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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnick bis schnieber (Bd. 15, Sp. 1326 bis 1330)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnick, m.
1) die einzelne schnickende bewegung Campe. Weigand 2, 619 (erst gegen 1800). vgl. schnicken.
2) gerede, gewäsch, geplauder. im ablaut zu schnack gebildet und fast nur in verbindung mit demselben gebraucht, vgl. das.; die feste zusammensetzung schnickschnack siehe besonders. zuweilen dafür schnick und schnack; personificiert:

verbreite du vor Hack und Mack
den duft der besten thaten!
kaum wird frau Schnick und kaum herr Schnack
ihn merken und verrathen.
Bürger 64b.

[Bd. 15, Sp. 1327]


Sanders 3, 983b belegt schnick und schnack aus Langbein 2, 224. 1, 81. Dähnert 438b führt an snikk, snikk-snakk.
3) holl. snik, schluchzer, seufzer: snick, respiratio, respiratus, anhelitus: suspirium, suspiratus; snick, snack, singultus Kilian. dazu stellt Strodtmann 219 die nd. redensart de sake krigt en snick, es geht unglücklich.
 
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schnick(e), f.
1) ein kurzes rundes, nur in der Nordsee gebräuchliches fahrzeug zum austern- und fischfange, das gewöhnlich nur mit sprietsegel fährt, zuweilen auch mit gaffelsegel, dann gaffelschnick genannt. die schreibung schwankt: schnick Jacobsson 7, 263b, schnigge Campe, schnigge oder schnick Bobrik 608a. das wort stammt aus dem niederdeutschen, s. mnd. snicke kleines (kriegs)schiff Schiller-Lübben 4, 274a; ebenso nl. snicke vel schuyte, scapha Kilian; nnd. snikke Dähnert 438b, snikk brem. wb. 4, 893, snikke, snik ten Doornkaat Koolman 3, 244b, schnikk Stürenburg 229a; ebenso auch in der sprache der andern Nordseeanwohner, holl. dän. snik, engl. schwed. snick. vgl. ferner schnecke und schnacke. glossen: acatium, eyn snicke Dief. nov. gloss. 5a (lat.-nd. wb. von 1417); celox snelle schiff .. jageschip, pinke, snicke gloss. 111a (gloss. Saxon.); eyn snicke. nov. gloss. 83b; navicula .. snicke. gloss. 376b (gloss. saxon.-lat. von 1425); propato, snicke (navis). nov. gloss. 306af. belege aus der literatur, besonders nd.: wy van Lübeke scolen uthmaken 6 kogghen unde 6 snikken eder schüten mit 600 mannen gewapent. hans. urk. von 1361 im brem. wb. 4, 893; by dersulven tyd hadden de van Lubeke tein grote kocghen unde veer snicken in deme nortsunde unde orlogheden mit den van Schonore. Lüb. chron. 1, 234 bei Schiller-Lübben 4, 274b; auch kölnisch: so quamen der junker van Cleve ind sine gesellen uis dem bolwerke von Moelenheim varen in zwen snicken gewapender haint den Rin up. d. städtechr. 12, 357, 12; darna uber 8 dage voere der junchere van Cleve mit drin snikken an dat schif, ind wolt dat schif nemen. 13, 104, 27. in Norddeutschland auch in die hd. schriftsprache eingedrungen: und zu jeglichem schiffe solten sein zwo schnicken oder eine schute und eine schnicke. Schütz beschreib. der lande Preuszen 93a.
2) für schnecke, s. schnigge.
3) schlesisch schnicke, penis Weinhold 87a. in diesem sinne steht bair. der schnickel Schm. 2, 567, das im schwäbischen auszerdem auch für einen langen rüssel oder einen langen, hageren menschen steht Schmid 474.
 
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schnickeln, verb. iterativbildung zu schnicken, vgl. das., so thüring. schnickeln (schnekle), eine kurze bewegung mit dem finger machen; auch 'in die höhe springen' Hertel sprachsch. 217; westfäl. snickeln, gelinde klatschen mit der peitsche Woeste 246a.
 
