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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnall bis schnallengieszer (Bd. 15, Sp. 1161 bis 1165)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnall, m. (vgl. DWB schnallen, schnellen), mhd. snal, snalles, rasches, elastisches bewegen oder bewegt werden, z. b. einer sehne, schnippen des fingers, laut, der bei einer solchen bewegung entsteht. mhd. wb. 2, 2, 446b. Lexer mhd. handwb. 2, 1023. Karajan zu Seifried Helbling 4, 369. schwung der sehne, des bogens:

in die schock si schuʒʒen,
daʒ die senib erduʒʒen
und nâch dem snall erklungen.
Ottokar reimchron. 16119;

mit hervorhebung des dabei entstehenden lautes: darnach nimb ein zang, fasz die haut darmit vornen an der stirnen zwischen bayden ohren, so thuet es einen schnall als ob du ein armbrost abdrucktest. Seuter rossarznei 407. von der kugel im glücksspiel:

noch ligt die kugel in dem schnall (sie ist noch im schwunge?)
uff und ab dantz (dantzt?) sie wie ein ball.
Brant narrensch. xxxvii Zarncke.

schnelle bewegung, im schnall, im nu Stalder 2, 339. elasticität, schnellkraft: die weil man das fleisch nit pfetzen mag, so ist es nit genug gebraten, wann es ist noch im schnall und widerstot dem pfetzen. Keisersberg brös. 2, 80b. vgl. die unter pfetzen 2, c theil 7, sp. 1695 aus Keisersberg angeführte stelle. widerschnall, ictus contrarius, repulsus Maaler 497a. schnellende bewegung: so ist also die ungestümmigkeit desz salpeters und mercurij, also gewaltig in jhrem brinnen, dasz sie so unglaublich ein schnall thutt, von seiner statt ausz auff einander, dasz es alles gewülch und regen vor jhm hinweg treibt. Paracelsus op. (1612) 2, 118 A. schweiz. schnall, schnappen, unvermutetes zubeiszen eines hundes Stalder 2, 339. zuschnappen einer falle oder diese selbst:

(die menschen) wiʒʒent beidenhalp den snal,
des lîbes tôt, der sêle val (und gehen doch in die schlinge). minnes. 2, 137a Hagen.

O. v. Wolkenstein nennt die gurgel scherzend godersnal (goder, schlund), schnellende gurgel:

schenck ein,
Henslein,
das fleschlîn vol,
das tt uns wol
im godersnal. 60, 3, 8.

schnellender schlag:

was sind die leusz verachte thier,
mit einem schnall schlegt man jhr vier.
Rollenhagen froschm. Pp 4b.

schnippende bewegung, schnippender schlag mit dem finger: talitrum, schnall Diefenbach 572a; schnall, stirnklick, chiquenaude Hulsius dict. (1616) 286b; schnall, ein laut den man mit den fingern macht. Frisch 2, 211a; derber schlag Schöpf 636 (s. DWB schnalle). dim. mhd. snellîn:

nâch dem trunke er snellet
ein hovelîcheʒ snellîn. Seifr. Helbling 13, 103;

formelhaft, zur bezeichnung eines ganz nichtigen dinges:

daʒ wac niht umb einen snal
gên dirre stimme. Reinfr. v. Braunschweig 22407;

so acht ich doch das pochen all,
nicht umb einen vergebnen schnall.
Rollenhagen froschm. D 5a;

darumb frag ich nicht ein schnall darnach. Höniger narrensch. 150b. es wird auch das fem. in solche wendungen eingeführt: von einem faulen handel, der nicht einer schnall wert ist. 168a (s. DWB schnalle 3, b), schnell, schnelle, f. schnippchen: ich geb nit ein schnell umb die mönch. Schade sat. u. pasqu. 3, 279, 6, s. DWB schnelle. schnall, lustiger einfall, posse (vgl. wippchen): es war nur so meine narrensposse; sie weisz ja dasz ich manchmal gern einen schnall mache. Thilo Adelheid oder die unwahrscheinliche liebe (1779) 60 (verbreiteter ist schnalle in dieser bedeutung). schnall, plötzlicher laut, knall, krach; schnall und fall, plötzlich Schöpf 636, vgl. Schm. 2, 574. ein schnellender, scharfer schlag, streich scheint in folgender stelle gemeint zu sein:

dein zung die ist gein mir auch reser wen ain schnall. meisterl. des 15. jahrh. in der Germ. 3, 315.


