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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnellwüchsig bis schnepf (Bd. 15, Sp. 1311 bis 1312)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnellwüchsig, adj. schnell wachsend: schnellwüchsige bäume Campe.
 
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schnellwüchsigkeit, f. zum vorigen.
 
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schnellzange, f. bei den uhrmachern eine schnellende, mit einer feder versehene zange, zum festhalten der kleinen stifte, die auf den überzug des äuszeren gehäuses eingeschlagen werden Jacobsson 4, 27a.
 
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schnellzer, m. possen, schnurre, umgelautetes schnalzer, s. dieses oben sp. 1167: er gedachte an seines vetters rede, dasz er nicht überlaut lachen solte, wenn gleich ein schneltzer nach dem andern in der compagnie vorlieffe. Weise polit. näscher 104.
 
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schnellzinn, n. aus zinn, wismuth und blei bestehendes schnellloth, wie es die gürtler brauchen Adelung. Jacobsson 4, 27a.
 
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schnellzorn, m. schneller zorn: so wahr es ist, dasz weiber leicht zum zorn gereizt werden; so gehört doch ihr schnellzorn auf die rechnung ihrer ohnmacht, in dem ihnen keine rechtmäszige macht zustehet. Hippel 7 (1828), 108.
 
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schnellzug, m.
1) schnellender zug Campe.
2) schneller zug.
a) schneller, forcierter marsch. als neubildung bei Campe. b) schneller eisenbahnzug.
 
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schnellzünder, m. schnell entzündbarer körper Karmarsch-Heeren3 7, 777.
 
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schnellzüngig, adj. mit schneller zunge, rasch sprechend: schnellzüngiger schwätzer.
 
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schnepel, m. fischname, oft auch schnäpel geschrieben; aus dem nd. übernommen, vgl. mnd. snepel, sneppel Schiller-Lübben 4, 273 (die gleichsetzung mit snoppel, polipus weist Krause zurück, ebenda 6, 256a); der name hängt vielleicht mit schneppe, schnebbe, schnabel (s. das.) zusammen und würde dann auf das spitz zulaufende, schnabelartig verlängerte maul dieser fischarten gehen Krause a. a. o. Weigand 2, 618, daher nl. auch neusvisch. im heutigen nd. snepel brem. wb. 4, 888. Schütze 4, 140. Richey 273; snepel, snäpel Dähnert 438a. ten Doornkaat Koolman 3, 243a; snepel, in hd. form schnäpel, schnepel, schneppel Frischbier 2, 301b, als schneppel auch bei Höfer 3, 107 (für Hamburg und Altmark) aufgeführt. in der schriftsprache seit dem 16. jahrh. als schnepel (z. b. Alberus. Coler. Döbel. öcon. lex. Krünitz) oder schnäpel (z. b. Schulze. Siebold. Frisch. Adelung. Campe). die lateinische bezeichnung schwankt, doch ist wol überall derselbe fisch gemeint: salmo lavaretus der schnäpel, schnepel,

[Bd. 15, Sp. 1312]


snepel, weiszfisch Nemnich (ebenso Adelung. Campe). Höfer 3, 107. Krünitz 147, 443 (schnepel und schnäpel). Bloch öcon. naturgesch. d. fische Deutschlands (1782) 1, 163; coregonus lavaretus, gewöhnlich siek Sallmann 27a. Frischbier 2, 301b; coregonus oxyrhynchos Schulz fauna Marchica 522. v. Siebold s. 259 f. (als namensformen und synonyma: schnäpel, schnepel, snepel, elbel, breite äsche, rhemank). Schiller-Lübben 6, 265a; oxyrhynchi Oken 6, 360 (darunter als besondere art salmo-oxyrhynchus schnabel-äsche); schnäpel, ein fisch in der Elbe, von einem kurzen näszgen das an der ober - lippe ist. Frisch 2, 210c; schnepeln sind fast fische wie ein zerthen, werden aber nicht so grosz ... werden zu latein phexini genant. Coler hausb. (1680) 666a; von dem schnepel, oder schnabel genannt. Döbel 4, 78; der coregonus oxyrhynchus, welcher in Norddeutschland unter dem namen 'schnäpel' allgemein gekannt ist, gehört zu jenen wandernden fischen der Ost- und Nordsee, welche, um zu laichen, das meer verlassen, und die flüsse hinaufsteigen. v. Siebold s. 259; vergl. auch öcon. lex.2 2628: et syn gude bückyng edder dröge sneppel, noch vele beter smecket eyn groen heket. quelle bei Schiller-Lübben a. a. o.; der magister sieht in seinem grünen flause blos wie der grüne schnäpel (weiszfisch) oder die kaulquappe aus. J. Paul Titan 1, 105;

das sind nur fischlin fürs gesind,
und für die bursch und gut geselln,
die nicht nach groszer nahrung stelln,
denselben schnepel sind bequem.
Alberus fab. 62a (nr. 19).

