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schneckenblut bis schneckenerde (Bd. 15, Sp. 1216 bis 1217)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckenblut, n. das blut oder der saft einer schnecke: die alte fromme sage, dasz die hand, die den saamen dazu ausgestreuet, sich siebenmal bey jedem wurfe in schneckenblute waschen müssen. Lessing 10, 38; in den nachklängen der lügenmärchen:

nembt ein loth blawes von den wolckn,
dasz durch ein steinbock sey gemolcken,
und nembt auch ein halb pfund krebsfaist!
dasselb in schneckenblut eynbeist!
Ayrer 2544, 4 Keller.

sprichwörtlich, von einem langsamen menschen: er hat schneckenblut. Wander 4, 291. gewöhnlich von dem saft der purpurschnecke gebraucht, aus dem die purpurfarbe hergestellt wird:

lasts seyn, dasz wir bereits das theure schnecken-blut,
den ewigen asbest und reiches glasz vermissen!
Günther 654;

dir (Theodosius) musz das schnecken - blut in Tyrus kessel schäumen. 975;

der wände zierrath war getäffelt ceder-holtz,
disz stand mit teppichen und seidnen decken stoltz,
die noch von schnecken-blut und scharlach-saffte trieffen. 1070;

zumal an einigen (blättern der weinrebe), die aus der maszen schön,
vermogt mein auge sich nicht satt zu sehn,
die gantz zinnober-roth, wie reines schnecken-blut.
Brockes 1 (1739), 218;

kein dunckel rother sammt, kein purpur-schnecken-blut
ist voller, kräfftiger, gläntzt prächtiger und flammt
in so gefüllter zier. 3 (1739), 560.


 
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schneckenbohne, f. phaseolus caracalla. Nemnich 5, 515.
 
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schneckenbohrer, m. bohrer mit schneckenförmig gewundener spitze, terebra cochleatim in ligna penetrans. Frisch 2, 212c.
 
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schneckenbrecher, m. name für den fisch sparus ovis. Oken 6, 234.
 
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schneckenbrühe, f. brühe von gekochten schnecken, jusculum, saporem coctarum cochlearum referens. Frisch 2, 212c.
 
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schneckenbrut, f. brut der schnecken; auch schnecken überhaupt:

[Bd. 15, Sp. 1217]


zu wissen was dem bär die starken knochen füllt,
was in dem elend zuckt, was aus dem ochsen brüllt.
was in dem ocean für scheuszlich unthier schwimmet,
und welche schneckenbrut an seinem ufer glimmet.
Lessing 1, 175.


 
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schneckenbund, m. schneckenartiger bund von feuerwerkskörpern. Jacobsson 1, 331a.
 
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schneckendeckel, m. 1) deckel, mit welchem manche schneckenarten ihre gehäuse im winter schlieszen. 2) die versteinerung operculites. Nemnich 4, 772.
 
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schneckendrommete, f. schneckenförmig gewundene drommete:

ruft er (Neptun), den bläulichen Triton heran; und die schneckendrommete
heiszt er ihn füllen mit hauch, und zurück durch lautes geschmetter
brandungen rufen und ström'.
Voss Ovid 4, 74.


 
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schneckenei, n. ei der schnecke, plur. schneckeneyer, ovula cochlearum Frisch 2, 212c: die schneckeneyer bedürfen schon einer viel längerer zeit und meistens eines aufenthalts im freyen, ehe sie die vermehrten organe entwickeln können. Oken 4, 472.
 
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schneckenerde, f., s. DWB schneckensand.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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