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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnäblerei bis schnackelhaube (Bd. 15, Sp. 1151 bis 1156)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnäblerei, f. scherzhaft für das was dem schnabel dient, leckerbissen: schnäblerey, cupedia Frischlin bei Frisch 2, 210c.
 
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schnäblermann, m. mit schnabel versehener mann:

man findt wol jetz eyn schnebler man,
der mit seym maul erreichen kan
den hymmel und all sternen dran.
Murner schelmenz. 44 neudruck.


 
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schnäblicht, adj. und adv. mit einem schnabel versehen, geschnäbelt: schnäbelicht, rostratus, rostro praeditus Stieler 1895;

man sagt myr, das in alten zeyten
warendt der schneblechten leyten.
Murner schelmenz. 44 neudruck;

es war so seltsam als verstelt,
als wer ich in der newen welt,
da schnäblecht leüt noch sollen bleiben.
Fischart 1, 104 Kurz.


 
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schnäblig, adj. und adv. wie schnäblicht: schnäblig, rostralis, rostrans Frisch 2, 210c, mundartlich im preuszischen vorlaut, zudringlich Frischbier 2, 301a.
 
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schnabulieren, s. schnabelieren.
 
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schnachts, adv. für des nachts:

schnachts kam sich ein wetter gros. bergreihen 17, 26 neudruck.


 
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schnack, schnacke, schnake, eine gruppe von wörtern, die sich in form und bedeutung mannigfach beeinflussen, sind hier zusammenzufassen.
1) schnack, geschwätz, geplapper, dummes gerede, dummes zeug, zunächst nd. snack, gebildet zum verbum snacken, schwatzen

[Bd. 15, Sp. 1152]


(s.schnacken): neen fuel unnutte snack gha uth dynem munde. quelle bei Schiller-Lübben 4, 267a; auch schon freier: sulk enen snak dref Bernd. ebenda; in gleicher weise im neueren nd., daneben auch milder für gespräch, geplauder (vgl. schnacken): wi kemen in' nen snakk, ins plaudern Dähnert 436a, vgl. Schambach 199a; wî willen 'n lütjen snak mit 'n ander holden. ten Doornkaat Koolman 3, 236b. schärfer: een stück snacks, ein gewäsche; een dummen snack, eine alberne rede; man nich veel snacks, nur nicht viel redens; wat snack, formel der verweigerung, abweisung (vgl. hochd. ach unsinn). Richey 270; von snakk kumt snakk, klatscherei breitet sich aus. brem. wb. 4, 877; dat is de ole snakk, das ist die alte leier, der alte irrthum, aberglaube. nachtr. 319; snakk is good koop, reden kostet nichts; dummen snak geldt ock, dumm gewäsch gilt auch seinen preis; aan snak, ohne weitere worte, kurz. Schütze 4, 136. 137; verblaszt: dat iss 'n anner snack, eine andere sache Danneil 198b, vgl. noch Mi 82a. Schambach 199a. Stürenburg 228a; nd. redensarten bei Wander 4, 283; ebenso dän. snak, schwed. snack; in zusammensetzung: kindersnack, vaddernsnack Richey 270; aanten-, drekk-, schietsnakk u. ähnl. brem. wb. 4, 877. 878; von schwätzern und schwätzerinnen: snackfordan, snackbüdel, snackbroor, snacksüster Richey a. a. o.; snakkewat brem. wb. a. a. o. im ablautsspiel: schnickschnack, dummes geschwätz, dummes zeug. ebenda. Schütze 4, 136 u. öfter. in dem sinne von gerede auch thüringisch Hertel sprachschatz 216. in die hochdeutsche schriftsprache dringt das wort erst spät ein und wird hier durch das ältere fem. schnacke beeinfluszt. bei Schottel begegnet elsterschnack, geplapper der elstern (vgl. nd. aantensnak) in übertragener anwendung:

spricht davon kikes kaks,
(last mich so reden) und ist gleich des elsterschnaks. 1004.

