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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnapps bis schnapps- (Bd. 15, Sp. 1176 bis 1177)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnapps, schnaps, interjection, aus dem vorigen subst. entwickelt, zur bezeichnung einer hastig zufahrenden, mit einem laut verbundenen bewegung (vgl.schnapp); bereits altbezeugt: schnaps, da ligt er und alle seine macht zu boden. Luther tischr. 77a; und käm' ihm eine (fliege), schnaps schlüg er sie .. todt. Claudius 1, 12; wo er eins habhaft werden kann, schnaps! hat ers beim kopfe und rupfts. Göthe 14, 84;

nur mich laszt ungeneckt!
sonst hängt euch, schnaps! am munde
ein schlosz! wiegt tausend pfunde.
Bürger 21a;

sonst mit dem letzten athem fuhr sie (die seele) aus,
ich paszt ihr auf und, wie die schnellste maus,
schnapps! hielt ich sie in fest verschlosznen klauen.
Göthe 41, 323;

im ablautspiel: niederd. snapps und snupps brem. wb. 4, 880;

er maint, ich sol pleiben im stall,
ja schnibs! schnabs! ich thues nit so pall.
H. Sachs fastn. sp. 7, 91, 154;

als adverb verwendet, zur bezeichnung höchster schnelle: so war es ihr schnaps (sofort) fürgetragen. Bebelii facet. (1589) 309a; es war schnapps vorbei, raptim elabebatur Steinbach 2, 472; im mnd. galt snaps auch als adj., plapperhaft, geschwätzig, garrulosus Schiller-Lübben 4, 268a (vgl. dazu schnappen 1).
 
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schnappsack, m. wie knappsack theil 5, 1350 fg., sack eigentlich zum mitführen von mundbissen auf der wanderung (vgl. DWB schnappen 5, d), dann überhaupt tragsack, ranzen; vom niederdeutschen snapp-sakk, ranze, renzel, reisesack, worin die fuszgänger ihr essen haben (brem. wb. 4, 881), in die schriftsprache gekommen: schnappsack, ein sack oder beutel, trockne speisen darinn auf reisen aufzuheben und mitzuführen. Jacobsson 4, 15a; schnapsack auf dem rücken. Pierot 2 (1743), 208; dasz Diogenes zum ersten grundsatz seiner filosofie gemacht hat, alle seine bedürfnisse, oder alles was er, auszer einem ziemlich kurzen und abgetragenen mantel, auf der ganzen welt besitzt, in einem mäszigen schnappsack auf der schulter mit sich herum zu tragen. Wieland 35, 66; da er sein brod aus seinem schnapsack herausnahm. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. (1831) 3, 30; zerlumpte bettler mit dem schnappsack. G. Keller werke 2, 187;

reget sich was, gleich schieszt der jäger, ihm scheinet die schöpfung,
wie lebendig sie ist, nur für den schnappsack gemacht.
Schiller 11, 124;

nur herunter mit dem schnappsack!
Platen 250.


 
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schnappsbruder, schnapsbruder, m. scheltwort für einen gewohnheitsmäszigen brantweintrinker.
 
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schnappsbude, schnapsbude, f. bude in der schnapps verkauft wird.
 
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schnapps- (schnaps-) bulle,f. bezeichnung der brantweinflasche in niedriger rede, vgl. DWB bulle th. 2, 513. übertragen auf eine person, welche gern und viel schnapps trinkt. Campe.
 
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schnapps- (schnaps-) buttel,f. brantweinflasche; aus dem volleren schnapsbouteille (Voss br. 2, 377) volksmäszig gekürzt; zumal in Norddeutschland.
 
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schnäppschen, schnäpschen, n. kleines gläschen brantwein: ein schnäppschen trinken, zu sich nehmen.
 
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schnappseln, verb. oft und gern dem brantwein zusprechen. Schöpf 837.
 
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schnappsen, verb.
1) den laut schnapps von sich geben, verursachen. Adelung.
2) auch schnapsen geschrieben, schnapps trinken, wort des gemeinen lebens; niederd. snappsen einen schluck brantwein nehmen (gemeiniglich vom gemeinen volke im verächtlichen sinn gesagt) brem. wb. 4, 880; er schnapse gern vor dem essen (versetzte Knol zu Walts erstaunen über ein solches postillionszeitwort von einem stadt- und hofmann). J. Paul flegelj. 1, 70; transitiv: zwei, drei gläser rum schnapsen Campe; dem brantweingenusz ergeben sein: er schnapst, ist ein brantweinsäufer; weil ich den brief selbst zur post trage, da der bediente

[Bd. 15, Sp. 1177]


durch schnapsen stets zwischen schlafen und wachen ist. Niebuhr leben 3, 79.
 
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schnapps- (schnaps-) flasche,f. flasche für oder mit brantwein.
 
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schnapps- (schnaps-) geld,n. geld zu schnapps, wofür man schnapps kauft oder trinkt. Campe.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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