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schnicken, verb. eine schnelle bewegung ausführen, schluchzen, ersticken. das wort wird nhd. erst von Adelung verzeichnet (ein bei Wachter 1452 aufgeführtes schnicken, reptare, ist wol nur aus ags. snîcan entnommen), älter und weiter verbreitet auf nd.-nl. gebiete. doch ist an entlehnung nicht zu denken wegen der verbreitung in hd. mundarten und des durchgehenden bedeutungsunterschiedes zwischen dem hd. und dem nd. worte. es empfiehlt sich daher beide zu trennen. vgl. Weigand 2, 619.
1) das hd. schnicken bezeichnet eine schnelle bewegung mit den fingern, beinen u. a., und zwar
a) transitiv, so z. b. die vögel schnicken das wasser, schlagen mit dem schnabel, hinein, dasz es umherspritzt Campe, oder schnicken die körner umher, schnellen sie mit dem schnabel fort Adelung; mit den nassen fingern tropfen ins gesicht schnicken. Campe; bair. (in Aschaffenburg) etwas fort, in die höhe, hin, her schnicken, schnellen Schm. 2, 567; ebenso rheinisch Kehrein 1, 362, thüringisch, mit den füszen oder händen wegstoszen, vgl. DWB entschnicken, theil 3, 610.
b) intransitiv: die feldhühner schnicken mit den schwänzen, wenn sie dieselben auf und nieder bewegen, wofür auch schnippen gesagt wird Adelung; so besonders thüring. die pferde schnicken, wenn sie den reiter absetzen wollen; nach Hertel sprachsch. 217: di pfêr schniken, nicken lebhaft mit dem kopfe; auch von kindern, die auf dem arme getragen werden, hinunterstürzen: las di klaine nich erunger schnik. ebenda. Reinwald 1, 146.
2) das nd.-nl. snicken (bei Schütze 4, 144), wozu sich auch engl. snick up stellt, im ablaut zu mnd. mnl. snukken, s. Franck 918, zeigt die beiden bedeutungen 'schluchzen' und 'ersticken', die wol aus 1 abgeleitet sind und auf das krampfhafte zucken, die ruckweise bewegung des kehlkopfes gehen.
a) schluchzen, so gewöhnlich im holl., ferner brem. und ostfries., s. brem. wb. 4, 893. Stürenburg 229a. ten Doornkaat

[Bd. 15, Sp. 1328]


Koolman 3, 244b; snicken, hicken, singultire Kilian. in Esthland auch hd. schnicken, schnucken, schluchzen, den schlucken haben Sallmann 27a.
b) ersticken, suffocari, in Hamburg und Holstein: dar schull man van snikken; he fritt, dat he snikken mugt, auch sick snicken. brem. wb. 4, 893. Richey 274. Schütze 4, 274. Campe. auch im binnenlande, meist als versnicken, den atem verlieren Frommann 6, 294.
c) holl. überhaupt vom atmen: snicken, respirare, recipere anhelitum, spiritum ducere, animam attrahere Kilian; daher wol auch übertragen, nach etwas schmachten, sich sehnen, so schon bei Vondel, s. Oudemans bijdragen 6, 390.
3) schles. schnicken, supprimere aliquam, gehört nicht hierher, sondern ist ableitung von schnicke, s. das. 3. Weinhold 87a.
 
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schnicker, adj. schlank, zierlich, reinlich, sauber, munter. norddeutsches wort, in nd. mundarten als snicker oder snigger: osnabr. snögger, dünn von leibe Strodtmann 219 (neben snigger, snikker 378a); hamb. snigger, munter, frisch, eene sniggere deern, he süht noch snigger uth. Richey 273; snigger brem. wb. 4, 892. Schütze 4, 144; ostfries. snig(ge), snüg(ge), snigger, snügger, snikker, glatt, blank, sauber, hübsch, zierlich; flink, gewandt, geschickt, klug. ten Doornkaat Koolman 3, 244a; snicker, snecker, reinlich, sauber Schambach 200a; altmärk. snick'r, klar und rein, meist bildlich: ''n snick'r dîrn bedeutet ein mädchen von gesunder gesichtsfarbe, reiner haut, das sich rein, klar und nett anzieht und eine gute körperhaltung hat' Danneil 199b; snicker, reinlich und nett im anzuge Frommann 5, 294 (Fallersleben); in Lippe dafür schnick 6, 480; pommerisch schnügger Dähnert 440a; preusz. schnigger, hurtig, munter, lebhaft, schnell, schlank; nett, schön Frischbier 2, 305a. vereinzelt begegnen entsprechungen auch in hd. mundarten, so schwäbisch schnäderig, schnäger, schnäckerig, hager, schmalen angesichts, dünnleibig, schnack, m. langer, hagerer mensch Schmid 472 f.; schnack, gerade, aufrecht, in Aachen Müller-Weitz 216. — in niederd. litteratur erst in neuerer zeit:

