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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnerfsack bis schnerz (Bd. 15, Sp. 1319 bis 1320)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnerfsack, m. tornister, touristenausdruck (österreichisch): sein instrument führte der (mittelalterliche) sänger mit sich, .. die fiedel .., die .. wie der 'schnerfsack' eines heutigen touristen über den rücken gehängt wurde. Schönbach Walther2 55.
 
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schnerke, f.?: daruf er nach mir mit ein klinckelglasz oder schnercken, wie man solche gleszer zu nennen pflegt, geworffen. Frankf. urk. von 1560 bei Dief.-Wülcker 843.
 
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schnerkel, m. , nebenform zu schnörkel, vgl. das. und schnirkel.
1) schnerkel, von schneck, was schneckenweis in einander gezogen. Frisch 2, 215c, besonders in der baukunst, verzierung in schneckenlinien, voluta Steinbach 2, 475. vgl. Jacobsson 4, 16a. dafür auch schnerksel Albrecht 205a.
2) schnerckel (pro grober schertz, zoten) jocus scurrilis; schnerckel vorbringen, scurrari Steinbach 2, 475. so jetzt in rheinischen mundarten schnerkel scherz (Pfalz). Klein 2, 135; rheinisch schnerkel, unterrheinisch schnergel, spasz, vergnügen Kehrein 1, 362.
 
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schnerken, verb. mundartliches wort, wol zu schnarchen gehörig (als causativ, schnarren, bez. knistern machen?), osnabr. in der pfanne braten Campe, snerken Strodtmann 219, in Aachen (ver)schnerke, haare, kleider anbrennen Müller - Weitz 218. vgl. holl. snerken, knistern, schnarchen, backen, braten.
 
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schnerker, m.
1) umgelautete nebenform zu schnarcher: nu leszt doch der frome gott, solche geringe ubel uns allein darumb widerfaren, das er uns schnercker damit aus dem tieffen schlaffe erwecke. Luther 5, 45b. vgl. DWB schnarchen 3, sp. 1180.
2) der wachtelkönig, rallus crex Nemnich, s. DWB schnarcher 2, schnarre 3, b und c, schnarrwachtel, schnarz 3, schnerf, schnerrer 2, schnerz, furfarius .. snerker Dief. gl. 253a; ulula, ein snerker, quelle bei Lexer handwb. 2, 1033; snerker, droanse Nesselmann voc. 749; ferner solte niemand zwischen hie und

[Bd. 15, Sp. 1320]


Bartholomäi weder wachteln noch schnerker auffangen, kaufen noch verkaufen. scriptor. rer. Silesiac. 3, 218 (quelle von 1514).
 
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schnerrbaum, m. der grosze balken (hengst) an einem ziehbrunnen, der den eimer hebt. Reinwald 2, 160. Schm. 2, 580 (Würzburg). vgl. DWB schnellbaum.
 
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schnerre, f.
1) schnarrdrossel, turdus viscivorus Nemnich, vgl. öcon. lex.2 1912 ff. Heppe wohlred. jäger 268b. Schm. 2, 580: zu den schnerren kan man auch füglich eine klutter oder pfeiffe haben, damit man, wenn durch die lock-vögel zu vernehmen, dasz schnerren ausfallen wollen, oder gezogen kommen, die lock - vögel vollends ermuntert. sehr gut ist es auch, dasz schnerren über winter auffbehalten .. werden .. singen wollen zwar die schnerren nicht alle in bauern; iedoch locken solche verhaltene schnerren desto besser, und kan man im augusto schon nach schnerren stellen. Döbel 2, 226b f. vgl. DWB schnarrdrossel, DWB schnarre 3, a, sp. 1185 und schnerrer 1.
2) nebenform zu schnirre, schlinge Campe, faltig gezogenes band, strippe Sallmann 27a.
 
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schnerren, verb. , nebenform zu schnarren (vgl. das.), mhd. snerren Lexer handwb. 2, 1033.
1) im sinne von schnarren, besonders vom schreien gewisser vögel Schm. 2, 580 (zu folgern aus schnerrer).
2) gewöhnlich in dem sinne 'schwatzen, plappern', vgl. Schm. a. a. o. und geschnerr (s. v. geschnarre 2, theil 4, 2, 3949): sô spottent sie unde snerent als sie ûf einem jârmarkte sîn. Berth. v. Regensburg 1, 102, 13; sô hât er uns niwan eine zunge gegeben. dâ mite sîn wir gemant, daʒ wir niht ze vil gesneren suln unde gebrehten. 159, 13;

snürrinc, dîn snerren bî den granen ist ein wiht.
Frauenlob 304, 5.


3) in neuern mundarten sich schnerren, sich im reden verwickeln, sich fangen, sich irren; in diesem sinne fortsetzer des mhd. snerhen, ahd. snerahan, s. Schm. a. a. o. Pfister 263. Kehrein 1, 362 und nachtr. 48.
 
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schnerrenheerd, m.: ob zwar die schnerren sowohl im vorgedachten schiesz-heerde, als auch mit denen kurtz vorhero angezeigeten vogel - heerden, dohnen und leime gar wohl zu fangen sind; so ist es dennoch profitabler, dasz man einen besondern schnerren - heerd mache, dieweil die schnerre hier zu lande starck brütet. Döbel 2, 226a.
 
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schnerrer, m.
1) schnarr- oder misteldrossel, turdus viscivorus Behlen 5, 540. Schm. 2, 580, vgl. DWB schnerre und DWB schnarre 3, a.
2) wachtelkönig Heppe wohlred. jäger 268b, vgl. DWB schnarre 3, b und c, und schnerker 2.
 
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schnerz, m. wachtelkönig, rallus crex Nemnich. Bechstein naturgesch. Deutschl. 3, 267. Frischbier 2, 304b. vgl. DWB schnarre 3, b. c, schnarz 3, schnerker 2.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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