Campe führt schnack unter schnake 2 mit der bedeutung von gerede, gewäsch an und bezeichnet es als niederdeutsch. so wird es in Norddeutschland viel gebraucht: ach schnack, ach unsinn; das ist schnack, das ist bloszes gerede; dummer, alberner, einfältiger, unsinniger schnack u. ähnl. ebenso in der schriftsprache, auch freier in der bedeutung von unsinn: was in aller welt geht mich dieser schnack an. Thümmel reise (1794) 3, 257; wie ist es möglich, dasz ein solcher schnack in einer ernsthaften krankheit einem wieder einfallen kann. 7 (1800), 47; dummer toller schnack .. wahrer schnack. E. T. A. Hoffmann (1871) 1, 214; dummer schnack war die gegenrede, was geht mich deine seele an. Weisflog 1, 130;

indesz er das geschätzte
dorf-auditorium mit seinem schnack ergätzte.
Kl. Schmidt kom. dicht. 263;

wo ich diesen bärtigen traute,
mich an ihrem schnack erbaute.
Göthe 41, 98;

sie soll mit ihrem schnack mich müde plaudern.
Immermann 16, 403 Boxberger;

statt länger mit Griechen zu prahlen
und anderm veralteten schnack.
Grillparzer5 2, 191;

ach schnack! dort ist dein täubchen ja.
Ludwig (1891) 3, 629.

schnack treiben, unsinn treiben: trieb viel seltsamen schnack. Freytag bilder (1859) 1, 250; aber auch im sinne von schwatzen:

nicht, wie wir Deutsche pflegen, bey'm pfeifchen rauchtaback
oder bey'm theetisch treibend von menschenheil den schnack.
Werner weihe der unkraft v. 150.

weiteres s. unter DWB schnickschnack. auf einflusz des fem. schnacke ist es zurückzuführen, wenn schnack einen einmaligen einfall, eine scherzhafte bemerkung bezeichnet: ich habe heute einen feinen schnack gehört, eine hübsche schnurre; hierzu bildet man den plural schnäcke (vgl. Woeste 245b): gute schnäcke machen, vorbringen. schnack, m. scherzhafte erzählung (Lippe) Frommanns zeitschrift 6, 480; vergl. zu diesem bedeutungsübergange folgende beiden stellen: aber freylich, wenn nicht auch noch dann und wann so ein angenehm-seltsamster schnack, oder eine schöne beschreibung einer unterirdischen reise ... mit unter liefe. Wieland suppl. (1798) 5, 301; jeder gab seinen schnak. Seume werke (1826) 3, 53. andrerseits tritt auch schnacke, fem., schnurre als m. auf, s. unten.
2) schnake, schnacke, name einer mückenart; in der ältern sprache (und so noch mundartlich) masc., gleicher geschlechtswandel wie bei schnecke, mit dem berührung stattfindet; bei Liesenberg (Unterharz) 198 bezeichnet schnacke die schnecke; der vogel wirt gespeiset von den snâken und von den mucken. Megenberg 200, 13; cinifes haiʒent snâken. 298, 32 (die handschriften, die Pfeiffer benutzte, bieten snachen, snaucken,

[Bd. 15, Sp. 1153]


