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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneidepfahl bis schneiderbock (Bd. 15, Sp. 1268 bis 1271)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneidepfahl, m. grenzpfahl, niederd. snâtpâl Schiller-Lübben 4, 271a; vgl. das zweite schneide 1.
 
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schneider, m. der da schneidet, mhd. snîdære.
1) allgemein, durch zusammensetzungen näher bestimmt, mit partikeln: an-, auf-, be-, vor-, zer-, zuschneider u. ähnl.; mit substantiven, beispiele: baum-, beutel-, bruch-, form-, futter-, gewand-, haar-, kapriolen-, leisten-, lügen-, schwein-, strohschneider. Stieler 1900; reben-, riemen-, stein-, tuchschneider. Steinbach 2, 477.
2) in eingeschränkter bedeutung.
a) von personen; handwerker, der kleidungsstücke verfertigt: sartor, sneider, schnider, schneider, niederd. cleder-snidere vel -nayere Dief. 513b; schneider, sartor, sarcinator; blegen schneider, limbularius, der den besatz an frauenkleidern macht Dasyp.; schneyder, der kleyder auff den kauff machet, vestiarius Maaler 359d; almodeschneider, sartor indumentorum multiformium, vestium concinniorum artifex Stieler 1900; in der heutigen sprache vielfach unterschieden als herren- und damenschneider; manns-, fruens-snider Dähnert 438b; auch der, welcher kleidungsstücke ausbessert, flickt: blätzer, flicker, schneider, sarcinator Henisch 410; im besonderen, der das jagdzeug nähen und flicken musz Heppe wohlr. jäger 266a; in älterer sprache wurde der schneider, der kleidermacher, unterschieden von dem gewandschneider, welcher das tuch verfertigte und verkaufte, dem tuchwaarenhändler; tuch-, gewand-, want-snider, -schneider, pannicida, pannicisor Dief. 409c; gewant-snyder, -schnider, scissor 519a. das nd. gebrauchte neben snider in gleicher bedeutung häufig auch scroder Dief. 513b; schrader, schroder nov. gl. 327b, entsprechend mhd. schrôtære mhd. wb. 2, 2, 220b, s. Schiller-Lübben 4, 276a. doch scheint diese trennung zu einer zeit, wo das gewerbe des tuchverkäufers (gewandschneiders) von dem des kleidermachers noch nicht völlig geschieden war, nie ganz durchgeführt zu sein; erst allmählich drang, durch verfügungen der behörden beschleunigt, mit der trennung der gewerbe die strengere scheidung der benennung durch; vgl. Schm. 2, 568 f.: wir setzen auch, daʒ chain sneider vurbaʒ gewant schol sneiden, er tue sich dan e deʒ sneitwerchs ab. stadtr. v. Brünn 389, 183 Röszler; es soll dhain schneider noch dhain tuchscherer kainerlai gewant nit mer bei der ellen schneiden noch verchauffen. quelle bei Schm. 2, 569. die thätigkeit des schneiders besteht in der anfertigung der kleider und den dazu gehörigen arbeiten: gyfft eyn man eynem snyder syn gewandt to maken, de sall et em bewaren und unvorderueth weddergeuen. quelle bei Schiller-Lübben 4, 276a. whe einem schroider bringeth wand, dar he ohme kleyder van schniden schal, vorkoift edder vorsetteth de schnider dat wandt u. s. w. ebenda; ain künig hett ainen schnyder, der ieder zyt syne klaider wol kund machen. Steinhöwel Äsop 333 Österley; wenn es ihrer himmlischen regierung gefällt, einem mann seine frau zu nehmen, so gedenke er an die schneider hier auf erden, und beruhige sich damit, dasz wenn alte kleider aufgetragen wurden, diese dazu gesetzt sind, neue zu machen. Shakesp. Anton. u. Cleop. 1, 2; der schneider hat euch nimmer viel anzumessen, aber der schreiner. Hebel 2, 141;

dâ snîdære nâten
maneger slahte wâpenkleit. Willeh. 290, 4;

und herzen, deren stolz zu rühren
sonst alles fruchtlos ist, besiegt der schneider oft (durch die von ihm angefertigten kleider).
Wieland 2, 21;

und hätt ich einen schneider mit zweien knechten,
die mir schnitten die kleider also gerechte,
vierundzwanzig kutten muszten sie tragen. des knaben wunderh. 1, 143 Boxberger.

