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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnerzen bis schneuker (Bd. 15, Sp. 1320 bis 1321)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnerzen, verb. , vgl. DWB schnarzen sp. 1191.
1) hin umb schnertzen vel murren, gannire Frisius (1590) 597b, s. Dief.-Wülcker 843; schnärze, aculeatis verbis uti erga aliquem Schmidt idiot. Bernense, bei Frommann 3, 449a; vgl. mansfeld. schnärzen laut, aufgebracht reden, anschnrzen, anfahren Jecht 97b.
2) verzehren: herr würdt, was haben wir gts zschnertzen? richt uns etwas gts an. Lindener Katzip. 123.
 
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schnese, f. landschaftliches wort, 1) für schneise, 2) zahl von zwanzig stück, stiege (vgl. dän. snees) Campe.
 
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schnetteln, verb. forstausdruck, die äste von den bäumen mit äxten und beilen abhauen Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 502 f. Vilmar 362 f. so schon mnd. snetelen und snatelen, die kleinen zweige abhauen, abramescere; snatelen, betelgen vel afsniden, s. Schiller - Lübben 4, 269b. 274a. 6, 265a. das wort stammt wol aus dem nd., vgl. DWB schneiteln.
 
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schnettig, adj., mundartlich, schlank, gerade Schm. 2, 584. auch schneddig Reinwald 2, 122. Spiesz 222.
 
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schnetzeln, verb., gleichbedeutende nebenform zu schnitzeln, s. daselbst, besonders mundartlich, schweiz. schnezle Hunziker 228, schnäzle Seiler 260a, snetzlen Zingerle 52a, dazu der schnetzel Hunziker 228. Müller - Weitz 218. auch schon im ältern nhd.: warausz wöllen wir aber solche des Vives (vgl. Vivis de institutione foeminae christianae) auszbündige ehfraw schnitzen unnd schnetzelen. Garg. 70a; doch mit gutem raht seines præceptors übet er sich inn wolgegründeten zierlichen künsten, als mit malen, schnitzen, schnetzeln u. s. w. 186b; so mach ich darzwischen armbrostwinden .. schnetzel bilder, spitz zansteurer. 246b.
 
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schnetzen, verb.: schnetzen, butzen, herauszstreichen, s'attifer, orner, accoustrer. das mägdlin hat sich hübsch unnd wacker geschnetzt, ceste jeune fille s'est joliment orneé et parée.

[Bd. 15, Sp. 1321]


Hulsius 287; schnetzen, ornare, putzen. Schottel 1406; schnetzen, schnätzen, schnatzen (verb. raro che forse viene da schneiden, come tagliando e levando ogni sconcio) strebbiare, pulire u. s. w. Kramer dict. 2, 631c; schnetzen, rarum est vocabulum, notatque ornare, quasi omnia, quae supervacanea aut inconcinna sunt, resecare. Stieler 1903. Steinbach 2, 476. seitdem nicht mehr verzeichnet. zusammenhang mit schnitzen ist kaum anzunehmen, auch in folgender stelle wol nicht: bilder molen und schnetzen. H. v. Rüte fastn. sp. B 3.
 
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schnetzer, m. , nebenform zu schnitzer.
1) sculptor snetzere Dief. nov. gl. 332b.
2) messer, um holz zu schnitzen, bei böttchern und holzarbeitern Frommann 6, 517, 3 (thür.-henneb.), schweiz. schnetzer und schnetzler Tobler 394b.
3) vorrichtung, um gegenstände klein zu schneiden, ein schneidebrett mit einem schneidemesser. ebenda.
 
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schnetzler, m., vgl. schnitzler und schnetzer: graber, schnetzler, sculptor, scalptor, caelator, anaglyptes. Henisch 1718, 2.
 
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schneuke, f. schnauze?, vgl. DWB schneuken: so die hund dem fuchs nach sind, so beseicht er seinen schwantz, und schwingt den für unnd für den hunden durch die schneüggen. Gesner thierb., von Forer 56a. s. auch schneike.
 
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schneuken, verb. schnobern, nach näscherei spüren, ausforschen, gierig betrachten, vgl. DWB schnauken, DWB schnäuken sp. 1208, und schneiken. zumeist in der ältern sprache, mhd. snöuken heimlich gehen, schnobern Lexer hdwb. 2, 1043; besonders häufig bei Geiler v. Keisersberg, bei dem die schreibungen mit eu, ei und oi wechseln (vgl. das heutige els. schnaike, s. schneiken): nit anders weder als jaghund, die umb ein hurst louffen dor under ein repphn ist .. also lyffen disze (juden) umb den blinden zschneycken. post. 2, 87b; es sind, die durch fürwitz mee wöllen erfaren weder not ist, und aller ding ursach schen, und gond also schnicken und beschnachen den spiegel. dreieck. spiegel Aa 4b; schnökeren als junckfrauwen lauffen in dem hausz schneicken, und wellen alles wüssen das die frauw in dem hindersten winkel hat. baum der seligkeit 12d; s. auch schneuker, -ern, -icht. das wort ist jedenfalls mit unserm schnökern verwandt und gehört wol weiterhin zu derselben sippe wie schnauen, schnauben, schnaufen, schnauden, schnaupe, schnauze; genaueres läszt sich aus mangel älterer wortformen nicht feststellen. von neuern mundarten zeigt das henneb. noch eu-formen: schneuken, saugen, dazu schneuk, saugläppchen Reinwald 2, 113.
 
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schneuker, m., vergl. DWB schneuken, näscher, leckermaul; hessisch bezeichnung des knaben, der beim reffen des flachses hilft. die vermittlung dieser bedeutung mit der ersteren ist nicht klar, s. Pfister 264 und 2. erg.-heft 34. Kehrein nachtr. 48.