snocken, snaecken, snoken, snocken, im glossar setzt er das wort als schwaches m. an); cimex schnaga mhd. wb. 2, 2, 435b; weiter vgl. zur form des wortes: cimex, snacken, schnacken vel seer klein flugen, schnecken, schneggen, schnock, schnack Dief. 119b; cynomya, snakl 120c, culex, snek, schnack, schnock 161c, culex, muck, schneck nov. gl. 123a, schnaack, culex Dasypodius, schnack (der), muck, culex Maaler 358d, schnaack, fliege Hulsius diction. (1616) 286b, culex, eine mücken, breme, schnack. Corvinus fons latin. (1660) 186a, eine schnacke unter mordella 416b. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 617b schreibt schnake, f., plur. schnaken, daneben aber schnackengarn, schnackenstich; schnacke (die, pro mücke), culex Steinbach 2, 471 (als landschaftlich); Frisch 2, 210c verzeichnet schnak, m. als ein oberdeutsches wort. Adelung und Campe geben die schnake, plur. die schnaken; schnaake, mücke (Harz) Klein prov.-wb. 2, 130, schnoke Hertel thür. sprachschatz 216; hess. schnâke, eine gröszere mückenart; im westfälischen und sächs. Hessen auch raupe Vilmar 360; schncke, schnocke (fränk.-henneb.) Frommanns zeitschr. 6, 422, 17, schnôk (siebenbürgisch) 5, 31, 7, vgl. 4, 414, 20. im nd. ist diese bezeichnung nicht gebräuchlich (snake ist hier name einer natter), höchstens unter hochdeutschem einflusse eingedrungen. bair. schnâck, gen. des schnâgken Schm. 2, 565, schnacke Schmid 475. die herkunft des wortes ist nicht klar; Franck etym. woordenb. 919 vergleicht nld. snoek, hecht (nd. snôk) und nimmt als grundbegriff stechend, spitz an. auf die vorstellung des schlanken, dünnen deutet schwäb. schnack, m., das einen langen, hagern menschen bezeichnet. Schmid 473 (der schnake Campe); schnack, gerade, schlank gewachsen von menschen und bäumen Kehrein 358, schnack (Meurs) Firmenich 1, 398, 11, snack, schlank, schnell Woeste 244b, vgl. Frommanns zeitschr. 3, 560; mhd. snâkeleht, mager, dünn mhd. wb. 2, 2, 435b; oberd. schnacket, in gleicher bedeutung Hintner 223. Schm. 2, 565, vgl. auch Frommanns zeitschr. 2, 238. die volkssprache unterscheidet nicht überall mücke und schnake. bei Megenberg ist snâke im sinne von mücke, muck im sinne von fliege gebraucht, vgl. Lonicerus kräuterb. 330b. 331a; schnaken und mücken gleichgestellt: ich nenne sie schnaken oder mücken, weil sie die gestalt eines culicis haben, so man im oberteutschen schnake, im niederteutschen mücke, an einigen orten auch gölsen heiszet. Frisch insecten 4, 24; Nemnich bezeichnet mit schnake 1. die gewöhnliche mücke (culex), 2. die langbeinige, grosze mückenart (tipula, erdschnake, erdfliege, langfusz, gölse, hexe), 3. die wassermotte (phryganea), 4. die eintagsfliege (ephemera); schnacke, tipula in verschiedenen arten bei Behlen lex. der forst- u. jagdkunde 5, 510. Oken 4, 727 ff. gebraucht schnacke wieder in allgemeinem sinne wie mücke, er führt auf wasser-, stech-, floh-, falten-, feder-, mist-, mottenschnaken u. s. w., s. das verzeichnis im registerbande; schnocken die dich stechen. Keisersberg bilg. 84a; aus einer schnacken einen elephanten machen. Franck sprichw. 1, 4b; daher dichten die poeten, er sei in der höllen ein blutsaugend schnack, die die tyrannen plag. Fischart bienenkorb 222a (am rande); mucken, schnacken, prämen. Garg. 46b; die schnacken tödet man, so man sie mit frischen öltrusen oder cäminrusz begieszet. Sebiz feldbau 293; gifftige wasserschnacken. Tabernaemontanus kräuterb. (1664) 9 G; um mich gegen die Rheinschnacken zu sichern. Göthe 25, 244; dasz die schnaken allein mich von dem gedanken abbringen könnten, als habe ein guter und weiser gott die welt erschaffen. 26, 30;

nicht mit so unfreundlichem sausen,
wie die verhasten schnacken brausen.
Fischart 2, 126, 46 Kurz;

allein gelehrte setzen zwischen gläser
mitunter milben, schnaken, uferäser.
Immermann 11, 302 Boxberger.