bildlich: deine verschwiegenheit soll dein schneider werden, und dir ein neues wamms und hosen machen. Shakesp. lust. weiber 3, 3. erkennungszeichen der schneider sind nadel, zwirn, schere, fingerhut, bügeleisen und elle: diser hof hat auch das recht, das ein jeder soll ein tag thun, der ackermann mit seinem pflug, .. der schnider mit seiner scheere. tirol. weisth. 1, 688; es ist sich dermalen nicht viel weniger zu verwundern, wann man höret, dasz die schneider, .. die auch vorhero das a b c nicht durchbögelt, gleichwol allerley sprachen reden. Abr. a S. Clara etwas f. alle 2, 497 (1711);

[Bd. 15, Sp. 1269]


kein snîder lebt sô rehte stolz,
der sîne kunst bewære,
gebristet im der schære. troj. krieg 110;

ouch gap im diu mueter
daʒ nie seit sô guoter
versniten wart mit schære
von keinem snîdære. Meier Helmbrecht 142;

dar nâch betiutet uns die schær
tuochgeber, snîdær, tuochschærær.
H. v. Beringen schachged. 4693;

zwen finger hüt gebrauchen
die seidensticker frey.
die kürschner in dem rauchen,
die schneyder auch darpey
dörffen nicht mehr dann eynen. bergreihen 84 neudr.;

ich sah nen schmid mit seinem hammer, so
indesz sein eisen auf dem ambos kühlte,
mit offnem mund verschlingen den bericht
von einem schneider, der mit scheer' und masz
in händen, auf pantoffeln ...
erzählte von viel tausend fränk'schen kriegern
die stünden schon in schlachtordnung in Kent. Shakesp. könig Johann 4, 2.

das schneidergewerbe gilt nach der anschauung des volkes vielfach als etwas niedriges und verächtliches, der schneider selbst als armseliger mensch: ich hab ein mal, da auch der hungerigen schneider .. gedacht war, gehöret, dasz solche einen heiligen zum patron haben, mit nammen sanct Thuchmann. wendunm. 1, 231 Österley;

er war vor ein armer snîdære. österr. reimchron. 86908;

und ist doch unser lohn so klein,
das ein schneider auff einen tag
kaum drey heller zu verzehrn vermag.
Ayrer 1868, 1 Keller.

daher als schelte:

lasz sie gehen! sind Tiefenbacher,
gevatter schneider und handschuhmacher!
Schiller 12, 41 (Wallenst. lager 10).

auch wegen ihres schwächlichen körpers und unansehnlichen äuszeren sind sie gegenstand des spottes; daher gilt dürrer schneider für einen mageren menschen Spiesz 222; frieren wie ein schneider: he früsst, as een snider Richey 273; essen wie ein schneider, sehr wenig essen Albrecht 204b; sniders hebben man ên darm. ten Doornkaat Koolman 3, 243b; von einem hinckenden schneider. Kirchhof wendunm. 1, 230 Österley; schertzweisz pflegt man z sagen, weil die schneider sich mit kleidung sauber und hurtig halten und leicht hertretten, dasz sie nicht viel essen, auch wol neun an einem ey genug haben. 1, 233; ich fragte neulich einen grindigen schneider. Simpl. 2, 23 Kurz. als sinnbilder eignete man den schneidern den bock oder die geisz zu. Höfer 3, 105 (s. schneider - bock, -geisz); ein geysz tanzt mit den schneidern. Kirchhof wendunm. 1, 278 Österley;

da er doch und die welt wol weisz,
wie man die schneider mit der geisz
und die kürschner mit den katzen
thut spotten, vexiren und fatzen.
Ayrer dramen 1797, 24 Keller;

ein schneider auf eim rosz,
ein hur aufm schlosz,
ein lausz auf dem grind
seynd drey stoltzer hofgesind. Simpl. 3, 65, 18 Kurz;

es wollt ein schneider wandern
wol auf sein schneidergeisz.
Schade handwerkerl. 248;

du zickelbuck, du rottenkopp, du snider! niederd. korrespondenzbl. 7, 5.

