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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneuzerchen bis schnick (Bd. 15, Sp. 1326)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneuzerchen, n. (zu schneuzer 2): ich dachte manchmahl, der scheiden-macher kriegte mich bey der nase, so gab mir so ein garstig ding ein schneutzergen. Chr. Weise liebes-alliance 111.
 
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schneuzerin, f. foemina nares purgans, sive mundans Stieler 1907.
 
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schneuzet, f. nasenschleim, rotz: screa .. schnewtzet Dief. gloss. 520c (voc. von 1482); polipus .. boliche o. snuzete. nov. gloss. 296b (297a erklärt als der putz in der naz; gloss. 445a wird polipus u. a. mit snodel, schnoder, rotz glossiert); vgl. Lexer mhd. wb. 2, 1040.
 
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schneuzkatze, f., zu schneuzen 1, als schimpfwort:

wolstu mich schendn, du losz schneutzkatz.
Joh. Episcopius aulutaria (1570) C 5a.


 
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schneuzling, m. in der gaunersprache schneitzling oder schnäuzling, die nase; dazu schneitzlingsschneiche, schnupftuch; schneitzlingsfinche, schnupftabaksdose Avé-Lallemant 4, 602.
 
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schneuzschere, f. lichtschere, lichtputze: schneutz-schär, f. smoccatoio, smoccolatoio, smoccatore etc. Kramer dict. 2, 632a.
 
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schneuztuch, n. schnupftuch, taschentuch: nasitergium, naesen- vel snuczeduch, rotztuch Dief. gloss. 375c; sabanum ... snuyt doeck i. facitergium. nov. gloss. 323a; muccinium, vgl. Dief.-Wülcker 843; cimbr. sneutztuch cimbr. wb. 233b; vgl. DWB schneuzeltuch, dafür ferner: schneutz-fatscheinlein, schneutzfatzenet, schneutz-tüchlein, n., moccicchino, fazzuolo, fazzuoletto, pezzuolo da naso Kramer dict. 2, 632a; bair. der schneuzhadern Schm. 2, 591.
 
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schneuzung, f., et das schneuzen, sive ausschneuzung, emunctio, purgatio narium, exceptio pituitae Stieler 1907.
 
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schnibbe, f., s. schnippe und schneppe.
 
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schnichse, f. im schlesischen schnauze eines hundes:

kanst ihm dein fettes maul an seine schnichse recken.
Scherffer Grobian. 131, s.
Frommann 4, 184.
Drechsler Wencel Scherffer s. 236;

dazu geschnichst, mit einer schnauze versehen (vgl. ebenda):

der dreygeschnichste hund (Cerberus), der heszlich heult und girrt.
Scherffer ged. 441.

auch ungarisch schnicks, f. maul, schnauze; halt di schnicks Schröer nachtr. 288b.
 
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schnick, m.
1) die einzelne schnickende bewegung Campe. Weigand 2, 619 (erst gegen 1800). vgl. schnicken.
2) gerede, gewäsch, geplauder. im ablaut zu schnack gebildet und fast nur in verbindung mit demselben gebraucht, vgl. das.; die feste zusammensetzung schnickschnack siehe besonders. zuweilen dafür schnick und schnack; personificiert:

verbreite du vor Hack und Mack
den duft der besten thaten!
kaum wird frau Schnick und kaum herr Schnack
ihn merken und verrathen.
Bürger 64b.

[Bd. 15, Sp. 1327]


Sanders 3, 983b belegt schnick und schnack aus Langbein 2, 224. 1, 81. Dähnert 438b führt an snikk, snikk-snakk.
3) holl. snik, schluchzer, seufzer: snick, respiratio, respiratus, anhelitus: suspirium, suspiratus; snick, snack, singultus Kilian. dazu stellt Strodtmann 219 die nd. redensart de sake krigt en snick, es geht unglücklich.