ey, kieckeis, wat het düt, dei hüser sünt van linnen,
un schnicker fruens-volck is ohk darinn tau finnen. quelle vom j. 1732 bei
Firmenich 1, 204a;

een kleensmidt de haar een sniggere deeren. quelle vom j. 1791 bei
Frommann 6, 138, 9;

wo sik de sniggere deern utflijede! wo se den kopp dreit!
Voss 2, 168 (de geldhapers 162).

von diesem ist schnicker auch in die hochd. litteratursprache herübergenommen:

und duftet als balsam
kräftig bei festlichen mahlen im schnickern haare der gäste. bei
Campe.

eine sichere etymologie läszt sich nicht geben; vergleichbare worte aus den verwandten sprachen bringt ten Doornkaat Koolman in menge bei.
 
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schnickermesser, n. schnitzmesser (vgl. schnickern 3): ich gehe doch jeden morgen zwischen vier und fünf uhr heraus mit einem schnickermesser, und hole frische kühle zweige. Bettina briefe 1, 323.
 
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schnickern, verb.
1) iterativ zu schnicken, intransitiv, in die höhe springen, so thür. neben schnickeln Hertel sprachsch. 217; vom aufspringen der fische im wasser, in Leipzig neben schnippeln Albrecht 205a; transitiv, im nassauischen für gewöhnliches schlickern (kot um sich werfen; schleudern, schlenkern) Kehrein 1, 362.
2) schallwort, vom schnellen, abgesetzten gezwitscher kleiner vögel oder einem halblauten, verbissenen lachen Campe; behaglich lachen Albrecht a. a. o.
3) aus spielerei mit einem messer schneiden, schnitzeln, so nd. snickern Danneil 199b; in Esthland schnickern schnitzeln, unnütz schneiden, die cour schneiden Sallmann 11. wol entstanden aus dem gleichbedeutenden snitkern und eine deminutivbez. iterativbildung zu schneiden. vergl. schnickermesser, schnittcher.
 
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schnicklich, adj.: er thut euch doch so zierlich und schnicklich wie von zucker. Mörike maler Nolten 178.
 
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schnickschnack, m. leeres, wortreiches, einfältiges geschwätz. norddeutsches wort, dem nd. snicksnack entsprechend, s. brem. wb. 4, 878. Dähnert 438b. Stürenburg 229a. ten Doornkaat Koolman 3, 244b. Mi 82b, in Liv- und Esthland schnickschnack Hupel 210. es ist eine reduplicierte bildung zu schnack, wobei der vocal abgelautet ist, wie auch sonst in ähnlichen bildungen, vergl. klingklang, zickzack, pinkepank, ritschratsch u. s. w. nd. snik, seufzer, schluchzen (s. schnick 3) ist nicht

[Bd. 15, Sp. 1329]