 
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schnällchen, n., dim. zu schnalle, fibula Stieler 1890.
 
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schnalle, f.
1) vorrichtung zum zusammenfassen an der bekleidung mit einem federnden oder elastischen bestandtheile, metallenes gerät mit beweglichem dorne, eigentlich 'elastisches, schnurrendes band' grammatik 2, 58 (vergl. DWB schnell, DWB schnellen, schnall): schnall, et schnalle, fibula; der dorn an der schnalle, spina fibulae Stieler 1890; der dorn kann herzförmig gestaltet sein und heiszt dann herz; daher die rätselfrage:

[Bd. 15, Sp. 1162]


was für ein herz
thut keinen schlag ...
das herz an einer schnalle
thut keinen schlag. wunderhorn 2, 267 Boxberger (s. oben theil 4, 2, sp. 1223);

die schnallen zu-, aufmachen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 617c; nach stoff und zweck unterschieden, in älterer zeit vielfach aus kostbarem material als schmuckgegenstand: ringschnalle an schuhen, silberne hemdeschnalle, knieschnalle. Stieler a. a. o. gurt-, riem-, schuhschnalle; schnallen an einer gurt. Kramer a. a. o., beinschnalle Steinbach 2, 472, hals-, knie-, hosen-, hutschnalle Campe; de snallen vun de brüche, hosenschnallen cimbr. wb. 233b; stahl-, silber-, bernstein-, diamantschnallen; schnallen an sätteln und pferdegeschirr. auch von den schlieszen eines buches, buchschnalle Stieler a. a. o. zur verbreitung in den mundarten vergl. Schm. 2, 574. Schöpf 636. Hunziker 227. Weinhold 86b. Albrecht 204a. Mi 82a. Woeste 245b:

daʒ her Amelgôʒ
und sîn veter Lanze
vor ir spitzen snallen hüeten sich. minnes. 3, 221b Hagen;

an keim schuch thu ich ein kein schnallen (so faul bin ich). fastn. sp. 564, 6;

die reiche weste funkelt, die feine schnalle bebt.
Dusch verm. werke (1754) 168;

und eine schnalle stralt an statt des bandes masche.
Zachariä renomm. 2, 158;

wo den gurt
die goldnen schnallen schlossen.
Bürger 157b;

und die blanke müze
samt den schnallen blize.
Voss 4, 177;

