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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneidwein bis schneiszenbeere (Bd. 15, Sp. 1282 bis 1285)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneidwein, m. mundartlich, der durch mehrmaligen schnitt der weintrestern und frisches auskeltern gewonnene wein von geringer güte Kehrein 1, 361.
 
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schneie, f. durchhieb durch den wald; landschaftliche form für schneide (sp. 1248) in der bedeutung des durchhaus zur grenzbezeichnung, dem niederd. snêe für snêde (brem. wb. 4, 890; snêde, snäde, snê', snä' ten Doornkaat Koolman 3, 242b) zunächst entsprechend; als schnei: als er durch eine schnei hindurch an der strasze den alten turm zum erstenmale wieder sah. O. Ludwig 1, 147; dort hatte ja der alte förster .. eine schnei im Ulrichsholze angelegt. 2, 73.
 
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schneien, verb. schnee geben, als schnee fallen.
I. formelles.
1) das westgermanische, auf snigv als die grundform des stammes zurückführende verb, ags. snîwan, mnd. snîgen und snîen, ahd. snîwan, mhd. snîwen, snîgen, snîhen ist nicht ableitung vom subst. schnee, sondern steht zu dieser bildung im ablaute; urverwandt ist litt. snìgti, zend. sniž schneien, weiterhin lat. ninguere, griech. νίφει es schneit, vergl. Kluge5 333a nebenher läuft eine seltenere unmittelbare ableitung von schnee, das verbum schneen, prät. schneete, in der täglichen rede norddeutscher gegenden, das sich auch in andern dialecten wiederfindet: niederd. in Holstein sneen und sneien Schütze 4, 139; ostfries. snêen, snêien ten Doornkaat Koolman 3, 242b; alemannisch schnêije, schneije Hunziker 227. Seiler 260a; niederl. sneeuwen, ningere, het sneeuwt ningit Kilian (sneeuw, schnee); ebenso steht altnord. snjáfa, snjófa schneien zu snjár, snjór schnee. die alten formen des wortes treten noch in mancherlei nachlängen heraus. ein aus mhd. snîwen entwickeltes alemannisches sniuwen hat elsässisches schneuen ergeben:

das unglück schneüt und steint
mit armuth, hungersnoth, mit krieg und bösen zeiten.
Rompler 72;

auch hessisches geschnauwen geschneit (Pfister nachtr. 262) geht auf älteres snûwen für sniuwen zurück; sonst hat sich snîwen im bayrischen in schneiwen umgesetzt (Schm.2 2, 563; schneiwen, schnaiwen Frommann 3, 240. 392), häufiger jedoch mit verhärtung des w in schneiben, das sich schon ahd. durch snîbit ningit (Graff 6, 852) ankündigt, und sich sonst seit dem 14. jh. auch in angrenzenden sprachgebieten zeigt: ningere sneyben, schneyben Dief. 581a; schwäb. schneiben Schmid 474; hueb darnach an zu schneiben. d. städtechr. 5, 182, 7; und schneibet also zwen gantz tag und zwu nacht. 183, 24; es tet grosz platzregen, dundret plitzt schneibt. Aventin chron. 1, 395, 16; wos regnet, schneibt und ungewitter was. 434, 25; es regnet oder schneibet, so galts in gleich. 2, 384, 4; widerumb so es winter ist, schneybt und regnet. S. Franck güldin arch (1538) 267a; so muesz er auff bloszem nassen boden ligen, auff jhn regen und schneiben lassen. Ferd. II. von Tirol spec. vitae hum. 16 neudruck;

wan eʒ regnet oder sneibt (: treibt).
Teichner A 110a;

als man .. rot rosen siecht sneiben. Erlauer spiele 4, 580;

selbst p für b: es schneipt, ningit Aventin werke 1, 479, 18. anderwärts tritt als stammschlusz h oder g auf: ningere snihen, snigen, schnihen, schnigen Dief. 381a; eines mâles hate iʒ sêre gesnîget. d. myst. 1, 215, 3; vgl. auch nachher die Prudentiusglosse unter 2, und mnd. snighen, snygede Schiller-Lübben 4, 276a.
2) die conjugation des wortes ist im mhd. wie im mnd. schwachformig; doch zeigt sich schon früher starke form: [Pyrenas] ninguidos, versniegun perga (für versnigan?) Prudentiusglosse bei Steinmeyer-Sievers 2, 435, 56; erst nach dem mhd. aber in häufigeren beispielen: und was ain kalte nacht und schnib darz. d. städtechron. 23, 70, anm. 1; dasz es in der zeit auf die stund schnib und kalt was. 429, 4; bis in die neuere sprache hinein, namentlich auch im part.: in einem winter, da es geschnihen hett. Bebel fac. (1589) 301a; mir folgete eine weisze fahne mit einem doppelten adler, welcher von allen orten und winckeln gleichsam volck zuschnie. Simpl. 2, 103 Kurz; dieweil es schon so vil tag her so vil staub geschnyhen. Weckherlin 866;

dein grab das müsse blühen,
mit lilgen gantz verschnien.
Fleming 332;

wenn nicht
just um dieselbe zeit, da hier Theognis
tragödien gab, ein ungeheurer schnee
das ganze Thracien eingeschnien hätte.
Wieland übers. der Acharner, 1. act, v. 145;