als hervorstechendste geistige eigenschaft der schneider gilt die furcht, daher: angst haben, laufen wie ein schneider. Spiesz 222. Albrecht 204b; man läuft unwillkürlich wie ein schneider. Ludwig 2, 4 (vgl. auch schneiderader);

zwey spatzen und ein schneider
die fielen von dem schusz;
die spatzen von den schroten,
der schneider von dem schreck;
die spatzen in die schoten,
der schneider in den —
Göthe 2, 277.

zum spott werden ihnen wol namen beigelegt, die das gegentheil von furcht bezeichnen: diese (die kaiserlichen) scheueten meine mannheit gar nicht, vermittelst deren ich kurtz zuvor viel tausend (läuse) erlegt, und den titul eines schneiders (sieben auf einen streich) überstiegen hatte. Simpl. 1, 222 Kurz; lügen wie ein schneider. ten Doornkaat Koolman 3, 243b; daher das gegentheil als bemerkenswert hervorgehoben: von einem wahrhafftigen schneider. Kirchhof wendunm. 2, 129 Österley. andere

[Bd. 15, Sp. 1270]


bildliche wendungen: den schneider herauszwicken, in Österreich von jemand, der ein neues kleid an hat, weil gewöhnlich noch einige schneiderfäden darin stecken Höfer 3, 105; er hat selbst den schneider im haus, er hat selbst mit sorgen zu schaffen Schmid 474; es gimmt e schneider in himmel, in Leipzig, wenn zufällig zwei personen gleichzeitig dasselbe sagen Albrecht 204b; er hat den schneider in den augen, d. h. er ist schläfrig Eiselein 553; schneider werden, in einer sache, bei einem handel leer ausgehen, auf einer jagd nichts schieszen, besonders beim kartenspiel keinen stich machen Schm. 2, 571. Hunziker 228. Schöpf 639. Albrecht 204b; nach anderer auffassung heiszt schneider werden beim kartenspiel weniger als 30 oder 31 augen bekommen; aus dem schneider sein, mit mehr als 30 oder 31 augen das spiel verloren haben; übertragen auf das alter: aus dem schneider sein, mehr als 30 jahre alt sein, in scherzhafter rede.
b) vornehmlich in älterer sprache 'schnitter', entsprechend der bedeutung von schneiden I, 1, a): messor, snider Dief. 359a; mnd. snider, arnsnider, messor Schiller-Lübben 4, 275b; in einzelnen gegenden noch jetzt gebräuchlich: snaidar, metitore, falcatore Schm. cimbr. wb. 233b;

sîn vater was ein snîder mit dem pfluoge. minnes. 3, 289a Hagen.


c) schneyder, auszstächer, scalptor Maaler 359d; ebenso mndl. snijder, sculptor, scalptor Kilian 2, 603b; vgl. mnd. belde-snider, anthropoformita Schiller-Lübben 4, 275b; in der heutigen sprache nur noch in zusammensetzungen wie holzschneider und dergl.; neyn meyster (der schreibtischmacher) schall mehr alse sulff voffte upper warckstede arbeyden .. doch so he eynen snyder darbaven holdenn will, datsulvige mach he wol dhonn. quelle bei Schiller-Lübben 4, 276a.
d) nur in älterer sprache: schneider, jemand, der schaden, nachtheil zufügt; vgl. schneiden II, 2: jetzt nur noch in zusammensetzungen, wie ehrenschneider und dergl.;

merker, haʒʒer, nîder,
sint des tiufels snîder,
die valscheit niht vermîdent,
und mit der zungen snident. renner 1143;

haʒʒer und nîder
und aller tugenden snîder. 17909.


