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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnapps- bis schnarcheln (Bd. 15, Sp. 1177)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnapps- (schnaps-) trinker,m. gewohnheitsmäsziger brantweintrinker.
 
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schnapps- (schnaps-) wirt,m. gastwirt, der besonders schnapps verkauft.
 
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schnapptuch, n. jagdtuch, welches man auf- und niederziehen kann, auch falltuch. Jacobsson 4, 15a.
 
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schnappung, f. handlung des schnappens, nach verschiedenen bedeutungen des verbums; nach 1, 5 und 6: schnappung, desiderium vehemens, appetitio flagrans, inhiatio, loquacitas, garrulitas Stieler 1893; nach 7, das wanken, straucheln; snabung, cespitatio Dief.-Wülcker 842.
 
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schnappwage, f. schnellwage, im gegensatz zu balkenwage: da das gesetz vom 12. febr. 1858 nur von der stempelung der schnapp- und balkenwagen spricht. Frankfurter presse 1871, nr. 138.
 
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schnappweife, f. weife mit einer vorrichtung zum schnappen, die nach einer gewissen zahl umläufe in thätigkeit tritt: schnapweiffe ist eine von holtz verfertigte und ausgespannte machine, worüber das gesponnene, und von der spuhle lauffende garn gespannet und in gebind und strehne geschlagen wird. so oft ein gebinde voll ist, thut der unten daran hängende höltzerne hammer einen klapp. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1742; die schnapp- oder zehl-weiffe. öcon. lex. 2608.
 
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schnar, s. DWB schnarr und DWB schnarre 2.
 
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schnarch, m. nominalbildung zu schnarchen: leusz imm beltz, flöhe in hosen .. dreck im mawl, den schnarch in der nasen und die speysz im schlung. Lindener Katzip. 371.
 
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schnarchconcert, n. scherzhafte bildung: ihnen wird ein anderes quartier im schlosz angewiesen werden, wo sie durch meine nächtlichen schnarchconcerte nicht ferner molestirt werden können. Heyse kinder der welt 2, 188.
 
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schnarchel, (m.?) sternitus Dief. nov. gl. 348a (das niesen). vgl. preusz. schnorgel, nase, schnauze, als masc. vorlaute person. Frischbier 2, 307b.
 
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schnarcheln, verb., iterativbildung zu schnarchen, vgl. das., mhd. snarcheln Lexer handwb. 2, 1024: sternutare .. hd schnarchlen, schnorchlen Dief. gl. 552a; stertere .. hd. schnarchlen, schnorchlen Dief. gl. 552a; stertere .. hd. schnarchlen, schnarcklen ebenda. nov. gl. 348a; schnarchlen, starck schlaaffen, stertere, rhonchissare, proflare pectore somnum. das schnarchlen, rhonchus Maaler 359b; ich schnarchle oder schlaf hert, rhonchisso, sterto. Calepin (1570) 1389; das schnarchlen oder schnarchen, ronflement Hulsius 286b; schnarchen, schnarchlen, ronfare, ronfeggiare Kramer teutsch-ital. dict. 2, 619c; es findet sich besonders vom 15. bis in den anfang des 17. jahrh., dann wird es durch schnarchen verdrängt: S. Augustin spricht, es ist unzimlich, das ein mensch da ligt zu schnarcheln und die sonn ee uf ist weder der mensch. Keisersberg brösaml. 1, 33a; darnach hat er (Alexander) .. jm (dem pferde) sein halsz und kamm gestreifft und angriffen, und als er das nit weniger freydig befunden, und gehört wie das geschnarchlet .. ist (er) .. dar auff gesprungen. Plut. (1534) 3a; er schnarchlet tag und nacht. Bolz Terenz 80a; seim schwager dem were der atem

[Bd. 15, Sp. 1178]


etliche mal so lang im schnarchlen uszbliben, das er oftermals besorgt, er were erstickt. Zimm. chron.2 4, 284, 8 Barack; der schneider .. sahe von weitem, ob er die riesen jrrgend sehen möchte, doch nach langem suchen, sie under einem baum schlaffen fand, und schnarchleten, dasz die äst an den bäumen sich bogen. wegkürzer 11a; die delphin .. so sie schlaffen, strecken sie dieselbige (die luftröhre) zu dem wasser herausz, werden zu zeiten erhört schnarchlen. Gesner fischbuch 94a; wann ein verwundter .. mit der nasen schnarchelt .. disz alles seind böse zeichen. Würtz wundarzn. 290;

der ein reupschet mit seinem kotz,
der ander schnarchelt in dem rotz.
Wickram Obsopeus F 1a.

jetzt nur noch in einigen mundarten, so schweizerisch Stalder 2, 339. Seiler 259, lusernisch snarcheln Zingerle 52a, bair. schnarkeln und schnurkeln, schnürkeln Frommann 3, 279, 24. Schm. 2, 582; elsässisch schnurcheln schnarchen, röcheln, stark schnauben, beriechen Klein 2, 138; vgl. DWB schnurkeln raisonnieren Hügel 211a (veraltet). ferner hessisch schnercheln 'ein sprechen in überaus hoher tonlage, mit eigenartigem schnarren' Pfister 263, vgl. nd. schnoergeln Schemionek 36, schnorgeln, schnörgeln, schnurgeln Frischbier 2, 307b, snörgeln vom ton einer unreinen pfeife Woeste 246b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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