[Bd. 15, Sp. 1283]


von Frisch als seltenere form gekennzeichnet: schneyen, hat bei einigen im imperf. es schnie, im perf. es hat geschnien, man braucht es aber regular, es schneyete, es hat geschneyet. 2, 213a; während Gottsched das umgekehrte berichtet: es schneyt, es schnie, geschnien: doch sagen auch einige, es schneyete und es hat geschneyet. sprachk. (1762) 342; von Adelung (und nach ihm von Campe) werden die formen es schnie, es hat geschnien, als oberdeutsch, das part. geschnigen als niederdeutsch aufgeführt; heute nur mundartlich: bair. schniw neben schneiwet, geschniwen und geschneibt. Schm.2 2, 563; in Kärnten part. geschniwen Lexer 223, geschniben Frommann 5, 252, 2; niederd. part. snîen und snigget: das was mi in de hand snîen (kam mir ganz gelegen), und dat was mi in de hand snigget. Woeste 246a. das von Gombert bemerkungen und ergänzungen zu Weigands wb. 1877 s. 15 verzeichnete part. geschneien ist eine ganz vereinzelte erscheinung.
3) umschriebenes prät. gewöhnlich mit haben: es hat geschneiet: dafür älter auch es ist geschneiet: wenn sie gen Kulmbach wollen und das es vast gesneit ist. d. städtechron. 2, 79, 5;

sîn ros von wîʒem schûme lac
reht als eʒ wære gesnîet (als ob es geschneit hätte). Virg. 311, 10.


II. bedeutung und gebrauch.
1) in eigentlichem sinn, unpersönlich: es schneit; non ninguit, ni snîuuit Steinmeyer-Sievers 2, 639, 56;

eʒ regente oder eʒ snîte, wê was ie den vil edelen kinden. Gudr. 1218, 4;

eʒ wæe, eʒ regen, eʒ snîe.
H. v. Laber jagd 291;

do kom nachtz ain groʒʒer wind und des tages weet es auch und ward schnyen und regen. d. städtechron. 4, 107, 21; wann es schneibet, zuhand zergieng der schnee wider. 5, 186, 8; wens vom Libano herab schneiet. Jer. 18, 14;

und gepar sich Maria zu weihenachten ynn kalder zeit,
es hatte geschneit. bergreihen 32, 3 neudr.;

am andern (tage) schneit es frühe stark, das feld ward schnell mit schnee bedecket.
Brockes 7, 560;

doch regnet', stürmt' und schneit es nicht. 565;

mit angabe des objects: es schneit grosze flocken;

bey dem stärksten hagel-schneyn
erndet unschuld rosen ein.
Günther 92.


2) mit benanntem subject: darnach Simon und Judas (28. octbr.) schneien werden. Luther 6, 20b; ein kalter schneiender regnender sturm. J. Paul Hesp. 4, 118;

der andre winter schneyt den bergen auf das haupt.
Günther 516;

kein nord kan so viel schneyn. 710.


3) uneigentlich, von dicht wie fallender schnee herzukommenden dingen.
a) im vergleiche:

man schôʒ unde warf
ûf sie alsam eʒ snîete. pass. 265, 29 Köpke;

mit object: es schneite flüche, verwünschungen; wens gleich eitel bischove, Emser, Eck und bepst regenet und schneiet. Luther 1, 376a; und wenn es lauter copien, thiesacken, sebel, rapier, lange spiesz und doppelhaken schneit und regnet. Mathesius Sar. 89a;

bisher hats lauter kreuz geschneit,
lasz nun die sonne scheinen.
P. Gerhardt 317, 71;

es schneit rosen, freuden im frühling des lebens:

menschen haben, sind sie klug,
ursach gnug,
alle stunden mit zu nehmen,
und so lang es rosen schneyt,
sich der zeit
klüglich zu bequemen.
Günther 914;

aber auch als bild von etwas nie vorkommendem:

wenns schneiet rothe rosen,
wenns regnet kühlen wein. wunderhorn 2, 83;

