahren Jecht 97b.
2) verzehren: herr würdt, was haben wir gts zschnertzen? richt uns etwas gts an. Lindener Katzip. 123.
 
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schnese, f. landschaftliches wort, 1) für schneise, 2) zahl von zwanzig stück, stiege (vgl. dän. snees) Campe.
 
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schnetteln, verb. forstausdruck, die äste von den bäumen mit äxten und beilen abhauen Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 502 f. Vilmar 362 f. so schon mnd. snetelen und snatelen, die kleinen zweige abhauen, abramescere; snatelen, betelgen vel afsniden, s. Schiller - Lübben 4, 269b. 274a. 6, 265a. das wort stammt wol aus dem nd., vgl. DWB schneiteln.
 
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schnettig, adj., mundartlich, schlank, gerade Schm. 2, 584. auch schneddig Reinwald 2, 122. Spiesz 222.
 
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schnetzeln, verb., gleichbedeutende nebenform zu schnitzeln, s. daselbst, besonders mundartlich, schweiz. schnezle Hunziker 228, schnäzle Seiler 260a, snetzlen Zingerle 52a, dazu der schnetzel Hunziker 228. Müller - Weitz 218. auch schon im ältern nhd.: warausz wöllen wir aber solche des Vives (vgl. Vivis de institutione foeminae christianae) auszbündige ehfraw schnitzen unnd schnetzelen. Garg. 70a; doch mit gutem raht seines præceptors übet er sich inn wolgegründeten zierlichen künsten, als mit malen, schnitzen, schnetzeln u. s. w. 186b; so mach ich darzwischen armbrostwinden .. schnetzel bilder, spitz zansteurer. 246b.
 
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schnetzen, verb.: schnetzen, butzen, herauszstreichen, s'attifer, orner, accoustrer. das mägdlin hat sich hübsch unnd wacker geschnetzt, ceste jeune fille s'est joliment orneé et parée.

[Bd. 15, Sp. 1321]


Hulsius 287; schnetzen, ornare, putzen. Schottel 1406; schnetzen, schnätzen, schnatzen (verb. raro che forse viene da schneiden, come tagliando e levando ogni sconcio) strebbiare, pulire u. s. w. Kramer dict. 2, 631c; schnetzen, rarum est vocabulum, notatque ornare, quasi omnia, quae supervacanea aut inconcinna sunt, resecare. Stieler 1903. Steinbach 2, 476. seitdem nicht mehr verzeichnet. zusammenhang mit schnitzen ist kaum anzunehmen, auch in folgender stelle wol nicht: bilder molen und schnetzen. H. v. Rüte fastn. sp. B 3.
 
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schnetzer, m. , nebenform zu schnitzer.
1) sculptor snetzere Dief. nov. gl. 332b.
2) messer, um holz zu schnitzen, bei böttchern und holzarbeitern Frommann 6, 517, 3 (thür.-henneb.), schweiz. schnetzer und schnetzler Tobler 394b.
3) vorrichtung, um gegenstände klein zu schneiden, ein schneidebrett mit einem schneidemesser. ebenda.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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