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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnalzer bis schnappab (Bd. 15, Sp. 1167 bis 1169)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnalzer, m., zum vorhergehenden gebildet: schnaltzer, talitrum Dief. 572a, nasenschnalzer Adélung unter schnalzen (s. DWB schnalzen 2, b); einen schnaltzer thun mit der peitsche. Kramer teutsch-ital. dict. (1702) 2, 618a. Hügel 141b (schnalzen 2, a), dann auch knall, krach Schöpf 636. Schmeller 2, 574; zu einem dummen: du hast den schnalzer überhört (doch wol der peitsche). idiot. austr. 119, vgl. Schöpf a. a. o.; da hab ich auf einmal, wie die Tyroler den schnalzer gehört, bin gescheit geworden. Schm. 2, 574. ein schnalzer mit der zunge Campe (schnalzen 2, d). possen, alberner oder lustiger einfall (zu grunde liegt schnalzen, schnellen, vgl. DWB schnall und DWB schnalle 6); verblaszt: er wil uns mit aller gewalt zum lachen zwingen; wir wollen ihm den possen thun, und allzeit sauer sehen, so offt er einen schnaltzer fahren läst. Weise erzn. 169 neudr. persönlich, ein schelm: es war aber ein schnaltzer von dieser gesellschafft, ein aichbruder, ein storger, ein schurck. Philander 2 (1650), 587.
 
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schnalzkraut, n. silene inflata Pritzel - Jessen; sieh schnalle 7, c.
 
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schnälzlein, n.: die alt thuet im ain schnelzlein nach (ein verächtliches schnippchen). H. Sachs fastn. sp. 7, 25 neudruck; s. DWB schnalz.
 
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schnalzung, f., belegt bei Stieler 1889.
 
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schnäpel, m. fisch salmo lavaretus. s. DWB schnepel.
 
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schnäper, m. in Pommern der fisch cyprinus nasus, die nase. Nemnich 2, 1365.
 
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schnapf, für schnapp (s. d.), beutegang, raub (s. d. 4): mit seidenen strickleitern, welche .. die so auf solchen schnapf ausgehen, gemeiniglich bei sich führen. Mandelslo bei Olearius pers. reisebeschr. 94.

[Bd. 15, Sp. 1168]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnapfen, verb. für schnappen, in der bedeutung schwatzen, plaudern:

schnapfen, klaffen, lellen, schnallen. renner (Frankfurter druck 1549) 82;

clevisch als snaffen, sneffen, garrulare Dief. 258a; für gierig zufahren: (der hai) wirft sich auf den rücken und schnapfet von unten hinauf. Mandelslo bei Olearius pers. reisebeschr. 105; in der bedeutung niederlage, schlappe erleiden: ich denck, er hab mich darum bey sich gehalten, dasz er vielleicht sorg für mich gehabt, weil ich nemlich Thalackers reitern anhieng, und mit ihnen ritt, dasz ich irgend darüber möcht schnapfen. Götz v. Berl. 48.
 
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schnapp, m. handlung des schnappens, einmaliges schnappen, nach den verschiedenen bedeutungen des verbums; erst im späten mhd. als snap auftretend (Lexer mhd. handwb. 2, 1023).
1) plötzliches öffnen des mundes unter gleichzeitigem zufahren; besonders von gierigen thieren: der walfisch verschluckt jn ains schnaps. S. Münster cosmogr. 1420; einen schnapp nach etwas thun, auf éinen schnapp, von hunden Adelung; daher der hund selbst als ein schnapp bezeichnet:

zunächst am ofen sasz, mit seinem groszen schnapp,
ein Nimrod.
Schmidt kom. dicht. 263;

der fisch geht auf den schnapp (versucht den köder an der angel zu schnappen). Krünitz 13 (1786), 598;

der hai that einen schusz und schnapp,
doch am gebisz vorüber knapp
ist ihm der kühne held geschwommen.
Lenau 331;

auch von menschen:

den halt man für ein praffen mann,
der ein paar viertl in eim schnapp auszsauffen kan.
Sutor latinum chaos (1716) 219;

