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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneckenfusz bis schneckengraber (Bd. 15, Sp. 1217 bis 1218)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckenfusz, m. fusz der oder wie der schnecke; bildlich:

zur wahrheit und zu dem, was wir doch wissen müssen,
schleicht man mit eckel nur mit späten schneckenfüssen.
B. Neukirch ged. (1744) 273.


 
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schneckengang, m.
1) gang, fortbewegung der schnecke; bildlich für langsamen gang, träges fortschreiten: wo sie (die justiz) aber ex officio ihrer pflicht genüge leisten muszte, ging sie, wie anderwärts, ihren schneckengang. Musäus volksm. 1, 22 Hempel; erhalte deine holde munterkeit der freyen, mit dir verwebten natur — fern von dem heiligen schneckengang eines ungebrauchten strafbaren lebens. Thümmel reise 7 (1800), 410; da aber das avancement im hannoverschen militäre einen so gewaltigen schneckengang gehet, so ist kaum in 10 jahren, wenn anders kein krieg wird, zu hoffen, dasz er fähndrich werde. Bürger briefe 2, 336; da nun zugleich das land abfällt, so kömmt man fort mit unglaublicher schnelle, die gegen den böhmischen schneckengang recht absticht. Göthe 27, 6; immer schnell, was ist das? ist es nicht schneckengang, den unser herz in süszer befriedigung und stillung nimmt? Fr. Müller 2, 157; komm mir wieder! rasch denn zeit weg! o des verfluchten schneckengangs! immer, immer gespannt und getrieben. zeit rasch weg; oder stocke alles! Lenz 1, 197; das gesez hat zum schneckengang verdorben, was adlerflug geworden wäre. Schiller räuber 1, 2; soll sich mein hochfliegender geist an den schneckengang der materie ketten lassen? 2, 1; der wiz der verzweiflung überflügelt den schneckengang der ruhigen weisheit. 5, 7;

o knechtschaft,
donnerton dem ohre,
nacht dem verstand und schnekengang im denken,
dem herzen quälendes gefühl. hist.-kr. ausg. 1, 133.

sprichwörtlich: es geht den schneckengang, macht langsame fortschritte. Wander 4, 291.
2) gang, der sich in schneckenförmigen windungen hinzieht:

[Bd. 15, Sp. 1218]


aber ich stieg nun ruhiger den schneckengang nach der königsstadt hinab. Seume (1826) 3, 92;

des felsens oft gewundnen schneckengang
erklomm ein wandersmann mit eil'ger hast.
Gaudy 17, 18.

in gärten ein gang, welcher in schneckenförmigen windungen sich zu einem mittelpunkte oder offenen platz hinzieht. Jacobsson 4, 17a; wendeltreppe: von dannen kamen wir durch einen verborgenen schnäkkengang oder wändelträppe hinunter. Zesen Ros. 52.
 
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schneckengänger, m. jemand, der langsam wie eine schnecke sich fortbewegt, geht: ja die leut treiben jhm zuzeiten die hund ausz dem weg, stillen die hund, wann sie unsere schneckengänger anbellen, geleiten jn, und schwätzen etwas mit jhm unterwegen, das jm der weg desz kurtzer werde. Fischart podagr. trostbüchl. J 4a.
 
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schneckengarten, m. garten, in dem eszbare schnecken aufbewahrt werden: zum beschlusz dieses capitels, musz ich auch etwas weniges von dem schnecken-garten gedencken, dasz man im sommer an einem verschlossenen oder mit wasser eingefangenen ort, der einen mürben oder etwas erhöheten boden hat, schnecken eintragen lasse. Hohberg 1, 66b.
 
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schneckengebläse, n. schneckenförmiges gebläse. Karmarsch-Heeren3 3, 727.
 
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schneckengehäuse, n. gehäuse der schnecke, siehe DWB schneckenhaus.
 
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schneckengetriebe, n. getriebe, welches eine schneckenförmige bewegung hat oder hervorbringt. Campe.
 
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schneckengewinde, n. schneckenförmiges gewinde; übertragen auf einen schneckenförmigen felsenweg:

ein ehern schneckengewind des steilen stufengangs schraubet
zu seinem ernsten gericht den ausgestosznen hinan.
Thümmel reise 10 (1805), 21.


 
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schneckengewölbe, n. ein sich schneckenförmig um einen pfeiler in die höhe windendes gewölbe, z. b. bei wendeltreppen. Jacobsson 4, 17a.
 
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schneckengleich, adj. und adv. einer schnecke gleich wegen der langsamen bewegung: schneckengleich davon gehen; mit beziehung auf die windungen des schneckenhauses:

mit perlen, glänzender als thau,
wird schneckengleich ihr schwarzes haar durchflochten.
Wieland 22, 199 (Ober. 5, 16).


 
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schneckengraber, m.: biersauffer, rubenschreyer, brotmaier, scherenschleyffer, thurnpfeiffer, schneckengraber, lederschaber. Fischart groszm. 15 neudr.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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