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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeflocke bis schneegäcke (Bd. 15, Sp. 1231 bis 1232)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeflocke, f.
1) flocke des schnees, mhd. snêvlocke: schneeflocke, floccus nivalis Frisch 2, 213a; wer wirds (die nahrung) ihnen (den schäflein) suchen, wenn jetzt der rauhe winter einbricht und schneeflocken die erde verstecken? Fr. Müller 3, 356; neue hügel und berge von schnee, und ein entsetzlicher wirbel von schneeflocken füllten die luft. Hebel 2, 164; der wind trieb einzelne schneeflocken in die offenen fenster herein. Heyse kinder der welt 2, 29;

(schäfer) dem sein schicksal verlieh eine hütte von dünnen
gewebten widerstand gegen die herbstlichen sturmwinde,
welche gefiedert mit schneeflocken, oder mit peitschenden
wolkengüssen daher kommen.
Karschin ged. (1797) 279;

schneeflocken wallen leise schwebend nieder,
der tropfen starrt zu eis in frost'ger haft.
Gaudy 23, 7.

im vergleich: jetzo fliehet eine weisze taube, wie eine grosze schneeflocke, blendend über das tiefe blau. J. Paul Hesp. 2, 247; tausend grosze in die ewigkeit geworfne himmel standen in unserm himmel als weisze spannenlange düfte, als lichte schneeflocken aus der unermeszlichkeit, als silberne kreise aus reif. 3, 138; aber deine worte sind wie schneeflocken, unnütz, und machen die luft nur trüber. Hölderlin 2, 119 Köstlin;

ich kan iu niht bediuten,
wie dick her zuo dem mâle
flugen gêr und strâle
gegen den tiutschen schocken,
reht als die snêflocken
winderzîten vallent nider.
Ottokar reimchron. 7387;

sô daʒ ir (der Tartaren) grôʒeʒ her
moht niht komen ze wer
an die Unger mit schocken,
die als die snêflocken
wâren unzellich. 23729.


2) name der pflanze galanthus nivalis. Nemnich 3, 11.
3) schneeweisze blüte eines baumes:

heuchelnd äffte lenzesmilde
herbst. argloser birnbaum traute,
trieb von neuem duft'ge schneeflock',
und vergasz des nahen winters.
Gaudy 8, 14.


 
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schneeflockenbaum, m. die baumart chionanthus. Nemnich; vgl. DWB schneebaum.

[Bd. 15, Sp. 1232]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeflockengleich, adj. und adv.: während die worte, um mich des homerischen gleichnisses zu bedienen, schneeflockengleich hernieder rieselten. Gaudy 10, 39.
 
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schneeflucht, f. zufluchtsort in den niederen gegenden, in den beim eintritt des schneefalls von den höheren plätzen das vieh gebracht wird. Schm. 2, 563. Stalder 2, 341.
 
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schneeflüchtig, adj. flüchtig vor dem schnee:

der frösch-herr hat das mer schne-flüchtig übermähet.
Rompler 87.


 
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schneeflur, f. die vom schnee bedeckte flur:

immer reizest du (mond) mich, wenn du durch das geweb',
das der lindenbaum webt, lächelnde blicke wirfst,
oder edelgesteine
über die blendende schneeflur streust.
Hölty 68 Halm.


 
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schneefräulein, n. bezeichnung einer weiblich gedachten geisterart, die schnee und unwetter verkündet. E. H. Meyer mythol. 122.
 
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schneefrei, adj. frei von schnee: schneefreie landschaft; die berge sind noch nicht schneefrei.
 
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schneefunke, m. kleinstes schneetheilchen (vergl. DWB funke 6, th. 41, sp. 599): dann die wärme unter dem stern im lufft resolvierts in ein wasser, und distillirt sich in tropffsweisz herab, das ist, ein jeglicher schneefunck gibt ein tropffen. Paracelsus 2, 87 B.
 
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schneefurche, f. mit schnee bedeckte furche: ich stand vor Jean Paul's grabe. ein dürftiger epheu ringelte sich neben dem marmor-obelisk, zu dessen füszen vater und sohn ruhen, aus den schneefurchen. Gaudy 19, 10.
 
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schneegäcke, f.
1) die dohle, corvus monedula, als oberdeutsch. Nemnich 2, 1245; in Düringen schelte für ein schwatzhaftes weib. Kleemann 19c.
2) die pflanze galanthus nivalis; ohne umlaut schneegacken Nemnich 3, 11 (vgl. DWB gacke und DWB gake für gäcke und gäke th. 41, sp. 1128. 1153, auch unten schneekacke).

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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