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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnapperei bis schnappgalgen (Bd. 15, Sp. 1173 bis 1174)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnapperei, f. blateratio, spermologia, dicacitas. Stieler 1893.
 
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schnapperhaft, adj. dem schnappern ergeben: schnapperhaftes weib, foemina frigutiens et tinniens, schnapperhaftes maul, locutor frivolus, futilis, verbosus, schnapperhafte lieder, cantiunculae fescenninae Stieler 1893.
 
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schnappericht, adj. wie schnapperhaft. ebenda.
 
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schnapperliedlein, n. kurzes schnitterliedchen Schm.2 2, 577. 587; schnapperlieder, cantiunculae fescenninae Stieler 1893; schnapperliedersängerinn, cantionum cinœdicarum psaltria 2029.
 
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schnappermaul, n. schwatzendes maul, in derber volksmäsziger sprache: halt dein schnappermaul!; auch scheltwort für eine schwatzende person, besonders ein schwatzhaftes mädchen: du schnappermaul!
 
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schnappern, verb. oft und mit zungenfertigkeit plaudern, schwatzen, mit dem beisinn des unüberlegten; häufigkeitsbildung zu schnappen 1, mnd. snapperen Schiller - Lübben 4, 268a; schnapperen, lingua celeri et exercitata, ventosa et enormi loquacitate esse, verbis humidis et lapsantibus diffluere, funditare vocum turbas, inscite nugari Stieler 1893; wenn man betet, soll man nicht schnappern, non sunt praecipitanda inter orandum verba. ebenda; die zunge, die schnappert daher. Luther 4, 510b.
 
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schnapperwesen, n.: (sie wollen, dasz man) allein das evangelion sage, oder doch darüber gar eine kurtze vermanung

[Bd. 15, Sp. 1174]


thue, und dieweil ander gebreuchlich gesenge ubergehe ... und alles kurtz uberlauffe, wie man denn solchs schnapperwesen im bapsthumb jegermessen genennet hat. Spangenberg jagteufel (1560) Lb.
 
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schnapperwurz, f. die pflanze lathrae squamaria, schuppenwurz, zahnkraut Nemnich 3, 340; als schlesisch Pritzel-Jessen 203b; bei Adelung schnappenwurz.
 
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schnappfeder, f. schnappende feder, z. b. an einem schlosse.
 
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schnappführer, m. anführer einer räuberbande. Campe als oberdeutsch.
 
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schnappgalgen, m. schnellgalgen, an welchem verbrecher schnell in die höhe gezogen und wieder herabgelassen werden; einst zur hinrichtung von soldaten im kriege üblich (vgl. oben unter schnappen 3 am ende). auch name der wippe: schnappgalge, galge älterer form, an welchem die verbrecher (kleine diebe, huren u. dgl.), meistens in einem korbe, aufgezogen, und entweder plötzlich in das wasser getaucht, oder wenigstens schnell herabgelassen, wieder hinaufgezogen und wieder herabgelassen wurden. Vilmar 114.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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