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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnauken bis schnausig (Bd. 15, Sp. 1208 bis 1209)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnauken, schnäuken, verb. (s. schneiken, schneuken), nach näscherei spüren, genäschig sein, schnüffeln; schnaucker, einer, der in alles gleichsam seine nase steckt, ein lecker; in entsprechendem sinne schnauckig, schnauckicht, schnauckericht Schmidt 202; vgl. Kehrein 1, 360. Pfister 264. ergänzungsh. 2, 34; schwäb. schnaicken, heimlich suchen, besonders um zu naschen; schnaickig, schnaicklich, naschhaft, heikel Schmeller 2, 566; schneicken, schnaicken, schneuggen, schnüffeln, nach art der hunde und schweine. schneickisch, schnäuggisch, von thieren und menschen Stalder 2, 342; in ein küchen kam ein schnaukender und naschender hund heimlich gelaufen. Kirchhof wendunm. (1603) 7, 194; darum kerend sie sich aus auf weltlichs ding und schnoiken auf die geschöpfd durch fürwitz. Keisersberg hellisch löw a 6b; das fünfzeht laster ist schnoikerei, es ist denn, do ein mensch alle ding will erfaren, die im nit zustond zu wissen. seelenpar. vorr. 4a. vgl. Kehrein gramm. d. 15.—17. jh. 1, § 131; vgl. das nd. snkern, hochd. schnökern.
 
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schnaumast, m., s. DWB schnaue.
 
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schnaupe, f. schnauze, protuberans os Stieler 1907; schnauzenähnlicher theil an gegenständen: ein helm mit einer schnaupe, schnaupe am hut. ebenda. kanne, lampe mit einer schnaupe, schnaupenkanne; schnaupe an einer haube, haubenschnaupe. Kramer deutsch-italien. diction. (1702) 2, 621b, die dochtschnuppe Adelung, ebenda als eine art von feilen, die die uhrmacher brauchen. schnaupa, krempe am hut Sartorius 112. schnaupe an der kerze:

sei du der kerze gleich, die sich in demuth putzt,
und um so heller brennt, wenn man die schnaup' ihr stutzt.
Rückert (1882) 8, 263.

die eigentliche bedeutung, mundartlich noch lebendig, erscheint nur in älterer sprache; besonders in der wendung die schnaupe einziehen, womit der übergang von trotzigem beharren, überhebung zur nachgiebigkeit bezeichnet wird: die pauren werden nun mer die schnaupen hinein ziehen. Schade sat. u. pasqu. 3, 155; da ziehet sie die schnaupen ein, schmucket sich wie ein schiltkrott under die schal, und will die oren nicht mehr herfür recken. Fischart bienenk. 38b; darauff er die schnauppe

[Bd. 15, Sp. 1209]


ein, und er selbst fortgezogen. Philander 1, 320. eigenthümlich: schnauppe, anzügliche rede (Ulm) Klein prov.-wb. 2, 133. in diesem sinne (?): das ist, antwortet das pfäflin, ein ander schnaupen. Bebel (1589) 290b.
 
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schnaupen, verb. mit einer schnaupe versehen: eine geschnaupte kanne (kanne mit schnauzenähnlichem ansatz). Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 621c. als nebenform zu schnauben bei Steinbach 2, 473.
 
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schnaupen, m. schnupfen: defluxio ad nares, coryza, pfnüssel, schnauppen. Golii onomast. (1582) 252.
 
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schnaupicht, adj. schnüfflich: ein schnaupichter, fingerleckigter reutersjung. wiszbad. wisenbr. 42. schnaupig in gleichem sinne bei Campe; vgl. nd. snopen, naschen; snoopsk, vernascht. brem. wb. 4, 896, snopen und snôpen bei ten Doornkaat Koolman 3, 247b.
 
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schnauptuch, n., s. DWB schnaubtuch.
 
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schnausegel, n., s. DWB schnaue.
 
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schnausen, verb.: schnause, fremo, indignatione bullio Steinbach 2, 473: die brauset, sauset und schnauset, sumbt und prumbt, gurrt und murrt, schilt und pilt. Mathesius Sir. 2, 100a; in der bedeutung berührt sich dies wort mit den nahestehenden bildungen schnauben, schnaufen, schnauken. es ist nur mundartlich, in ober- und mitteldeutschen gegenden, in gebrauch, und bedeutet schnauben, schnüffeln, herumstöbern, naschen, stibitzen, aber auch saugen, vgl. Schm. 2, 584. Stalder 2, 340. Tobler 396b. Hunziker 228. Seiler 259b. Pfister 262. ergänzungsh. 2, 34.
 
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schnausicht, adj. frendens Steinbach 2, 473; s. das vorhergehende zu anfang.
 
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schnausig, adj. herumschnüffelnd, genäschig (s. DWB schnausen) Hunziker 228. Stalder 2, 340. Kehrein 360.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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