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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnauzen bis schnauzhahn (Bd. 15, Sp. 1211 bis 1212)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnauzen, verb. in mehreren bedeutungen.
1) transitiv, mit schnauze versehen (nach schnauze 3); umlautend: eine kanne, einen topf schnäuzen, eine schnauze dran machen. Campe; im unumgelauteten partizip, nach schnauze 1, a:

es schmeckt nach lauter ewigkeit, so nimmermehr zerrinnt.
das dreigeschnautzte höllenthier kein ende ja gewint.
Schottel 898.


2) intransitiv, eine schnauze machen, den mund vorstrecken, wodurch er ähnlichkeit mit einer schnauze bekommt. Campe.
3) schnauzen, in grober rede, zornig und laut anfahren; unter

[Bd. 15, Sp. 1212]


anschnauzen th. 1, 447 zu schnauen, anschnauen gestellt, und als dessen frequentativ aufgefaszt, was grammatisch möglich ist; jedenfalls lehnt das sprachgefühl das jung bezeugte wort (erst bei Stieler 1906 die bildungen anschnauzen, beschnauzen, überschnauzen, während er das einfache schnauzen als nicht gebraucht erklärt) an schnauze 1, b an: ich schnautze, irascor, stomachor Steinbach 2, 474; der meister ist grob und schnauzt furchtbar in der werkstatt herum, sagte ein gesell; man kann nicht an allen orten sein, schnauzte der wirth. J. Gotthelf schuldenb. 382;

wären unfreundlich, grob und liederlich,
schnauzten und bissen sich unbrüderlich.
Göthe 13, 71.


4) schnauzen als nebenform zu schneuzen: ich schnautze, mungo, emungo, die nase schnautzen, nares emungere Steinbach 2, 474.
 
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schnäuzen, s. DWB schneuzen.
 
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schnauzenaffe, m. affengattung mit hervortretender schnauze.
 
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schnauzenassel, f. asselart mit langer schnauze. Oken 5, 611.
 
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schnauzenband, n. bei böttchern ein reif oder faszband, dessen ende an einer seite zugespitzt und mit kerben versehen ist, die sich in einander fügen. Jacobsson 4, 16a; auch schnauzband Adelung.
 
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schnauzenbrasse, f. brasse mit röhrenförmig verlängerter schnauze. Oken 6, 226.
 
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schnauzenform, f. bei den zinngieszern eine form, worin die schnauzen oder röhren der zinnernen kanne gegossen werden. Jacobsson 4, 16a.
 
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schnauzenkäfer, m. die käfergattung curculio, rüsselkäfer. Nemnich 2, 1324.
 
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schnauzennadel, f. art ostindischer schnecken, murex vertagus, entenschnabel. Nemnich 3, 647.
 
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schnauzenschnecke, f. art flügelschnecke, rostellaria. Oken 5, 491.
 
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schnauzhahn, m. bezeichnung des truthahns, seit dem frühen 16. jahrh. aus Amerika eingeführt und auch in Deutschland gezogen: schnauzhahn, coc d' Inde. Rondeau 505; übertragen auf einen sich spreizenden tropf, prahlerischen, sich kriegerisch gebahrenden menschen: ihr schlaftrunkene wolbesoffene kautzen und schnautzhän. Garg. (1590) 23; war eben auch zugegen ein alter erfahrener vom adel, ein rechter nasser kund und ein schnautzhan inn kriegen. 438; sintemal er nun ein schnautzhan und bruder Veits rottenmeister war. Kirchhof wendunm. 371a; was sie (die landsknechte) für krieger und dapfer schnauzhanen sein. Pape bettel- u. garteteufel O 6b; die alten wissen ihre sachen klüglicher anzugehen, als die jungen unbesonnenen schnautzhahnen. pers. rosenth. 6, 2; unter solchen (buhlern) war ein junger schnautzhann, dem sie das seil über die hörner warff und sich vor eine jungfer verkaufte. Simpl. 2, 182 Kurz; was gibts da für einen schnautzhanen? kunst üb. alle künste 41, 6 Köhler; ein junger schnauz, sive schnauzhan, juvenis perquam curiosus, effrons et audax. Stieler 1906; dim. schnauzhähnchen: ein ander solch schnautzhähnichen. maulaffe 191.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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