3) schnake, schnacke, lustiger, launischer, dummer einfall, scherzhafte erzählung, anecdote, dann auch lustiger streich. die übertragung geht von dem launischen fluge der thierchen aus, dem lustige oder seltsame gedankenbewegungen verglichen werden; dieser vorstellung kam zu hilfe die anwendung von mucke (s. DWB mucke theil 6, sp. 2605 und mücke 9, sp. 2609), grille (s. d.) und taube (s. DWB taube 8, a theil 11, sp. 168); etwas anders ist die übertragung bei raupe (s. DWB raupe 3, theil 8, sp. 299) und egel (theil 3, sp. 33). häufig im älteren nhd. mit sinnverwandten wörtern verbunden oder allein:

treybt auch kurtzweilig eglisch schwenck
wunderlich abgeriben renck,
gut zotten, schnacken und hunds mucken
mit wort und werck in allen stucken.
H. Sachs 1 (1558), 416a;

[Bd. 15, Sp. 1154]



also namb ich ein halbe masz,
damit hindter den ofen sasz
und höret jren schnacken zu. 521a;

so gehn wir wider ins wirtshausz,
da wir erst seind gangen ausz,
darinn fast die nacht seind blieben,
uberausz gut schnackn und possn triben.
Ayrer 2465, 21;

so lesen sie solch schnacken zsamen
und wöllen draus ein ler verdammen.
Fischart 2, 176, 1699 Kurz;

nehrt sich mit schnacken und possen reiszn. 2728, 31;

und hies jn schnell mit seinen schnackn
sich aus dem land des königs packn.
Ringwaldt tr. Eckart H 4b;

warumm der fuchs nicht fleugt, was zwischen beinen wächset,
und was der schnacken mehr.
Flemming 166;

eine visierliche schnagke von einer diernen, welche bey einem bierbrew dienet. Lindener schwankb. 95 Lichtenstein (Katzip. 104); auch etwan mehr schwenkalia und seltsame schnoken denn nützliche lehr vom evangelio pflegte auf die canzel zu bringen. Kirchhof wendunm. (1602) 5, 64; warfe er mit solchen schnacken umb sich, die nicht für frommen ohren zu melden sein. wiszbad. wisenbrünnlein 109; ich weisz noch viel dergleichen schnacken. Simpl. 3, 728 (1684); dann ihnen gar zu wohl bewust seye, was schnacken und unzüchtige zotten er auf der welt gesungen. Abr. a S. Clara Judas 3, 112 (1692). als masc.: und erzehleten je einer einen schnacken daher. Philander (1650) 1, 383. mit kurzem stammvocal bei Steinbach: es sind schnacken, i. e. wunderliche oder lächerliche dinge; er bringt allerhand schnacken vor. 2, 472; dagegen schreibt Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 617b schnake (kurtzweilige schnaken), ebenso Frisch: schnaken, plur., facetiae, nugae, licentia jocularis 2, 211a, Adelung (schnaken vorbringen, erzählen) und Campe; und in dieser auf md. aussprache beruhenden form ist uns das wort jetzt geläufig für einen lustigen einfall, eine anecdote (schnaken und schnurren u. ähnl.); zum gebrauche der mundarten vergleiche schnaake, anecdote, spasz Klein 2, 130, schnacken, spasz 131; als masc. schnāck, schnōck, plur. schnācke, schnōcke Schmidt 198, s. auch Spiesz 221. Weinhold 86b. Frommanns zeitschrift 6, 422, 17, schnacka, späsze, witze Sartorius 111. auch schnake, culex ist in älterer sprache mundartlich männlichen geschlechts, zugleich kann man auch an einflusz des nd. snack (s. unter 1) denken; tirol. schnacks, m. lustiger einfall, posse Schöpf 634. übrigens ist snake, nuga auch für das nd. bezeugt: he bringt luter snaken vor, lauter lustige einfälle. brem. wb. 4, 874; hê wêt allerhand snaken un dntjes to vertellen. ten Doornkaat Koolman 3, 236b; bei Woeste 245b als masc. (vergl. die am schlusse dieses absatzes angeführten beiden stellen) snâk, plur. snâken. schon oben unter 1 ist erwähnt, dasz auch nd. snack, vermutlich unter dem einflusse des hochd. schnacke, schnake die bedeutung eines lustigen einfalles annimmt. auf scherzhafter volksetymologie beruht schnäcketänz, possen, narrheiten, schwänke Schmidt 199. Kehrein 360. Schm. 2, 567. schnake behält in der schriftsprache stets einen derben klang; die jetzt ungewöhnliche schreibung schnacke findet sich im 18. jh. öfters neben schnake: die schnacke ist schnurrig genug. Lessing 6, 267; (ein brief,) in welchem ich original seyn, und die schnaken eben so wohl, als die komplimente vermeiden wollte. 12, 35; (während der page) den weibern .. über das ereignis allerlei schnaken vormachte. Keller sinnged. 337;

