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schnepperbüchse bis schnepplein (Bd. 15, Sp. 1318 bis 1319)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnepperbüchse, f. plaudertasche Klein 2, 134, vergl. DWB schnepper 6 und schnapperbüchse.
 
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schnepperer, m. bader, chirurg, zu schnepper 2; vergl. den dichternamen der Schnepperer Hans Rosenplut, Hans Rosenblut der Schnepper, s. fastn. sp. 1077—9, ferner 1530 und nachlese 301 f., wo der name allerdings als 'schwätzer, plauderer' erklärt wird mit bezug auf eine stelle, wo er sich selbst nennt:

also redt Hanns Rosenplut der Schwetzer.
vgl. dazu: Hanns Schnepperer ist er genannt,
ein halber byderbman;
der ihn einn groszen swatzer heiszt,
der tut kein sünde daran. fastn. sp. 1078,

und dazu das sprichwort: wer den snepperer ein grosz swäzer heiszt, der tuet kein sünde daran. Eiselein 553. Simrock sprichw. 9153; doch könnte diese bedeutung auch erst von der ersteren hergeleitet sein, mit bezug auf den bekannten ruf der bader.
 
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schnepperig, adj., auch schnäpperig, schnepprig, schnippisch, naseweis Klein 2, 134. Albrecht 204b, vgl. schneppisch.
 
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schnepperlein, n. , demin. zu schnepper.
1) dasselbe wie schnepper 3, b. Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 502.
2) schnäpperling, m., schnäpperlein, n., balestrina, it. balestrino, saepolla, mit einem schnäpperling ò schnäpperlein schieszen, tirare con una balestrina Kramer dict. 2, 619a.
3) zunge?: es steht jhr das schnepperlein nicht stille wie am treibblasbalck das tusel. quelle bei Wander 4, 305.
4) schwätzer(in):

was danttet dises schnepperlin?
gib du jm eins uffs klepperlin!
Birck Sus. b 2a (Schweizer. schausp. 2, 30).


5) schnepperlein, forniculae Agricola bergwerkb. reg. —?.
 
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schneppern, verb.
1) schwatzen, vgl. DWB schnappern sp. 1173. Schm. 2, 578. Kehrein 1, 361. Pfister 263: daher endstund viel disputierens, schwetzens und hetzens, tadern und schnaderns, kleppern und schnepperen. Wackernagel leseb. 3, 1, 609, 12.

[Bd. 15, Sp. 1319]



2) schnappend schlieszen: die thür schneppert gut, fällt schnappend ins schlosz; es hat geschneppert, hat gut gepaszt Frischbier 2, 304a. 3) beschlafen, s. Schm. 2, 578.
 
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schneppertasche, f., vgl. schnepperbüchse:

wer soll die windeln wäschen?
die alten schneppertäschen. wunderhorn. 2, 585 Boxberger.


 
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schnepphaube, f. haube mit einer schneppe (s. das. 2) Campe, cuffia da punta ò punta Kramer 2, 631c, vgl. DWB schneppenhaube.
 
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schneppisch, adj. naseweis, vorlaut, oder kurz angebunden; nebenform zu schnippisch, vgl. das.; ferner schneppig Kehrein 1, 361; auch schnäppisch geschrieben: man solle viel hören, wenig reden, nicht schneppisch sein und herfür fahren, alles beschnappen und benaschen, wie die schneppischen jungfrauen. Mathesius Syrach 1, 25b;

ein böse tochter stoltz und grob ...
ist spöttisch, schneppisch, frech und faul.
B. Ringwaldt lauter warh. 308.


 
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schneppkanne, f. kanne mit einer schneppe (s. das. 3) Campe: schneppe ò schnepfkanne, f., boccale con becco Kramer dict. 2, 631c, schnepfkanne, cirnea Stieler 927.
 
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schneppkarre, f. bez. -karren, m. zweirädrige karre zum fortschaffen von erde oder schutt, die von einem pferde gezogen wird und nach hinten übergekippt werden kann, auch schutt-, sturz-, zugkarre. Jacobsson 7, 263b.
 
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schnepplein, n. schneppchen, puntarella sottile da cuffia Kramer 2, 631c.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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