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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneckenhändler bis schneckenkönig (Bd. 15, Sp. 1218 bis 1219)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckenhändler, m. der mit eszbaren schnecken handelt: ich bin der Martin Haugerle und bin schneckenhändler aus dem reich. Raimund 1, 243 Glossy-Sauer.
 
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schneckenhanf, m. name einer langen, starken hanfsorte. Nemnich.
 
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schneckenhaus, n. haus, gehäuse einer schnecke; mhd. sneckehûs, sneckenhûs; coclea, schneckhausz, schneckenhausz, snegkenhus, snighenhus, sniggeshus Diefenb. 129b; cocleare, sneckenhus o. sneck ebenda; concha, sneckenhus, sneckhus, schneckenhus, schneckhus, schnegenhus 140a; conchile, sneckenhus, sneckhus, niederdeutsch sniggenhus, snighenhus ebenda; testa sneckenhusz 581a; man hat auch glintzerne und weisze kiszling unnd spat gepochet, und nach sand gesuncken, wie man etwan schneckenheuser zu asche gebrant, wie ausz unser frawen eisz sparkalck gebrant wird. Mathesius Sar. 194b; nimb ayerschalen und grosze schneckenheuser, eines so vil als des andern. Seuter roszartzn. 157;

das kleine schneckenhaus
hat weder holz noch stein;
der strausz an dem wirthshaus
hat keine blümelein. wunderhorn 2, 266 Boxberger.

übertragen: der erhabenste säulengang ist ihm (dem Italiener) nichts mehr als ein immondezzajo, der marmortempel ein schneckenhaus, in welches er bei wind und wetter kriechen, oder in dem er seine kürbisse aufstapeln darf. Gaudy 19, 96;

die waffensäle ringsum aufgeräumt;
da standen sie zu fusz, zu pferde,
als wären sie noch herrn der erde;
sonst waren's ritter, könig, kaiser,
jetzt sind es nichts als leere schneckenhäuser,
gar manch gespenst hat sich darein geputzt,
das mittelalter lebhaft aufgestutzt.
Göthe 41, 274.

[Bd. 15, Sp. 1219]


sprichwörtlich: aus einem schneckenhaus kommt kein leu heraus. Wander 4, 291; in einem schneckenhause hat kein löwe platz. ebenda. mit beziehung auf eine beschäftigung der kinder, für kinderspiel treiben, unnützes thun, schneckenhäuser sammeln. Wander 4, 291.
 
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schneckenhäuschen, n., dim. zum vorigen; übertragen auf die wohnung eines zurückgezogen lebenden: dasz sie, lieber sohn, sich alles und jedes antheils an politischen verhältnissen, also à plus forte raison, aller einmischung in partheyen, cabalen und intrigen gänzlich enthalten, sich ganz in ihr schneckenhäuschen zurückziehen, ihren geschäften mit möglichstem fleisz obliegen, .. ist, meiner überzeugung nach, das beste. Wieland bei Zolling Kleist in der Schweiz 168.
 
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schneckenhäusig, adj. und adv.: wenn ihn der unstern zwischen eigene langeweile und fremdes ärgernisz gutmüthiger aber schneckenhäusiger seelen stellte oder vielmehr setzte. Benzel-Sternau bei Campe.
 
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schneckenhäuslein, n. kleines schneckenhaus, mhd. snecken-hiuselîn: die alten haben schneckenheuszlein an der löffel statt gebraucht. Mathesius Sar. 192b; dann sie (die meerkrebse) wohnen in den lären häusern etlicher meerthieren, welche sich den schneckenhäuszlein etlicher gestalt vergleichen. Gesner fischb. 123a; man sagt, seine, des grafen, amptleut haben die pauren gleichwol scharpf und grim genug regiert, und haben schneckenheusle in fron lesen müesen. Zimm. chron.2 2, 523; etliche haben glatte, andere rauhe, etlich auszgezogene, andere eingezogene, etlich gehörnte, andere schneckenhäuszlin. Garg. 115b;

die pauren zogen wider haim, sie wolten sich basz besinnen,
da muesten sie erdbern und die morachen gewinen.
sie zogen wider heim und waren nit lang auszgewesen,
da muesten sie auch schneckenheusle lesen. Zimm. chron.2 2, 523.

übertragen, kleine aus zinn gegossene gefäsze, in denen die gekochten eszbaren schnecken aufgetragen werden. Jacobsson 7, 258a; s. DWB schneckenfäszchen.
 
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schneckenhorn, n. 1) das fühlhorn einer schnecke; sprichwörtlich: ein schneckenhorn stöszt keine beulen. Wander 4, 291; wem ein schneckenhorn beulen stöszt, giebt einen schlechten büffelkämpfer. ebenda. 2) schneckenförmig gewundenes horn; auch ein aus einer meerschnecke hergestelltes horn.
 
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schneckenkegel, m. in den taschenuhren schneckenförmig gewundener kegel mit parallelen einschnitten, um den sich die kette aufwindet. Adelung.
 
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schneckenklee, m. name für die kleearten medicago und scorpiurus. Nemnich.
 
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schneckenkohl, m. die kohlart brassica oleracea sabellica fimbriata. Nemnich.
 
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schneckenkönig, m. die schneckenart helix pomatia. Nemnich.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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