Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnepfenflucht bis schnepfenmist (Bd. 15, Sp. 1314 bis 1315)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnepfenflucht, f. ort, wo schnepfen fliegen?: so gaben diejenigen, welche jetzt schnepfenfluchten besitzen, und zur jagd nicht berechtiget sind, jährlich dem besitzer der advocatie zwey schnepfen zur urkunde. Möser patr. phant. 2, 481.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfengang, m., s. DWB schnepfenheerd.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfengarn, n. garn zum schnepfenfange, ragna, filengo da prender beccaccie Kramer dict. 2, 631c, rete nebulosum Stieler 611. vgl. Krünitz 147, 500: 'wie fangen wir sie (die hexe)?' 'mit einem neuen schnepfengarn aus guten starken hanfschnüren.' Keller 4, 305; deswegen ist er auch zu nichts zu gebrauchen, als zum garnflechten, und hat vor einigen tagen ein neues, sehr schönes schnepfengarn zu stande gebracht. 306.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfengasse, f.: heiszt in den busch-wegen ein gang, auf den die wald-schnepfen gern laufen, der auch von den vogel - fängern deszwegen von den blättern der bäume und abgefallenen ästen, rein gehalten wird, an einigen orten aber mit schlingen besteckt wird, via rusticularum in sylvis ut ibidem currentes decipiantur Frisch 2, 215b. Kramer dict. 2, 631a, s. DWB schnepfenheerd. vgl. ferner Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 500.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenheerd, m. vogelheerd zum schnepfenfange: schnepfen-herd, schnepfen-gang, m., schnepfen-gasse, f., aia da prender beccaccie Kramer dict. 2, 631b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenhirn, n., vgl. spatzenhirn:

o schnepfenhirn! was für ein esel bist du! Shakesp. widersp. zähmung 1, 2.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenjagd, f. jagd auf schnepfen: schnepfenjagd oder schnepfenschieszen, ist eine angenehme jagdlust, welche

[Bd. 15, Sp. 1315]


im frühjahr und zur herbstzeit vorgenommen wird. Heppe wohlr. jäger 268a, vgl. Jacobsson 4, 27b. Krünitz 147, 500. Behlen 5, 537—540. übertragen: auf die schnepfenjagd gehen. Wander 4, 305, zu schnepfe 2, d, vgl. DWB schnepfenstrich, -zug.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenjäger, m. der auf schnepfen jagd macht; übertragen, hurenjäger (schnepfe 2, d):

wie man im todtenreich die titel nicht mehr kennet,
und nicht mehr gnädger herr den schneppenjäger nennet.
Zachariä verwandl. 4, 114.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenkopf, m.
1) kopf einer schnepfe Campe:

so klappt rings um ihn her der teig in die höhe, und schlägt
sich über ihm zu, und wird zur ungeheursten pastete,
aus welcher, wie ein schnepfenkopf,
bis an die schulter der arme tropf
herauskuckt. Siegfried von Lindenberg4 2, 289.


2) bezeichnung von schneckenarten.
a) einige arten der stachelschnecke, murex, nämlich
α) murex brandaris, der gezackte schnepfenkopf, die herkuleskeule, nagelschnecke.
β) murex cornutus, der gezackte schnepfenkopf, stachel- oder nagelschnecke. Nemnich. Krünitz 147, 500.
γ) murex haustellum, der schöpfer, schnepfenkopf, schnepfenschnabel, storchschnabel, löffel. Nemnich.
b) eine art rollen- oder walzenschnecken, voluta ceramica Nemnich.
3) in der anatomie eine erhabenheit an der unteren fläche der vorsteherdrüse, auch bratspiesz oder samenhügel genannt, caput gallinaginis, veru montanum, colliculus seminalis Meckel 4, 554.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenkoth, m., dass. wie schnepfendreck Krünitz 147, 500.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnepfenmist, m., dasselbe wie schnepfendreck, dafür schneppenmist:

gemach, gemach mein freund! ich schelt und tadle nicht,
dasz sich ein kranker mund nach seinem magen richt;
dasz man, da die natur schon im verderben stecket,
den sterbenden geschmack durch schneppenmist erwecket.
B. Neukirch ged. 109.