darin zu suchen, schnick 2 aber ist wol erst aus der zusammensetzung losgelöst, die auch in schnick und schnack zerlegt wird. das westfäl. snicksnack zeigt abweichende bedeutungen, denen dieselbe schallbezeichnung zu grunde liegt: 'variierendes schnacken mit der peitsche', sowie im rätsel für 'schwanz', auszerdem snick un snack, alles Woeste 246a. in hochd. mundarten nur ganz vereinzelt bezeugt, so aus der Pfalz Klein 2, 135, und aus Ungarn Schröer 203b. in der nhd. schriftsprache erst seit mitte des 18. jahrh. (Lessing u. s. w.), vgl. Weigand 2, 619: denken sie, dasz es schicklich ist, mit ihnen hier in dem vorgemache einen elenden schnickschnack zu halten? Lessing 2, 165 (Em. Galotti 4, 3); den vorigen schnickschnack (gerede, klatsch) musz er also nur um etwas zu erzählen angebracht haben. Eva König bei Lessing 13, 416; findet man mehr gewäsch im schnickschnack der heringsweiber als in den öffentlichen disputirstunden der herrn von dieser profession? Bode Montaigne 5, 361; doch was geht mich aller dieser schnickschnack an! Thümmel reise 1, 212; das schwarze genie .. thät seinen mund auf und las, nach einem kurzen vorangeschickten schnickschnack, was wer lust hat hier ebenfalls lesen kann. Siegfr. v. Lindenb.4 2, 232; der lesepöbel, der die nase beim schnickschnack der Orsina rümpfte. Bürger briefe 1, 130; doch wenn du mich um dieses schnickschnacks aus der hölle gerufen hast, so lasz mich immer wieder abziehen. ich kenne schon lange eure kunst über das zu schwatzen, wovon ihr nichts wiszt. Klinger 3, 50; sie sagten: 'man müsse das publikum nicht verwöhnen — man werde nicht so viel neue stücke finden' ... und was dergleichen schnickschnack mehr war. Geiser Kotzebue (1802) 214;

die dame, die, beym thee ..
bald ihr petit nez retroussé
beym schnickschnack der Orsina rümpfet.
Gotter 1, 113;

wo nicht: singst du vielleicht dem ohr
der damen an den toiletten ..
in feinen, reinen, kleinen, netten
gesängen, braven schnikschnak vor.
Göckingk 1, 219;

von dem inhalte des geschwätzes: das wehethun der kinder ist ein schnickschnack, den die wehemütter erfunden haben, um sich immer einen kleinen verdienst zu verschaffen. Salzmann Conrad Kiefer (1796) 33; daher abweisend das ist schnickschnack, dummes gerede, unsinn, oder auch blosz schnickschnack!: Bellmann. was bestehet darin für eine ehre, seinen mitmenschen so zu behandeln. Rambold. schnik — schnak! der deutsche student 11; 'schnickschnack'! rief der junker, und stampfte vor zorn mit dem fusze. wischewäsche, schulmeister! verfluchtes wischewäsche! Siegfr. v. Lindenb.4 1, 91; dummer schnickschnack! Kotzebue dram. spiele 2, 336; das ist alles schnickschnack. Heyse kinder der welt13 2, 37;

schnickschnack! versetzte der papa;
wer pfuschern will, macht salbe.
Overbeck ged. 82;

schnickschnack ist das, du schalk!
Mörike 3, 176.

übertragen auf die salbadernde versammlung: 'ihr konsistorien, sagte der offizier, bleibt doch bei gott ein ganzer, wahrer, diffiziler, nichts nütziger, langweiliger schnickschnack, der mich ordentlich revoltiert; wie stecht ihr ab gegen einen feldprediger!' J. Paul flegelj. 2, 22. auch sonst in übertragener verwendung: nun, wie ich bei ihr eintrete, sitzt Heinrich der unbefriedigte an ihrem klavier und demonstrirt ihr seinen contrapunktischen schnickschnack vor. Heyse kinder der welt13 1, 260; die arbeit des herrn Unzer ist eingelegte arbeit, mit ihrem chinesischen schnickschnack (krimskrams) auf theebretten und toilettkästchen wohl zu gebrauchen. Göthe 33, 62; die schneeberge aber schauten wie bleiche schatten in den see herunter ... der industriöse schnickschnack, das kleinliche und unruhige der bauart hingegen verschwand in der dunkelheit. Keller 6, 264. — für schnickschnack gebraucht Göthe die noch ausdrucksvollere, erweiterte bildung schneckeschnickeschnack:

seht da kommt der dudelsack!
es ist die seifenblase.
hört den schneckeschnickeschnack
durch seine stumpfe nase. 12, 224 (walpurgisnachtstraum).

vgl. auch beschnickschnacken theil 1, 1589.
 
