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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneegefüllt bis schneegewölk (Bd. 15, Sp. 1233 bis 1235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegefüllt, adj. mit schnee gefüllt: schneegefüllte schluchten, wege.
 
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schneegeriesel, n. geriesel des schnees: der sturm risz die stehenden an hüten und mänteln und schlug mit eignen und fremden haaren und kleiderzipfeln nach ihnen und warf sie mit seinem schneegeriesel, das in dem schein der blitze wie glühender funkenregen an ihnen herniederstäubte. O. Ludwig 1, 363;

ich neigte meine reifbehangnen locken,
da stob ihr schneegeriesel auf die kränze,
und auf das kind, das drunter lag im schlafe.
Rückert ged. (1841) 90.


 
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schneegespiegelt, adj. vom glänzenden schnee gespiegelt, zurückgeworfen: im schein' des schneegespiegelten mondlichts. Baggesen bei Campe.
 
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schneegestalt, f.
1) schneeweisze form:

des kinnes weiche perl, der hals aus marmel-steine,
der achseln blancke milch, der stirne schnee-gestalt,
der adern warmer türcks, der leib aus helffenbeine,
sind tempel süszer lust, der seelen auffenthalt.
Lohenstein blumen 71.


2) schneeweisze menschengestalt: auf der hohen schneelinie des griechischen statuenprofils standen sämmtliche künstler,

[Bd. 15, Sp. 1234]


und pflanzten da glänzende glatte schneegestalten und folglich auch seine auf. J. Paul komet 3, 153.
 
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schneegestöber, n. stöbernder schneefall: schneegestüber, tempestas nivosa Frisch 2, 213a; allein statt dessen, wurde ich vielmehr durch die trübe witterung, so mit schnee-gestöber vermischet war, gantz blind. Plesse 1, 209; er schlenderte einige gassen in dem schneegestöber auf und ab. Eichendorff 2, 185; der sturm trieb ihm plötzlich ein so heftiges schneegestöber ins gesicht, dasz er mund und augen eine weile schlieszen muszte. P. Heyse kinder der welt 1, 321;

am sechsten tag im februar
hab ich halb fürchterlich, halb schön,
des strengen winters weisze pracht,
nicht sonder anmuth, mit bedacht,
ein schnee-gestöber, angesehn.
Brockes 7, 561;

zwar streute der weichende winter
bey nächtlicher wiederkehr oft von kräftig geschüttelten schwingen
reiff, schneegestöber und frost, und rief den unbändigen stürmen.
E. v. Kleist 2, 5;

in die wette mit einander wehen
alle winde: schneegestöber füllt
erd' und himmel; wie die leichen stehen
thürm' und meilenzeiger eingehüllt.
Göckingk lieder zweier lieb. 36;

jüngst als der märz
sich mit dem frost herumgebalgt,
doch schneegestöber, reif und hagel ihm
wild auf den wunden nacken fielen,
dasz er zu boden sank.
Fr. Müller 2, 367;

wen du nicht verlässest, genius,
wirst im schneegestöber,
wärmumhüllen.
Göthe 2, 71;

welch ein schneegestöber!
was für dichte flocken!
Platen 22a;

bildlich: ich bin recht leidlich auszer dem hals und mag gerne allerley thun. solang das geht werd ich in meinem schneegestöber aushalten, und schreiben und zeichnen, hernach komm ich und fahre mit ihnen ins conzert. Göthe briefe 5, 46 Weim. ausg.; durch dieses Eden (eine mondscheinnacht), worüber ein doppeltes schneegestöber von funken und von tropfen zwischen einem staubregen von blütendüften spielte und wirbelte. J. Paul Hesp. 1, 118.
 
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schneegestöbersflocke, f. flocke des schneegestöbers:

blumenkelche, blumenglocken
folgen deinem reiselauf,
unter schneegestöbersflocken
suchst du mir was liebes auf.
Göthe 47, 181.


 
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schneegetümmel, n.:

ich bin im frein
behaust am besten, so im schein
der sonne wie bei schneegetümmel.
Immermann 13, 104 Boxberger.


 
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schneegewand, n. schnee als gewand gefaszt:

kaum risz der merz das schneegewand
dem winter von den hagern seiten. d. j.
Göthe 1, 271;

gehöret hab' ich, dasz hinauf am pol
es geben soll ein kühles winterland,
wo, alsobald dem schützen nahet Sol,
die ganze erde deckt ein schneegewand.
Rückert (1882) 5, 90.

übertragen, ein schneeweiszes gewand:

doch wer sind diese in des haines nacht
im schneegewand', umsäumt mit veilchenbläue?
Kosegarten 1, 209;

hoch auf der klippe, deren stolze braue
ernst niederschaut auf Conways hohlen strand,
stand Leofric der hagre, grause, graue.
in langen falten flosz um ihn sein schneegewand. 9, 204;

weisz und schwellend, wie des schwans gefieder,
wallt' ihr (der geliebten) schneegewand die hüften nieder,
in der abendsonne gold getaucht. 10, 31.

bildlich: feyerlicher als das gewand ihres leibes wird das schneegewand der ungekränkten unschuld ihre seele kleiden. rhapsodien 1, 200;

zarter jüngling, reifendes mädchen — auf dasz du der wonne
keuscher eh'-umarmung theilhaftig werdest — so wahre
wahre der unschuld schneegewand! sey keusch und sey züchtig! dichtungen 6, 194;

doch blickt sie (die unschuld) würd' und ruh; der spürhund argwohn wittert,
die dogge klatschsucht bellet um sie her.
ihr schneegewand bleibt weisz. ihr stuhl bleibt unerschüttert,
und ihre stirne wolkenleer. 12, 61.


 
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schneegewitter, n. schneewetter: daher geschihet es sehr offt, wann ein groszes langwühriges schneegewitter ist, dasz viel hüner entweder erhungern, oder sich gar in die höfe, wo es hüner und miststätten hat, begeben. Hohberg 2, 705a.

[Bd. 15, Sp. 1235]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegewölbe, n. gewölbe aus schnee; bildlich die gewölbte, schneeweisze weibliche brust:

bis ihn (Adam) sein holdes weib mit süszgespitzten lippen
zum fröhlichen versuch, sich munter dran zu nippen,
aus den geträumten dornen rief,
und ihm — gleich dem Montblanc im morgenperspectiv,
zwey schneegewölbe zeigt, an denen im betippen
kein finger bricht.
Thümmel reise 8 (1803), 17.


 
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schneegewölk, n. aus schnee bestehendes gewölk: etwann ein regengewülck darunder kompt, und bricht das schneegewülck in seiner operation, und resolviert es mit jhm. Paracelsus (1616) 2, 31 C; im düstern und von norden her sich heranwälzenden schneegewölk schwebte hoch ein geier über mir. Göthe 30, 219; aus den schneegewölken wachsen die einzelnen firnen der Vorarlgebirge. Gaudy 19, 11. im vergleich: dasz doch der griechische schleier, in eine goldene krone geschlungen, meinen hochzeitlichen putz verschönerte, der wie ein lichtes schneegewölke in den lüften schwamm und mit dem der zephyr scherzte. Musäus volksm. 2, 30 Hempel;

wohl silbern und schmelzend erklangs aus dem flusz;
es trieb mich, hinunter zu fliehen.
ich schwang mich vom felsen mit strauchelndem fusz,
sah's ferne, wie schneegewölk', ziehen.
Fr. Kind ged. 1, 169.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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