3) von thieren.
a) weidmännische benennung eines geringen hirsches. Behlen 5, 524; ein schneider, ein schlecht jagdbarer hirsch. Nemnich 2, 965: zu geringem wildpret aber werden hirsch- und wildkälber, spieszer, gabeler, ... sechserte und achter (diese zweyerley gattung heiszen auch schneider um ihres leichten ansehens willen), item: alles wild, wildpret oder thiere gerechnet. Heppe leithund 71.
b) tachypetes aquila, fregattenvogel, von den seefahrern schneider genannt, weil er den schwanz oft abwechselnd wie eine schere öffnet und schlieszt Leunis synopsis der naturgesch. des thierreichs2 § 218, 9.
c) name verschiedener kleiner weiszfische, cyprinus nasus, c. alburnus Höfer 3, 105. Danneil 199b. Woeste 246a.
d) gelber schneider, name des molchs, salamandra maculosa Kehrein 1, 361.
e) im rotwelsch: der krebs wegen seiner scheren. Avé-Lallemant 4, 602.
f) name eines baumkäfers, lethrus cephalotes Oken 5, 1808. Zingerle 52a.
g) die langbeinige spinnenähnliche wandmilbe, phalangium Albrecht 204b; in Elberfeld: schnîder wipp op (op-wippen, in die höhe fahren, aufspringen), der gemeine webeknecht, phalangium opilio; auch der anfang eines spottliedes auf die schneider. niederd. korrespondenzbl. 2, 77. 8, 77.
h) die wasserjungfer, libellula Nemnich 3, 389; westfäl. blinne snider Woeste 246a.
i) schmetterlingsart, der grasschwärmer Schöpf 639. Kehrein 1, 361.
4) von pflanzen, blaue schneider, österr. name der kornblume, centaurea cyanus Pritzel-Jessen 86b.
5) schneidendes werkzeug, eine art messer: zuletzt sein sie im hals (des hirsches) uf ain solchs gewechs kommen, das kain messer oder schneider nit wellen verfahen. Zimm. chron.2 2, 131, 30. niederd. snîd'r, snîl'r im besonderen ein zweischneidiger langer spaten, grabscheit, womit die grabenkanten beim op-öwern (aufufern) zurecht geschnitten werden. niederd. korrespondenzbl. 11, 10.
 
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schneiderabend, m. die dämmerstunde Frischbier 2, 303a; s. schneiderstunde.

[Bd. 15, Sp. 1271]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneiderader, f.: ich weisz andere, denen es besser wäre, sie hätten statt ihres heldenmuths eine schneiderader im leibe. Göthe 8, 243; vgl. schneider 2, a.
 
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schneiderähnlich, adj.: im ganzen sind die jungen leute alle garstige, schneiderähnliche (unansehnliche) lümmel und die mädchen alle liebenswürdige, artige, niedliche ... äffchen. Cl. Brentano 8, 104.
 
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schneiderarbeit, f. arbeit, welche die schneider zu verfertigen pflegen Campe; mit rücksicht auf die sitzende lebensweise, opera sedentaria Stieler 47.
 
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schneiderauge, n. offener kasten der schneider unter ihrer werkstatt; vgl. (nachträglich zu auge 20, theil 1, 799): sie (die schneider) pflegen unter dem tisch einen kasten oder korb zu haben, den sie das auge nennen; dahinein werfen sie die tuchreste und wenn sie darum angegangen werden, so geben sie zur antwort, es wäre kaum so viel übrig geblieben, als womit man ein auge vollmachen oder bedecken könne; meinen aber damit ihren korb, nicht ihr auge. Butzbach wanderbüchl. 123; hey, du schalck, solt ich so manchs mal ein schämel nach dir geworffen haben, als offt du zevil geren geschnitten und ins aug geschoben hast, ich hette weder stül noch bänck mer im himmel. Wickram rollw. 187 Kurz; s. DWB schneiderhölle.
 
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schneiderberuf, m.: dabei wolle er seinen verbindlichkeiten nachkommen .. und seinem schneiderberufe sich aufs neue und mit mehr umsicht und glück widmen. G. Keller 5, 35.
 
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schneiderblut, n. blut, trieb, wie ein schneider hat; im kehrreim:

lustig blut, schneiderblut.
Schade handwerkerl. 181.


 
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schneiderblütchen, n., dimin. zum vorigen: (er begann) unwillkürlich, etwas gesuchter zu sprechen, und mischte allerhand polnische brocken in die rede, kurz, das schneiderblütchen fing in der nähe des frauenzimmers an seine sprünge zu machen und seinen reiter davon zu tragen. G. Keller 5, 26.
 
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schneiderbock, schneidersbock, m.
1) eine art gestell, auf dem die schneider sitzen, bildlich: ey dasz man jn nicht .. auff seinen nigrinischen schneiderbock setzet, jhme nadeln under das gesesz steckt. Fischart bienenk. 145b.
2) spottname der schneider Albrecht 204b. Hügel 142b. Spiesz 222; vgl. schneider 2, a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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