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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneidercourage bis schneiderfischlein (Bd. 15, Sp. 1271 bis 1272)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneidercourage, f.
1) verzagtheit, angst; österreich. schnaidakuaraschi Castelli 247; die schneiderkurasch haben, keinen mut haben Hügel 142b. Albrecht 204b. überschrift mehrerer gedichte, z. b. Göthe 2, 277. Schade handwerkerl. 251.
2) name einer ansteckenden krankheit, krätze Hügel 142b. Albrecht 204b. Frischbier 2, 303a; niederd. snyder - courage Richey 273. Woeste 246a; in dieser bedeutung auf miszverständlicher auffassung und umbildung der ursprünglichen niederd. form beruhend. vgl. mndl. krauwagie, prurigo, pruritus, scalpurigo, scabies, petigo Kilian, zum verbum krauwen, fricare, scabere, scalpere, radere unguibus. ebenda; ebenso noch mnd. snieder-krauwasie, krauwaasje, daraus -kurasie. brem. wb. 2, 865: snider-kurasse Dähnert 438b; vgl. unter courage oben theil 2, 637. eine andere volksthümliche bezeichnung derselben krankheit ist schneider-kurzweil, s. d.
3) in Westfalen bohnensuppe Woeste 246a.
 
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schneiderei, f.
1) die thätigkeit eines schneiders im weitesten sinne; in manchen zusammensetzungen, wie bei schneider 1 (s. d.): aufschneiderey, gloriatio, ostentatio Stieler 1901, jactatio Frisch 2, 214b; beutelschneiderey, artes furum Steinbach 2, 477; form-, stein-, stempel-, schwein-schneiderei Campe.
2) im engeren sinne,
a) das handwerk, gewerbe des schneiders, kleidermachers, die schneiderey, artificium, opus Stieler 1901, artificium sartorium Steinbach 2, 477; die schneiderei erlernen, verstehen, treiben Campe: mehr als einer wollte gesehen haben, wie die starke frau .. ihm die höslein mit der linken straff gezogen, während ihre rechte die festigkeit eines spanischen rohres an dem theil gemessen hätte, auf dessen ausdauer bei der schneiderei so viel ankommt. Ludwig 2, 12;

[Bd. 15, Sp. 1272]


ein liedlein wir jetzt singen
zu lob der schneiderei.
Schade handwerkerl. 65;

die schöne Gulpenheh bedarf nur eines blickes,
den umfang und gehalt des angebotnen glückes,
und wie es sich zur schneiderey
des armen Hann verhält, zu sehen.
Wieland 18, 288.


b) in älterer sprache auch örtlich, schneiderwerkstatt: schneiderey, taberna sartorum Stieler 1901.
c) obscön: zu N. N. inn einer namhafften stadt, ist deszgleichen vor das thor ein kauffmann uff die schneiderey gangen, auch eine seinem begehren nach antroffen. Maynhincklers sack (1612) nr. 64.
 
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schneiderelle, f. ulna sartorum Stieler 374, als zeichen des schneiderhandwerks öfter in spöttischem sinne gebraucht:

o nehmet doch die schneiderelle,
guckt in der küche in den topf!
Eichendorff 2, 93.

auch übertragen als schimpfwort von einem dürren menschen: hätt' ich nur odem, zu nennen, was dir gleicht! — du schneiderelle, du degenfutteral, du erbärmliches rapier. Shakesp. Heinrich IV. 1. theil 2, 4.
 
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schneiderfeier, f., niederd. sniderfir, die dämmerung. Frommann 4, 375.
 
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schneiderfeind, m.:

pfug dich jetzt an du schneiderfeind.
Schade handwerkerl. 68.


 
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schneiderfestzug, m.: es war gewissermaszen ein historisch-ethnographischer schneiderfestzug. G. Keller 5, 40.
 
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schneiderfigur, f.: es ist ... bereits fast anderthalb jahre, dasz eines abends ein etwas ärmlich gekleideter mensch von kränklichem aussehen, eine spindeldünne schneiderfigur ... in mein atelier trat. Mörike 3, 4.
 
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schneiderfingerhut, m. digitale sartorium, dicker als die gewöhnlichen fingerhüte und oben offen. Frisch 2, 214b.
 
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schneiderfips, m. spottname für die schneider (fips, knirps). Albrecht 113a.
 
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schneiderfisch, m. name verschiedener kleiner fischarten, apua Stieler 487; schneider-, speise-fische, pisces minores, qui edi solent a pauperioribus Frisch 2, 214c. so heiszt am Bodensee der rysling oder spierling, cyprinus aphya Oken 6, 292, in Österreich cyprinus nasus Nemnich 1, 1365. Höfer 3, 105; auch in Danzig Frischbier 1, 246b. s. das folgende.
 
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schneiderfischlein, n., auch weberfischlein, alburnus Corvinus fons lat. (1660) 33b; schneiderfischel in Österreich der alben oder die maybleke, cyprinus alburnus Oken 6, 311. Nemnich 1, 1354; in Konstanz schniderfischle Gesner de pisc. (1556) 198; schnaidafischl'n, kleine fische aller gattungen Castelli 247; schneiderfischle, rothäugele Schmid 474. vgl. schneiderkarpfen.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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