Horaz, dem ihr die ehr' erzeigt,
ihm gelten zu lassen: er habe so ganz erträglich geschrieben,
und meistens mit witz und laune, oft scharf, doch ziemlich fein,
(die schnacken abgerechnet) den narren mit narren getrieben.
Wieland 5, 116 (der neue Amadis 16, 6);

auch hängt der alte pelz am alten haken,
erinnert mich an jene schnaken
wie ich den knaben einst belehrt.
Göthe 41, 93;

als masc.:

so laszt uns denn den schnacken belachen,
und gleich von herzen hochzeit machen. 13, 73;

wir wollen izt manchen schnaken im stillen verarbeiten. Klinger theater 4, 180.
4) besonderes.
a) nd. snake, natter, schlange ist gebildet zum urgermanischen starken verbum snakan, kriechen (ahd. snahhan, snuoh), ags. snaca, schwaches masc., daneben ist ein starkes fem. bezeugt; engl. snake, altnord. snákr, snókr, schwed. snok, dän. snog, nld. snake, coluber, anguis Kilian, mnd. snake, schlange, ringelnatter Schiller-Lübben 4, 267b; zu Satan:

swich, Satana, drake!
swich, du vordumede snake! Redentiner ostersp. 570;

[Bd. 15, Sp. 1155]


nach dem brem. wb. 4, 873 wird mit snake besonders eine schlange bezeichnet, die sich im wasser, in sümpfen und alten gräben aufhält; snake, eine wasserschlange Schütze 4, 134; dagegen: eine art kleiner giftiger schlangen, die sich auf dem lande in alten gebäuden aufhalten Richey 269, eine art kleiner schlangen Dähnert 436a, die ringelnatter (coluber natrix) Schambach 199a, snaak, natter Mi 82a, vergl. noch Stürenburg 228a. ten Doornkaat Koolman 3, 236b. Frommanns zeitschr. 6, 529, 17; auch als thier der sage schlangenähnlich, weiszgefärbt, von ungeheurer länge, auf vielen beinen schnell sich bewegend Schambach - Müller nieders. sagen nr. 201. Nemnich gibt schnacke als name der ringelnatter (coluber natrix), im register schnake.
b) schnak, der, et ein schnaker, ridiculus, facetus, dicax; er ist ein lustiger schnak, perfacetus et dulcis, festivique sermonis est, ridicularius homo. Stieler 1889; er ist ein lustiger schnack, ein rechter schnack. Kramer deutsch - ital. diction. (1702) 2, 617b; schnack oder schnaker, schwätzer Frisch 2, 210c; Adelung und Campe verzeichnen schnake, m., einer, der allerhand lustige einfälle vorbringt. das wort ist nd. und steht doch wol in beziehung zu snacken, plaudern, schwatzen: snake, ein mensch von lustigen einfällen. brem. wb. 4, 874; kleene kinder sünd towylen rechte snaken, sie haben bisweilen einfälle, über die man lachen musz Richey 269; snak! ool snak, ausruf über einen solchen allerweltsbelustiger Schütze 4, 134; ik see den snak (den komischen schauspieler) un vergeet den keerl. 135, vgl. Dähnert 436a; snâk Woeste 245b. Stürenburg 227b. Müller-Weitz Aachener mundart 217, snake, snâk ten Doornkaat Koolman 3, 236b, nld. snaak. zu nd. snacken gehört snatersnacke (schwatzender thor) in einem spruche Rumelants:

âschaffen bildemâler, unbiderbe snatersnacke. minnes. 3, 59a Hagen.

