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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneekrater bis schneelinie (Bd. 15, Sp. 1237 bis 1238)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneekrater, m. mit schnee bedeckter krater; bildlich: wäre die geschichte rund herum dann nicht mit lauter schneekratern und eisbergen besetzt? J. Paul Levana 1, 11.
 
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schneekugel, f. kugel aus schnee; im vergleich: die sonne hing wie eine weisze blitzende schneekugel im blau. J. Paul Titan 1, 28.
 
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schneekuppe, f. mit schnee bedeckte bergkuppe: da die fernen schneekuppen bald verhüllt, bald heller oder dunkler, weisz oder rot sichtbar waren. G. Keller werke 1, 33.
 
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schneelandschaft, f. vom schnee bedeckte landschaft: warum nennen wir einen trüben, neblichten wintertag einen

[Bd. 15, Sp. 1238]


traurigen anblick? ist es darum, weil wir eine schneelandschaft an sich selbst widrig finden? Schiller 4, 303.
 
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schneelast, f. schwer lastender schnee: es wetterleuchtete hinter den bergen, und der falbe schein überflog auf momente die winterlandschaft, und deren düstere, unter der schneelast seufzende tannen. Gaudy werke 19, 14;

oft, wenn der greis anstaunte das stöbernde flockengewimmel
und des gebirgs schneelast.
Voss 3, 142.

bildlich: die äste einer solchen phantasie werden nicht von schweren gedrängten früchten, sondern von schneelast niedergebogen. J. Paul bei Campe.
 
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schneelawine, f. schneesturz von den bergen des hochgebirges (vgl. lawine 6, 394): es sey sonst diese, wie die übrigen dergleichen stellen, von einem weltgeistlichen versehen worden, der aber, als einstens eine schneelauwine einen theil des dorfs bedeckt, sich mit der monstranz geflüchtet. Göthe 16, 291; ich erkannte das haus nicht wieder. vor einiger zeit ist es durch eine schneelauwine stark beschädigt worden. 296; (ein fichtenwäldchen, das) die am fusze angesiedelten vor höher herabrollenden schneelawinen schützte. 48, 124;

dort, wo die schneelavine droht,
sasz er (Tell) am wolkenbach.
Seume (1826) 1, 260.

freier, wie schneewolke: und hier, übergossen von der still aus dem himmel steigenden schneelavine, sah er in die graue, wühlende, zitternde landschaft hinaus und in die weite von schnee durchbrochne nacht. J. Paul Hesp. 3, 57.
 
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schneeleib, m. leib weisz, auch kalt wie schnee:

dasz dies sein seitenquell ein feuerofen sei
in dem für groszer brunst zu denen, die ihn hassen,
der schneeleib brennend wird, der speer fast schmelzt entzwei.
Lohenstein bei
Campe.


 
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schneelein, n., dim. zu schnee; wenig schnee: wie mage das gesein sprach die fraw das du erfroren bist ist dann die kelte gröszer dann z Parisii umb eynes kleynen schneleins willen das nächten gefallen ist? Steinhöwel decameron 499, 15 Keller.
 
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schneelerche, f. die lerchenart alauda alpestris. Nemnich; die schneelerch, alauda nivoso tempore veniens. Frisch 2, 213a.
 
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schneelicht, n. das blendende licht des schnees: die strasze war nur vom schneelicht erhellt. Heyse kinder der welt 2, 31;

es war noch schneelicht! — auch bin ich hier aus dem land,
im klettern gut geübt an steiler alpenwand.
Werner 24. febr., 3. auftr.;

wenn der sterne schein am himmel
wolken löschen, fällt das licht,
weich, in flockigem gewimmel,
nieder auf die dunklen wege
durch das felsige gehege.
schneelicht heiszt es hier. — ihr wiszt
nichts davon im heiszen süden.
Müllner schuld 1, 2.

bildlich: das glänzende schneelicht des hofes (der das herz nicht erwärmender glanz des hofes). J. Paul Tit. 2, 98.
 
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schneelinie, f. wie schneegrenze: auf den alpen, vom fusz an bis zur schneelinie. Oken 3, 905; bildlich: der fürst — entrüstet über die kühnheit, die sonst nicht in der schneelinie der höfe, sondern nur in der demokratischen gleichenlinie wohnt. J. Paul Hesp. 4, 134; auf der hohen schneelinie des griechischen statuenprofils standen sämmtliche künstler. komet 3, 153.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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