Kl. Schmidt schrieb ein humoristisches epyllion die schnalle kom. dicht. 231 ff. (hier zusammensetzungen wie schnallenraub, schnallenarbeit, schnallensänger u. ä.); es ist itzo die mode, schnallen an den beinkleidern zu tragen, womit man sie nach belieben weiter und enger schnürt. Schiller räuber 1, 1 schausp.; geschachert mit alten borden und schnallen. 1, 2; die schönen seidenen halstücher, die groszen silbernen schnallen. Möser patr. phant. 1, 221; hast du keinen blick für die strahlen meiner modischen schnallen. Thümmel reise 6 (1794), 313; trägt statt der schnallen schnüre an den beinkleidern. Hebel 2, 171. im bilde: sind nicht leiden die dornen, womit die schnalle der liebe verknüpft. J. Paul Titan 4, 6. redensarten: er geht über die schnalle, nämlich über die schuhschnalle, mit einwärts gekehrten fuszspitzen Wander 4, 285. lustig-sinnlose zeitangabe: welche zeit ist es? antwort: drei viertel über die schnalle, wenns schlägt, ist's alle. Albrecht 204a.
2) von anderen schlieszgeräten und schnallenartigen vorrichtungen.
a) schnalle bezeichnet besonders im bair.-österr. die thürklinke: schnalle, obex Stieler 1890, vgl. Frisch 2, 211a; schnalle oder thürschnalle bei Adelung; die schnalle aufziehen, aufdrücken, einfallen lassen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 617, vgl. Klein prov.-wb. 2, 132. Schm. 2, 574. Schöpf 636. Lexer 222; es gibt ein sünd der anderen die schnallen in die hand. Sutor latinum chaos (1716) 749. s. schnallendrücker.
b) bei den buchdruckern ein schlieszender theil am deckel der presse. Jacobsson 7, 255b.
c) 'dasjenige stück in einer deutschen repetieruhr, welches auf dem viertelrechen mit einer breitköpfigen schraube befestigt ist'. ebenda.
d) eine die einzelnen bäume eines floszes zusammenschlieszende vorrichtung; keile von hartem holz mit einer nasenförmigen hervorragung werden in die floszbäume eingeschlagen und unter einander durch seile oder winden verbunden. Schm. 2, 574.
3) ebenso wie schnall, m. (s. dieses oben) bezeichnet schnalle einen wippenden schlag.
a) besonders ein mit schnellendem finger ausgeführter schlag, ein schnippchen. schnalle, talitrum Stieler 1890, vgl. Adelung unter schnalle 1; der schnallen spielen, spielen wer den andern vor die stirn klicken soll. Hulsius diction. (1616) 286b; einem einen schneller, eine schnalle geben; stirn-, hirnschnalle Kramer deutsch-ital. diction. (1702) 2, 631a, vgl. Frisch 2, 211a, oder auch von einem starken schlag, s. oben hirnschnalle theil 4, 2, sp. 1562.
b) aus der bedeutung schnippchen erklären sich redensarten wie keiner schnalle achten (s. oben schnall, unten schnalling und Wander 4, 285): um welche er sich gleichwol keine schnalle schere. Simpl. 2, 168, 8 Kurz;

für die sorg geb ich nit ein schnallen. trag. Joh. L 5.

[Bd. 15, Sp. 1163]



4) schnalle in älterer sprache im sinne von schnabel, maul (s. schnallen):

ich gib dir ains auf dschnallen.
Uhland volkslieder2 509;

west ichs, ich geb jm eins auff dschnallen.
H. Sachs 5 (1579), 349c.

vgl. Schmeller 2, 574, böses weibermaul Schmid 473.
5) die jäger nennen das weibliche geschlechtsglied besonders bei der füchsin und wölfin schnalle: schnalle oder schaft, auch nusz (s. DWB nusz II, 2 theil 7, sp. 1014), also wird das geburtsglied einer hündin wie auch derer raubthiere genennet. Heppe wohlred. jäger 265a, vgl. Behlen lex. der forst- u. jagdk. 5, 71. im sinne von vulva dann auch auszerhalb der jägersprache, vgl. Hertel sprachsch. 216. Schm. 2, 574. in roher ausdrucksweise für feile dirne, hure weit verbreitet, s. Hunziker 227. Seiler 259a. Castelli 248. Hügel 141b. Schöpf 636. Weinhold 86b. Frischbier 2, 301b. Woeste 245b; für ein altes weib:

da sprach dy alt kron schnallen,
Keller erz. 192, 28;

auch die gaunersprache kennt schnalle im sinne von vulva, scortum: schnallenritt, strich, coitus; auf den schnallenritt gehen, auf den strich gehen; schnallenrennen, ebenso und auch coire. Avé-Lallemant gaunerthum 4, 602.
6) aus der anwendung von schnellen (auch schnallen) im sinne von foppen, prellen, betrügen erklärt sich schnalle, lustige lüge, märchen, das man jemandem aufbindet. schnallen machen, jemandem etwas weisz machen Klein prov.-wb. 2, 132; einem eine schnalle vormachen Reinwald 2, 112, vgl. 1, 144; einem eine schnalle anbinden Schm. 2, 574, vgl. Schmid 473. Anton 4, 7; ebenso in der gaunersprache Avé-Lallemant a. a. o. vgl. oben schnall und schnalzer.
7) besonderes.
a) schnalle bezeichnet in Tirol den schweif der ziege Schöpf 636.
b) wasserschnalle oder -schnalze wird in einigen gegenden die wassersuppe genannt Schm. 2, 574. Stieler 1890; s. schnallen.
c) schnalle, schnallrose, schnellblume, schneller, papaver rhoeas (oberdeutsch) Pritzel - Jessen; die namen sind wie das gleichbedeutende klatschrose aufzufassen, die kinder klatschen, klappen damit. schnallen, ackerschnallen, klapperrosen, papaver erraticum Hohberg adel. landleben 3, 1, 48. auszerdem ist schnalle bezeugt als deutscher name der ribes grossularia (stachelbeere), vielleicht wegen der elastischen frucht, ferner für silene inflata (wegen des klappernden samens).
 
