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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneegalle bis schneegespiegelt (Bd. 15, Sp. 1232 bis 1233)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegalle, f. die pflanze galanthus nivalis. Nemnich 3, 11; auch leucojum vernum. Campe.
 
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schneegans, f.
1) bezeichnung der wilden gans, mhd. snêgans; schneegans, eine wilde gans, die vor dem winter von uns wegzieht, anser ferus, qui imminente nivis et frigoris tempore migrat in loca mitiora. Frisch 2, 213a; die nordische schneegans, anas hyperborea. Nemnich 1, 277; die wild gansz hat vil unnd mancherley namen, wirt aber auch von etlichen schneegansz genennt, darumb dasz sy anfangs desz winters, so der schnee vorhanden, bey uns jr wonung hat. Heuszlin vogelb. 61a; gestern haben sich einige schneegänse blicken lassen. Platen 212b; ain schneegans (lebt so lange wie) drey esel. Cl. Hätzlerin lxixb, 14; sprichwörtlich: alt wie eine schneegans werden. Eiselein 553;

o nein; wer ich wie ein schneegans,
vergesz ich nicht meins lieben mans,
den mir die keiserin hat hingricht.
Ayrer 506, 27 Keller;

das hand sy gsagt, und anders mee,
es thut mir in mim hertzen wee,
und wurd ich als ein schneegans alt,
die schand mir nymmermee empfalt.
Scheible kloster 8, 733,

vermeint, er wöll die fromkeit sparen
bisz er alt wird, wie ein schneegansz. ganszkönig H 6a.


2) name einer pelicanart: pelecanus onocrotalus schneegans Nemnich 4, 895; fulica, pelicha, schnegans Dief. 251a; disen vogel (onvogel) nennend etlich ein schneegansz, meergansz .. etliche underscheidend disen nit vom pelecanen oder löffler. Heuszlin vogelb. 182b.
 
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schneegarn, n. im jagdwesen ein garn, netz, mit dem bei tiefem schnee rebhühner gefangen werden. Behlen 5, 520; schneegarn, womit man die rebhühner auf dem feld bedecket, wann sie sich in den schnee eingraben, rete quo perdices sub nive latentes teguntur. Frisch 2, 213a; hingegen auch, wann der schnee nicht tieff genug ist, und die stoppeln herfür stechen, würde man mit dem schneegarn, das sich überall anhängen, und wegen seiner subtilitet leichtlich zerreiszen würde, gantz nichts ausrichten. Hohberg 2, 705b; das schneegarn ist allermaszen wie ein tyrasz, auszer dasz er gröszer und weiter, von weiszen subtilen doch starcken zwirn gestrickt. ebenda; oder sie (die rebhühner) werden mit dem tyrasz, auch mit den schnee-garnen überzogen, und mit dem raub-vogel nach der krücke zu fliegen, stille zu liegen verursachet. Flemming t. jäger 332a; (das rebhuhn) wird in diesem monat (december) noch gefangen, und, da es geschneyet, mit dem schnee-garn

[Bd. 15, Sp. 1233]


bedecket. 399b; ein gewisser autor schreibet auch von einem schnee-garne, und will hierinne eigentlich einen unterscheid zwischen diesen und dem tirasse machen, also dasz er diesen hüner-tirasz ohne zweifel wird gemeynet haben, dieweil man diesen weiten hüner-tirasz auch ein schnee-garn zu nennen pflegt, deswegen, weil er beym schnee am meisten gebraucht wird. Döbel jägerpr. 2, 192b.
 
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schneegebäude, n. gebäude von schnee; bildlich:

dich reizt das warme schneegebäude
der zauberischen Lais nie.
Karschin bei
Campe.


 
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schneegebirge, n. mit schnee bedecktes gebirge: schneegebirg, montes perpetuis nivibus obsiti Frisch 2, 213a; wenn in sehr hohen und gähen schneegebirgen durch den wind, oder durch einen vogel, oder auch nur durch den schall eine kleine handvoll schnee los wird. Hebel 2, 51; den duftigen kranz von schneegebirgen. G. Keller werke 1, 33;

Carl! — so tönts vom schneegebirge nieder!
Schubart ged. (1787) 2, 10;

im rosenschleier lächelt die sonne noch
von schneegebirgen freundlich ins quellenthal,
und kühler abendwinde fittig
kräuselt die fläche des stillen seees.
Stolberg 1, 107;

blicktest du (Homer) schon mit dichtergefühl
der sinkenden sonne,
die vom thrazischen schneegebürg',
über purpurne wallungen des Helläspontos,
dich begrüszte, in ihr flammendes gesicht! 121;

im winter tief im schneegebirg'
muszt' er (Spekbacher) umirren geh'n.
Rückert (1882) 1, 96;

bildlich:

die süszen flammen sind in meinem schnee vergraben.
der brüste schnee-gebirg' hat in sich Etnens brand.
und gleichwol kwillt hier milch, mit der sich seelen laben.
Lohenstein blumen (1680) 58.


 
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schneegebirgt, adj. als schneegebirge geformt; bildlich:

ihr brüste kämpfft für mich, ihr schnee-gebürgten brüste,
aus derer gipffel glutt mit rothen flammen schlägt.
Lohenstein blumen (1680) 71;

man sih't auf unser (der menschen) brust den herbst mit äpffeln prangen;
die schnee-gebirgte schoosz des winters bildung sein.
ja früling, sommer, herbst und winter theil'n das leben. 80.


 
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schneegefieder, n. schneeweiszes gefieder:

wohl sahen mich auch Latiums nymphen, mich
an jenen schilfgestaden, wo vormals oft
im weichen thau sein schneegefieder
singend Venusiums schwan gebadet.
Kosegarten rhapsod. (1801) 3, 47;

nicht so der schwan. er schwieg und fuhr den strom
hinunter in des selbstbewusztseyns ruh.
sein schneegefieder glänzte durch die nacht
der frevler rings um ihn, wie durch die welt
voll bosheit eine gute seele glänzt. dicht. (1825) 11, 256.


 
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schneegefilde, n. mit schnee bedecktes gefilde:

doch ein nordwind, den die anmuth,
die er sahe, zum zephyre
wandelte, liesz, ihr (einem mädchen) zu huld'gen,
weil er in dem schneegefilde
keinen platz dazu gefunden,
rosen ihrer wang' entsprieszen.
Rückert (1882) 5, 60;

der hufschlag flieh'nder rosse, die das schneegefild durchirren.
Gaudy 7, 120.


 
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schneegefüllt, adj. mit schnee gefüllt: schneegefüllte schluchten, wege.
 
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schneegeriesel, n. geriesel des schnees: der sturm risz die stehenden an hüten und mänteln und schlug mit eignen und fremden haaren und kleiderzipfeln nach ihnen und warf sie mit seinem schneegeriesel, das in dem schein der blitze wie glühender funkenregen an ihnen herniederstäubte. O. Ludwig 1, 363;

ich neigte meine reifbehangnen locken,
da stob ihr schneegeriesel auf die kränze,
und auf das kind, das drunter lag im schlafe.
Rückert ged. (1841) 90.


 
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schneegespiegelt, adj. vom glänzenden schnee gespiegelt, zurückgeworfen: im schein' des schneegespiegelten mondlichts. Baggesen bei Campe.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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