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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneppern bis schnercheln (Bd. 15, Sp. 1318 bis 1319)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneppern, verb.
1) schwatzen, vgl. DWB schnappern sp. 1173. Schm. 2, 578. Kehrein 1, 361. Pfister 263: daher endstund viel disputierens, schwetzens und hetzens, tadern und schnaderns, kleppern und schnepperen. Wackernagel leseb. 3, 1, 609, 12.

[Bd. 15, Sp. 1319]



2) schnappend schlieszen: die thür schneppert gut, fällt schnappend ins schlosz; es hat geschneppert, hat gut gepaszt Frischbier 2, 304a. 3) beschlafen, s. Schm. 2, 578.
 
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schneppertasche, f., vgl. schnepperbüchse:

wer soll die windeln wäschen?
die alten schneppertäschen. wunderhorn. 2, 585 Boxberger.


 
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schnepphaube, f. haube mit einer schneppe (s. das. 2) Campe, cuffia da punta ò punta Kramer 2, 631c, vgl. DWB schneppenhaube.
 
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schneppisch, adj. naseweis, vorlaut, oder kurz angebunden; nebenform zu schnippisch, vgl. das.; ferner schneppig Kehrein 1, 361; auch schnäppisch geschrieben: man solle viel hören, wenig reden, nicht schneppisch sein und herfür fahren, alles beschnappen und benaschen, wie die schneppischen jungfrauen. Mathesius Syrach 1, 25b;

ein böse tochter stoltz und grob ...
ist spöttisch, schneppisch, frech und faul.
B. Ringwaldt lauter warh. 308.


 
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schneppkanne, f. kanne mit einer schneppe (s. das. 3) Campe: schneppe ò schnepfkanne, f., boccale con becco Kramer dict. 2, 631c, schnepfkanne, cirnea Stieler 927.
 
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schneppkarre, f. bez. -karren, m. zweirädrige karre zum fortschaffen von erde oder schutt, die von einem pferde gezogen wird und nach hinten übergekippt werden kann, auch schutt-, sturz-, zugkarre. Jacobsson 7, 263b.
 
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schnepplein, n. schneppchen, puntarella sottile da cuffia Kramer 2, 631c.
 
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schneppmütze, f. weibermütze mit einer schneppe Campe.
 
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schneppstengel, m. eine art vogelfalle, fallkäfig, eine falle, die mit einem dünnen hölzchen aufgestellt wird und bei dessen berührung zuschnappt, vgl. DWB schneppen 2: es sollen auch die fallen, drahthaar und ander schlingen, so wol die schnepstengel in und vor den höltzern, in feldern, gärten und andern orten gentzlich abgeschafft und nicht gebraucht werden. Weim. policey und landesordn. (1589) H 3a, § 34.
 
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schnerch, f., auch schnörch, schnürch, schwiegertochter, s. DWB schnur. Kehrein 1, 361 f., schnerg Klein 2, 135 (Coblenz), (vgl. nurus .. snorch, -e, snurche, snarche Dief. gloss. 385b).
 
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schnercheln, verb. eine niederhessische spracheigenthümlichkeit, 'ein sprechen in überaus hoher tonlage, mit eigenartigem schnarren, kerksen der r, sowie zugleich auslautendem iotieren womöglich aller vokale'. Pfister 263.