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schnällelein, n., dim. zum vorhergehenden worte Stieler 1890, mhd. snellîn.
 
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schnallen, verb.
1) zu schnalle, fibula gebildet: schnallen, fibulare, figere, firmare fibulatione Stieler 1889 (häufiger auch freier dem sinne von schnüren sich nähernd): die halsbinde fester, lockerer schnallen. Adelung; ein band um den hut, die bücher in den riemen schnallen. Campe. etwas um den leib, über den rock, auf den tornister, schlittschuhe unter die sohlen schnallen u. ä. häufig in zusammensetzung: an-, auf-, ein-, zu-, um-, zusammen-, los-, abschnallen u. s. w. einen kurz schnallen, ihn einschränken Wander sprichwörterlex. 4, 285; das verbum gehört erst der neueren sprache an: nahm er eine grosze am throne hängende brille und schnallte sie um mein haupt. J. Paul aus d. teufels pap. 1, 20; ich schnallte in Grimma meinen tornister, und wir gingen. Seume werke (1826) 2, 3;

spielweise macht herr Amor ihn kapot,
und schnallt den raub (eine schnalle) zurück an die verwaiste hose.
Schmidt kom. dicht. 239;

und schnallt den goldnen helm sich los
und reicht dem könig ihn.
Uhland ged. (1864) 206;

er ist vom wirbel bis zur sohl'
in harten stahl geschnallt. 307;

nicht straff ihre gürtel schnallten sie.
Rückert Firdosi 1, 377.

freier: an die schwester hatte sich der arme hauspudel geschnallet (Apollonia), d. h. sich in ihren arm eingehängt. J. Paul Hesp. 2, 22. im bilde:

doch ist gewisz, er kann
den wild empörten zustand nicht mehr schnallen
in den gurt der ordnung. Shakespeare Macbeth 5, 2.

bair. ist schnalnen neben schnallen bezeugt Schmeller 2, 574; neben snallen umgelautetes snellen cimbr. wb. 233b.
2) von diesem verbum ist ein älteres schnallen (hiervon abgeleitet ist schnalzen) zu trennen, das zu einem starken verbaltypus snëllen, snal, snullen, gesnollen gehört (gramm. 2, 58, 579) und mit schnellen und schnalzen sich vielfach in der bedeutung

[Bd. 15, Sp. 1164]


berührt. es begegnet in älterer sprache und ist mundartlich erhalten. schnallen, einen foppen, prellen. schnallung, deceptio, fraudatio Stieler 1890, vgl. DWB schnalle 6. schnallen, sich elastisch bewegen (vergl. DWB schnellen). fränkisch von der bewegung eines fisches oder einer schlange Frommanns zeitschr. 6, 422, 32. 528, 15 (dann auch zappeln, sich schnellen, mit den beinen ausschlagen); von worten:

swaʒ in kumet in den muot,
eʒ sî übel oder guot,
sie lâʒenʒ her ûʒ snallen
und ûʒ dem munde vallen. ges. abent. 3, 357, 5.

nutare, vacillare, wanckelen, swenckeln, wagken, slottern, snallen, zittern. Diefenbach 385c. mit dem kopfe nicken: und sprachen: ist das euer sun? aber sie (die eltern) waren als frumm und schnalten und sagten ja. Keisersberg evangelia (1517) 68a; die fraw wolts nit sagen, doch schnalt sie einmal. Pauli schimpf u. ernst 224. schnellend schlagen, so dasz ein bestimmter laut entsteht (vergl. schnalzen): mit der peitsche schnallen. Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 618a. die luft durch die lippen einziehen, wodurch man z. b. thiere anruft oder antreibt: mit dem maul schnallen zu dem pferde. Kramer a. a. o.; geräuschvoll schlürfen:

sô t wir gleich der wetter genss
die teglîch wasser schnallet.
O. v. Wolkenstein 117, 6, 8.