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schnieben, verb. die luft hörbar durch die nase ein- und ausziehen. alte nebenform zu dem gleichbedeutenden schnauben (vgl. daselbst), mit demselben nebeneinander von au und ie bez. û : io, das sich auch sonst im präsens der u-reihe findet (vgl. z. b. kriechen und krauchen, schliefen gegen nd. ags. slûpan

[Bd. 15, Sp. 1330]


u. s. w.). in der ältern sprache nicht belegt, erst nhd. bei Schottel 1406: schnieben, spirare, athem holen, est anomalum, ich schnob, geschnoben; ferner: schneuben, et schnieben, aliâ dialectô id. est quod schnauben, et schnaufen, habetque in praeter. ich schnob, ich schnöbe, partic. geschnoben, spiritum difficilius reddere, graviter spirare, stertere. it. fremere, circumstrepere, cum anhelitu conari, sudare, vires laborando terere Stieler 1896; ich habe geschnoben, praes. ich schniebe, spiro, respiro, spiritum duco, secund. du schneubst, tert. er schneubt, imperf. ich schnob Steinbach 2, 481; bei Abelung als veraltet bezeichnet; wenn er und Campe zugleich einen bedeutungsunterschied aufstellen, derart dasz schnieben ein feineres und gelinderes geräusch bezeichne als schnauben, so ist das wol eine künstliche, auf den klang der wörter gegründete scheidung. in der litteratursprache scheint schnieben nur im ältern schlesischen (etwa 1650—1750) eingedrungen zu sein:

wenn einer weidlich schnarcht und mit der nase schnäubet.
das starke schnieben zeigt ein herrliche natur.
Scherffer Grobian. (1640) 10;

das hertze klopffet, biebet,
der rache nach lufft schniebet.
Büttner Quäckbrun (1662) s. 114, bei
Frommann 4, 184.

ferner erschnieben:

diesz wünschen Amor hat der liebes-götz erschniebt (gewittert)
und sprach: was zweifelst du? lieb, wilt du seyn geliebt.
Scherffer Hugo (1662) 209 bei
Drechsler Wencel Scherffer s. 236.

auch in der schreibung schnüben, von dem tiefen ruhigen atmen im schlafe: hierzu schwieg das frauenzimmer stille und fing an zu schnüben, so dasz Elbenstein nicht wuste, ob es ein würcklicher, oder verstellter schlaf bey ihr war. cavalier im irrg. 212. schneuben bei Stieler (s. oben) ist entweder aus der 2. 3. sing. schneubst, schneubt erschlossen oder umgelautet aus schnauben. die formen mit eu, äu, sowie das präteritum schnob s. unter schnauben. vgl. zum ganzen Weigand 2, 619. — jetzt lebt das wort noch in mitteldeutschen mundarten fort, so hessisch, s. Kehrein 1, 362 (atmen, ein wenig schnauben) Pfister 264, thüringisch Hertel sprachsch. 218, altenburgisch Pasch 100 (einen laut von sich geben), preuszisch schnîben, schnîfen neben schnûwen, (tabak) schnupfen Frischbier 2, 309b. Schemionek 36, daneben schnîwen, schnîben, schnîfen, mit pfeifendem tone atmen, schnaufen Frischbier 2, 306b, dazu schnîwe, schnîbe, schnîfe, f. schnupfen, rotzkrankheit der pferde ebenda, die schniebe Schemionek 36, und schnîwig, schnîbig, schnîfig verschnupft, rotzig Frischbier 2, 306b. gehört auch siebenbürgisch schniewen, miszraten Haltrich 22a hierher?
 
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schnieber, m. 1) einer der schniebt Campe. 2) ein groschen, zusammengezogen aus Schneeberger. Schneeberger, grossus argenteus, dictus ab oppido Schneeberg, ubi primum cusus, unde rusticis nostratibus, quilibet grossus ein schnieber, etiamnum appellatur Stieler 161. vgl. Frisch 2, 215c. Scherz-Oberlin 1425. Campe. Rinckart eislebisch-mansf. jubel-com. (1618) 20 hat nach Jecht 98a schniebger.