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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneiderwoche bis schneidestichel (Bd. 15, Sp. 1277 bis 1278)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneiderwoche, f. benennung eines handwerkerliedes, worin die thätigkeit der schneider an den einzelnen wochentagen beschrieben wird Schade handwerkerl. 180.
 
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schneiderzeche, schneiderszeche, f. geringe zeche, dann überhaupt wenig geld:

den junckern wisz ich euch zu mit fleisz,
dann er gibt mechtig gern trinckgelt.
dem andern es gwis am gelt fehlt;
der gab mir nur ein schneiderszech.
Ayrer dramen 2304, 28 Keller.

jetzt landschaftlich: schneiderzeche machen, die zeche zu gleichen theilen bezahlen Frischbier 2, 303b.
 
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schneiderzorn, m.: dies war die ursache dieses entsetzlichen schneiderzornes. Ludwig 2, 444.
 
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schneiderzunft, f.: welher meister understt, einen knaben ze lernen, der eins meisters in der sniderzunft sun ist, der sol der zunft geben ein pfund wachs. Mone zeitschr. f. d. gesch. des Oberrheins 13, 304; die gesammte schneiderzunft zu Astorga (wurde) in arbeit gesetzt. Musäus märch. 3, 94 Hempel;

was immer zu Paris die edle schneiderzunfft
hat neulich auffgebracht, auch wider die vernunfft,
das liebt dem Teutschen zu.
Rachel sat. 53.

bildlich: er ist in der schneiderzunfft, er ist ein magerer mensch. Franck sprichw. 2, 73a; s. schneidergewerk, -gilde, -innung.
 
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schneidesäule, schneidsäule, f. bei den stellmachern eine starke, aufrecht stehende bohle mit mehreren groszen löchern, in welche man die wagenachse steckt, wenn sie mit dem schneidemesser bearbeitet wird Jacobsson 4, 23b; vgl. schneidesohle.
 
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schneidescheibe, schneidscheibe, f. stählerne scheibe

[Bd. 15, Sp. 1278]


der uhrmacher zum ausschneiden der zähne an den rädern, auch schneidezeug (s. d.) Jacobsson 4, 23b; eine vorrichtung zur herstellung von nuten Karmarsch-Heeren3 3, 620.
 
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schneideschlinge, f. dünner platindraht, der in form einer schlinge um einen körper herumgeführt, vermittelst des galvanischen stromes zum glühen gebracht wird und durch zusammenziehen der schlinge den körper durchtrennt, besonders bei operationen angewandt.
 
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schneideschwein, schneidelschwein, n., niederd. snîdeswîn, schnîdelschwîn, schwein zum schlachten: item dusse lude genen schnidelschwin, wenn mast is. quelle bei Schiller-Lübben 4, 276a; vgl. schneidekuh.
 
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schneidesohle, f. bei den wagenbauern und stellmachern eine starke bohle mit drei löchern, worin die deichseln und andere hölzer bei der bearbeitung befestigt werden Jacobsson 4, 23b; vgl. schneidesäule.
 
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schneidestein, m.
1) eine steinart, die aus glimmer und speckstein besteht und sich schneiden läszt Jacobsson 4, 23b; saxum compositum steatite et mica Nemnich 4, 516.
2) ein geschnittener oder behauener stein zum gebrauch beim bau, besonders sandstein, quaderstein Campe, quadrum Nemnich 3, 1102, auch fliesen-, bau-, werkstücken-stein genannt Jacobsson 4, 23b. bei der thonwarenbereitung ein aus feuchtem thon geformter und beschnittener ziegelstein Karmarsch-Heeren3 9, 350.
3) grenzstein, s. das zweite schneide 1, snaatstein Campe, mnd. snede-, snêt-stên Schiller-Lübben 4, 272a: de markede .. geitt dan auer dat heitbleck offte Boltenhaw, dar ligt ein snetstein. quelle ebenda.
 
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schneidestichel, m. bei den petschaftstechern ein grabstichel, womit die umrisse der gestalt oder zeichnung in das petschaft geschnitten werden Jacobsson 4, 24a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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