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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneegestöbersflocke bis schneeglöckchenmuth (Bd. 15, Sp. 1234 bis 1235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegestöbersflocke, f. flocke des schneegestöbers:

blumenkelche, blumenglocken
folgen deinem reiselauf,
unter schneegestöbersflocken
suchst du mir was liebes auf.
Göthe 47, 181.


 
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schneegetümmel, n.:

ich bin im frein
behaust am besten, so im schein
der sonne wie bei schneegetümmel.
Immermann 13, 104 Boxberger.


 
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schneegewand, n. schnee als gewand gefaszt:

kaum risz der merz das schneegewand
dem winter von den hagern seiten. d. j.
Göthe 1, 271;

gehöret hab' ich, dasz hinauf am pol
es geben soll ein kühles winterland,
wo, alsobald dem schützen nahet Sol,
die ganze erde deckt ein schneegewand.
Rückert (1882) 5, 90.

übertragen, ein schneeweiszes gewand:

doch wer sind diese in des haines nacht
im schneegewand', umsäumt mit veilchenbläue?
Kosegarten 1, 209;

hoch auf der klippe, deren stolze braue
ernst niederschaut auf Conways hohlen strand,
stand Leofric der hagre, grause, graue.
in langen falten flosz um ihn sein schneegewand. 9, 204;

weisz und schwellend, wie des schwans gefieder,
wallt' ihr (der geliebten) schneegewand die hüften nieder,
in der abendsonne gold getaucht. 10, 31.

bildlich: feyerlicher als das gewand ihres leibes wird das schneegewand der ungekränkten unschuld ihre seele kleiden. rhapsodien 1, 200;

zarter jüngling, reifendes mädchen — auf dasz du der wonne
keuscher eh'-umarmung theilhaftig werdest — so wahre
wahre der unschuld schneegewand! sey keusch und sey züchtig! dichtungen 6, 194;

doch blickt sie (die unschuld) würd' und ruh; der spürhund argwohn wittert,
die dogge klatschsucht bellet um sie her.
ihr schneegewand bleibt weisz. ihr stuhl bleibt unerschüttert,
und ihre stirne wolkenleer. 12, 61.


 
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schneegewitter, n. schneewetter: daher geschihet es sehr offt, wann ein groszes langwühriges schneegewitter ist, dasz viel hüner entweder erhungern, oder sich gar in die höfe, wo es hüner und miststätten hat, begeben. Hohberg 2, 705a.

[Bd. 15, Sp. 1235]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegewölbe, n. gewölbe aus schnee; bildlich die gewölbte, schneeweisze weibliche brust:

bis ihn (Adam) sein holdes weib mit süszgespitzten lippen
zum fröhlichen versuch, sich munter dran zu nippen,
aus den geträumten dornen rief,
und ihm — gleich dem Montblanc im morgenperspectiv,
zwey schneegewölbe zeigt, an denen im betippen
kein finger bricht.
Thümmel reise 8 (1803), 17.


 
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schneegewölk, n. aus schnee bestehendes gewölk: etwann ein regengewülck darunder kompt, und bricht das schneegewülck in seiner operation, und resolviert es mit jhm. Paracelsus (1616) 2, 31 C; im düstern und von norden her sich heranwälzenden schneegewölk schwebte hoch ein geier über mir. Göthe 30, 219; aus den schneegewölken wachsen die einzelnen firnen der Vorarlgebirge. Gaudy 19, 11. im vergleich: dasz doch der griechische schleier, in eine goldene krone geschlungen, meinen hochzeitlichen putz verschönerte, der wie ein lichtes schneegewölke in den lüften schwamm und mit dem der zephyr scherzte. Musäus volksm. 2, 30 Hempel;

wohl silbern und schmelzend erklangs aus dem flusz;
es trieb mich, hinunter zu fliehen.
ich schwang mich vom felsen mit strauchelndem fusz,
sah's ferne, wie schneegewölk', ziehen.
Fr. Kind ged. 1, 169.


 
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schneegipfel, m. mit schnee bedeckter gipfel eines berges: marmorfelsen, der über mir hing, wo der adler spielte mit seinen jungen, wo die schneegipfel hinauf in den blauen äther glänzten. Hölderlin 2, 43 Köstlin; durch die grenzmarken des Frankenreichs nahmen sie (die Ungarn) im jahre 889 ihren weg nach Italien und verheerten die schlecht vertheidigte lombardische ebene von der küste des adriatischen meeres bis zu den schneegipfeln des groszen Bernhard. Giesebrecht 1, 171.
 
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schneeglanz, m. glanz des schnees: so einer lang in dem schneeglanz gewandlet hat und demnach an aabre grüne ort kummt, betrügt in noch lang die schneeblende. Zwingli 2, 1, 5 (vgl. oben 1, 31); schleier schützten ihr gesicht gegen die frische luft und gegen den schneeglanz. G. Keller werke 5, 38;

was ist das? ist es wol der keusche winter,
der mit dem schneeglanz deine flecken sauber
gemacht hat, dasz du strahlst als wie die lilien?
Rückert (1882) 1, 309.


 
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schneeglänzend, adj. vom schnee glänzend: die sonne geht herrlich unter über der schneeglänzenden gegend. Göthe 16, 100.
 
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schneeglöckchen, n. name verschiedener früh blühender blumen, anemone nemorosa, leucojum vernum, galanthus nivalis und soldanella alpina. Pritzel-Jessen:

ein schneeglöckchen entsprosz keimend dem grünenden grund.
Kosegarten dichtungen 7, 96.


 
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schneeglöckchenmuth, m.:

wer ist die, der's gelungen,
die wunderbare macht,
die die verwandelungen
des frühlings still vollbracht?
dasz veilchenschwermuthsbläue
erst aus schneeglöckchenmuth,
und dann aus veilchenscheue
wuchs rosenliebesgluth?
Rückert (1882) 1, 482.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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