nach Adelung heiszt auch der hornfisch, horn- oder nadelhecht, esox bellone, in einigen gegenden schnäpel (in Danzig schneffel Nemnich). — von snepel ist abgeleitet snepelig, witt-snepelig, snepelhaftig, von blasser gesichtsfarbe, snepelhaftig utseen, auch he sütt ut as en snepel de verscheeden will, da die nase des schnepels bleich wird, wenn er sterben will. brem. wb. 4, 888. Schütze 4, 140.
 
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schnepf, m.
1) nebenform zu schnepfe, f. scolopax, vgl. daselbst. besonders in der älteren sprache: ahd. snepho fidecula Graff 6, 851; mhd. snephe Lexer handwb. 2, 1033. mhd. wb. 2, 2, 448b:

der snepfe in deme riede
wil wilde sîn, des mak man selten in gezamen. minnes. 3, 91b Hagen;

ebenso noch nhd. schnepffe, m. becasse Hulsius 287a; gewöhnlich zu schnepf verkürzt: schnepff fidecula Dasyp.; schnäpff (der) fidecula, ein vogel so der feygen geläbt. Maaler 359b; feigenschnäpff (der), feigenvogel, feigenfresser, schnepff, wüstling, fidecula u. s. w. Henisch 1014, 25; gallinago ein schnepff Corvinus fons latin. 291b, schnepf, m. rusticula, gallinago, perdix rustica, eine art von kleinen wilden hünern, welche ihr langer schnabel mit seiner dünnen länge von andern unterscheidet. es sollte daher der namen schnepf völlig ausgeschrieben und ausgesprochen werden, schnepf-huhn .. dann das wort schnepf ist von schnabel. Frisch 2, 215b, dazu als unterarten: wald-schnepf, holz-schnepf, bruch-schnepf, morschnepf, pful-schnepf, grase-schnepf, har-schnepf oder heerschnepf, meer-schnepf ebenda; so noch in oberd. mundarten, s. Adelung. Schm. 2, 578. Höfer 3, 106 f. Hunziker 227. Schöpf 640: von dem rietschnäpffen, oder gröszeren schnäpffen .. von Teütschen wirt er auch vilfaltig genennt ein schnäpff, schnäpffhn, rietschnäpff, oder groszer schnäpff. Gesner vogelb. von Heuszlin 109b; der schnäpff gläbt allein der würmen (lebt von würmern), und berürt gar kein getreid. 110a; der schnepf ist auch eines von dem köstlichen wildpret ... ist fast an der grösze einem rebhun ähnlich. Hohberg 2, 674a, ebenso 3, 2, 324a der pfuhl - schnepffe oder himmelsziege, der haar - schnepff, aber ebenda: die ried-schnepff ist an grösze ... gleich der wald-schnepffe;

der krametsvogel klug unnd weisz,
der bracht daher die beste speisz,
der schnepffe schwer, der schnepffe schwer
der floge allgemach daher. volksl. von 1613 bei
Wackernagel leseb. 2, 230, 35.

auch Göthe scheint schnepfe noch als masc. zu verwenden:

ich habe niemals danach gefragt:
von welchem schnepfen und fasanen,
capaunen und welschenhahnen
ich mein bäuchelchen gemästet.
Göthe 47, 77.


2) in der Schweiz so viel wie schnärf, s. das. Stalder 2, 339.
3) lusernisch snepf haubenschild Zingerle 52a, vgl. DWB schneppe, DWB schnippe.
4) weniger klar ist schnepf in einigen sprichwörtlichen redensarten: sage nur schnepf — so hastu's! Eiselein 553. Simrock

[Bd. 15, Sp. 1313]


sprichw. 9152; gute nacht schnepf, wir wollen ins Tirol. 9153; in Tirol ja, gute nacht, schnepf! du bist auf dem holzwege. Schöpf 640.