im mnd. ist ein adj. snack, wortreich, geschwätzig bezeugt: want se eyne brede tunge hadde, .. want se er worde wal konde unde seer snack was. J. Veghe 84, 18 Jostes.
c) nld. snak bezeichnet ein einmaliges athemholen, schluchzen, aufstoszen und ähnl.: snack, respiratio, respiratus, anhelitus, singultus, latratus Kilian (ebenso snick und snock); die hierdurch nahe gelegte vermutung, dasz nd. snacken ursprünglich als eine parallelbildung zu schnappen aufzufassen ist, wird auch von anderen seiten bestätigt; mit dem nld. snack, snick, snock ist niederd. snukk zusammenzustellen (vgl.snukkup, snikkup, schlucken), schnappender athemzug (letzter athemzug eines sterbenden. brem. wb. 4, 900), snuk, das schlucken ten Doornkaat Koolman 3, 250a, schnuck, m. schluchzen Hupel 210, snucken, schluchzen Mi 83a, schnikken, schnücken, schnückern, schnuckern in gleichem sinne Stürenburg 229a, vgl. ten Doornkat Koolman 3, 244b; in diesen zusammenhang fügen sich oberdeutsch schnackeln, mit der zunge, den fingern schnalzen, schnippen, knallen Schm. 2, 566, das schnagklen, der schnaggl, schnaggler, das aufstoszen, der schlucken Schöpf 634, der schnāckerl, das aufstoszen Höfer 3, 103, schnaggerle, n. schlucken Frommanns zeitschrift 6, 203. Hügel 141b, schnagarl Castelli 247. vergl. Frommanns zeitschrift 5, 482 und unten schnackeln.
d) nld. snak zeigt mit leichtem übergange auch die bedeutung von ruck, stosz an (gleicher bedeutungszusammenhang bei schmecken) ten Doornkaat Koolman 3, 236b; Woeste bezeugt snack, plur. snäcke, schlag 244b; snacke, das werkzeug des schlagens, die peitsche. ebenda. vgl. Kehrein 358. Pfister 261.
e) schnack, plötzliches zurückwerfen des kopfes Spiesz (sonst auch schnick) 221, s. DWB schnacken; nld. snikken, anhaltend mit dem kopfe nicken; vgl. auch DWB nücken, DWB nucken th. 7, sp. 974.
f) schnake, kleineres seeschiff Frisch 2, 211a; schon ahd. snagun, rostratae naves (liburnae) Graff 6, 839, hier also mit beziehung auf einen schneckenartig gewundenen schnabel; man vergleicht gewöhnlich mit dem ahd. worte ags. snacc, altnord. snekkja, s. weiteres unter schnecke. im cimbr. wb. 233b ist snacko, m. schnabel bezeugt, s. Schm. 2, 565. vgl.schnägera (Vorarlberg), rüssel des schweines Frommanns zeitschrift 4, 325; s. auch cimbr. wb. 234a.
g) schnacke neben schnucke in heidschnucke, s. oben th. 4, 2, sp. 812. nach Nemnich unter ovis aries wird mit schnuke, schnake zunächst das weibliche schaf bezeichnet.
h) in Nordböhmen ist schnâke ein kleines taschenmesser (auch schnackelmesser) Frommanns zeitschr. 2, 238, es ist ein schnappmesser gemeint, s. Schm. 2, 566; auch hier tritt die alte bedeutung von schnacken, ruckweises, schnappendes bewegen hervor. in Deutsch-Ungarn heiszt ein solches messer schnackal Schröer 288b.

[Bd. 15, Sp. 1156]



i) ebenda bezeichnet schnack gekochte, saure milch 203a, vgl. DWB schmack, f. milchsuppe 288b.
 
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schnackade, f., 'ein auf noten gesetztes stück, welches bald eine gute harmonische, bald aber eine aus lauter octaven und quinten bestehende klausul hören läszt' Jacobsson 4, 13b.
 
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schnackbruder, m. ein schwätzer, in nd. gegenden, nd. snakbroder Schütze 4, 136; s. DWB schnacken.
 
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schnacke, f. für schnake, s. DWB schnack 2 und 3; schnacke, peitsche ebenda unter 4, d.
 
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schnackelhaube, -kappe, f. veraltete weiberhaube Schm. 2, 566; wahrscheinlich gleichbedeutend mit schnapphaube; holzschuhe mit schnacken (schnäbeln?) Schm. 2, 565.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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