auf das was durch den schnapp erfaszt wird, bezogen; schnapp (neben schnapps) quantum hianti ore una vice capitur, auf einen schnapp, una oris captura Frisch 2, 211b.
2) von dingen, plötzliches zusammenklappen: einen schnapp mit der schere thun; mit dem schnapp des schlosses ist die thüre zu. niederd. auch der von der geöffneten und dann gleich wieder zugemachten thüre ausgehende luftstosz: den snap krîgen, von diesem luftstosze getroffen werden. Schambach 199a.
3) bild für plötzliche geschwindigkeit in der formel im schnapp: in einem schnap hierüber alsbald viel votiert und zu end geschlossen. Birlinger augsb.-schwäb. wb. 400a; auch niederd.: mit enem snapp, in der gröszten eilfertigkeit, sehr geschwind brem. wb. 4, 879; mit ên snap, in einem augenblick, sofort ten Doornkaat Koolman 3, 237b.
4) schnapp für plötzlichen räuberischen überfall, straszenraub: dann ob er gleich wol die schlösser und stettle also im schnap nit konte überziehen, so verbrennt er doch die dörfer. Zimm. chron. 22, 209, 9.
5) besonders in der sprache des 16. jahrh. einen schnapp nehmen, leiden, räuberischen oder kriegerischen überfall, schlappe, niederlage erleiden: die Römer wolten solchs rechen, da namens den schnap darob. Aventin bair. chron. 1, 384, 31; es namen mêrgenant brüeder, dieweil si miteinander kriegten, noch mêr ein schnap, verlurn auch alle land, so ehem des wasserfluesz Tygris ligen. 416, 6; daran der feind musz ein schnapp oder nachtheil leiden, dar ausz jm das hertz entfellt. Fronsperger kriegsb. 1, 134b; in freierer anwendung: man handelt sie (die prediger) ubel, darumm werden wir in kürtz erfaren, wie unsere kirchen werden ein schnap nemmen. Luther tischr. 183a; nimet er aber einen schnap, dasz er erschepft wirt. 339a;

so mein ehr hat ein schnap genumen,
und bin auch umb mein gut schir kumen.
H. Sachs 1 (1558), 319d;

das nit etwan nemest ein schnap,
das dir werd ein volle kap (strafe, züchtigung).
Wickram Obsop. L 4b;

noch jetzt in Düringen schnapp kriegen, ungemach bekommen, etwas wegkriegen, auch empfindlichen verlust erleiden durch sinken des preises. vgl. auch das fem. schnappe 4.
6) schnapp, bezeichnung des rotzes, nasenflusses, in Hamburg und Holstein. brem. wörterb. 4, 880. Schütze 4, 138; ebenso in Pommern: snapp, der rotz aus der nase Dähnert 436b; gehört nicht zu dem vorhergehenden, sondern entspricht dem mnd. snop, snoppe (das auch als snap, snappe vorkommt Schiller-Lübben 4, 278) und hochdeutschem schnupfen, s. d.
 
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schnapp, interjection, aus dem vorigen subst. entwickelt, zur bezeichnung einer hastig zufahrenden mit einem laut verbundenen bewegung: schnapp fuhr die thür zu, schnapp kippte das bret

[Bd. 15, Sp. 1169]


um, schnapp sprang das schlosz zu, schnapp hatte er es weg Adelung; in niederd. mundarten: snapp hadde he 't weg! brem. wb. 4, 880; snapp sprung dat slot to. ebenda; ebenso ostfriesisch ten Doornkaat Koolman 3, 237b; oberdeutsch in adverbialer verwendung zur bezeichnung höchster schnelle: schnapp flux darauf. Schöpf 637. im ablautspiel schnipp schnapp; als name eines kartenspiels schnipp schnapp schnurr Andresen volksetym. (1889) 304, erweitert auch schnipp schnapp schnurr apostolorum, verderbt bostelorum, bastelorum Vilmar 363; snip snap snur baselorum (in Fallersleben) Frommann 5, 294; vgl. unter schnipp.
 
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schnappab, adv.: meine regulen werden kurtz und guet seyn, und damit schnappab. Schwabe tintenf. 17. angelehnt an den imperativ von abschnappen in der bedeutung im reden einhalten (theil 1, sp. 106), zum abschneiden eines widerspruchs gebraucht.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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