vielleicht ist von hier aus wasserschnalle, -schnalze, wassersuppe zu erklären, vgl. DWB schnullen, saugen Schm. 2, 576. der schnalzende laut ist ein zeichen des wolbehagens, daher schnallen, schnullen, sich mit essen gütlich thun Liesenberg 198, vergl. Spiesz 221. schnippen mit den fingern: die knöchel schnallen lassen, mit den fingern schnallen, einem unters gesicht schnallen. Kramer a. a. o.;

der donner Sinai wird kaum so hoch geacht
als wann ein thönend ertzt vom hammerschlage schallet
und ein gebrechlich mensch mit seinen fingern schnallet.
Logau 1, 231, 66.

einen beschnallen, ihm übers maul fahren Schm. 2, 574. vom begriffe des entstehenden geräusches aus entwickelt sich das wort in anderer richtung (klappern mit dem schnabel), schwatzen:

slotern, smetern, snarren, kallen,
snappen, klaffen, lellen, snallen
heiʒet man höflîcheʒ tihten. renner 16202;

mit dem nebensinne des falschen, verläumderischen:

zem vürsten sie gespringent,
ir einer im zuo snallet
'wie der sîn guot verschallet,
lieber herre âne nôt.' Seifr. Helbling 15, 403

(minnes. 3, 351a ist wol mit irem valschen snallen zu lesen, so dasz diese stelle hierherzuziehen wäre). krachen, knallen (so noch oberdeutsch, s. Schöpf 636. Lexer 222):

von püchsen, kloczen und auch pfeiln
hub sich ain grasseʒ schnallen,
rummeln, prasteln und schallen.
M. Beheim buch v. den Wienern 73, 12;

von stiefelsohlen, die beim biegen knarren:

so brent er (der schuster) die solan, das si tuond krachen
und hin und her tuond schnallen:
das tuot den geburen wol gefallen. teufels netz 10626;

schnallen, coire erklärt sich aus schnalle 5: dä lätt sik snallen. Woeste 245b.
 
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schnallenband, n. band, das durch eine schnalle an oder um etwas befestigt wird.
 
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schnallenbürste, f. bürste von kurzen starken borsten zum putzen von schnallen. Jacobsson 4, 13b.
 
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schnallendorn, m. acicula fibulae Frisch 2, 211a; der spitze, bewegliche theil der schnalle, der stechend eingreift und festhält.
 
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schnallendrücker, m., oberdeutsch einer, der thürklinken auf- und zudrücken musz (s. DWB schnalle 2, a); schnallendrucker, handwerksbursche, der nach dem zehrpfennig umhergeht; spöttisch 'das letzte frequentierende magistratsglied, das zunächst an der thür sitzt und den pochenden bescheid gibt' Schm. 2, 574, schnallendrücker, der letzte, der aus der schule geht Schmid 473; schnallendrucker, bettler Lexer 222; schnallendrücker, schmeichler (Baiern) Klein prov.-wb. 2, 132 (vgl. Wander sprichwörterlex. 4, 285); in der gaunersprache schnallendrücker oder -trecker, bettler Avé - Lallemant d. gaunerthum 4, 602. schnallendrücken, auf schnallendrücken gehen, als bettler einherziehen, aber auch: auf den strich gehen (s. DWB schnalle 5).
 
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schnallenfutteral, n.: schob sich etwas dazwischen, das ich für ein schnallenfutteral hielt. Thümmel reise 6 (1794), 53,

[Bd. 15, Sp. 1165]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnallengieszer, m.: der schnallengieszer will die meereslänge erfinden (jeder unternimmt am liebsten, was nicht seines berufes ist). Lichtenberg verm. schriften 1, 160.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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