ähnlich: wenn es dukaten schneit, vgl. theil 2, 1488;

meint ihr, mir schneits dukaten?
Pfeffel poet. vers. (1816) 6, 51;

und so's dukaten schneite,
das wär mir eben recht.
Geibel 1, 164.


b) in älterer sprache auch es schneit mit etwas: vorhin da man lob und ehre davon hatte, da schneiet es zu mit almosen, stiften und testamenten. Luther 5, 397a; es schneiet mit briefen hierher. briefe 5, 204; da regnets dann eitel glück, .. da schneiet und hagelt es mit gelt zu. Garg. 75b.
c) mit benanntem subject:

vil banier mit tiweren sniten
dâ kom an allen sîten,
als ob dâ rîter snîten. Willeh. 209, 12;

[Bd. 15, Sp. 1284]



die getouften rîter wânden
daʒ dâ snîten rîter ûʒem luft. 425, 11;

so schneiet eitel gnade und barmherzigkeit gottes. Luther 8, 281b; auf bestimpten tag kam das volk, als ob es herzu schneiete. Henneberger landt. 449; schwere streich .. welche ohne underlasz an allen orten seines leibes, auff jhn schnyen. Amad. 149 Keller; wo von kanzeln, lehrstühlen, bücherschränken aller zeiten unaufhörlich die flocken der reinsten kalten ermahnungen schneien. J. Paul Levana 1, 11; wenn auch die ducaten vom himmel schneiten. Kotzebue dram. sp. 1, 19;

so wünscht mein abschied euch mehr seegen und gedeyen,
als flüche mir anitzt auf meinen buckel schneyen.
Günther 1039;

zugleich mit object:

bis die güldne zeit
von neuem sich erbarmt, und gute frauen schneyt. 456;

ich will nur mit gedult so lange witwer seyn,
bis eine beszre luft wird fromme weiber schneyn. 1002;

glaubten dich noch im süden weit,
wo die orange blüten schneit.
Geibel 2, 132.


4) schneien, sprichwörtlich und in redensarten: einem schneit etwas ins haus, kommt unversehens; dieses glück schneite ihm so ins haus; auch: da ist mir ein besuch ins haus geschneit; menschen schneien von überall her zusammen:

nun! und wer merkt uns das nun an,
dasz wir aus süden und aus norden
zusammengeschneyt und geblasen worden?
sehn wir nicht aus, wie aus éinem spahn?
Schiller 10, 47 (Wallenst. lager, 11. auftr.);

aus einer andern welt herein schneien, fremdartig erscheinen: (ich) hielt mich für geputzt genug; allein es währte nicht lange, so überzeugten mich meine freundinnen .. dasz ich wie aus einer fremden welt herein geschneit aussehe. Göthe 25, 56;

er ist, wie in die welt geschneit.
sein väterliches haus ist leer,
sein vater, mutter, sind nicht mehr,
und brüder, schwestern, sind zerstreut.
Göckingk 1, 145;

zeichen des elendes ist, wenn es einem in die bude, ins haus, in den busen, in die schuhe schneit, vgl. dazu bude th. 2, 489, busen ebenda sp. 565; es wird dir noch in die schue schneien. frau Schlampampe leben 22;

dasz ein Chapelain für dummheit schätze häufe,
indesz es klügern oft durchs dach ins stübchen schneit.
Göckingk 2, 151.


 
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schneike, f. werkzeug zum schneiken; für schneuke, wie das verbum für schneuken stehend; auf rüssel, schnauze bezogen: die schneicke, schneugge, rüssel, nase, niedrig auch von menschen Stalder 2, 342 (vgl. die hundsschnöucken, rostrum canum Maaler 232d); übertragen auf den schiffsschnabel: rostrum navis, der schnabel, oder die schneicke des schiffs. Golii onomast. 185 (Dief. 500c).
 
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schneiken, verb. landschaftliche form des alemannischen schneuken, mhd. snöuken, schnobern, schnüffeln, schnüffelnd durchsuchen; schweiz. schneicken, schnaicken neben schneuggen, schnüffeln, schnobern nach art der hunde oder schweine Stalder 2, 342; schwäb. schneicken, etwas leckerhaftes naschen Schmid 474; heimlich suchen, besonders um zu naschen Schm.2 2, 566; in älteren schriftquellen: nun wolan, das unflätlin hat noch nit gng damit, es msz weiter schneiken. Keisersberg spinn. (510) b 6a; wer sich aller widerwertigkeit und alles des das im zu handen gat wil annemen und schneicken. bilg. 84d; er schneikt alle winkel us. brös. (1517) 1, 40b; so schneickt es (das schwein) mit seinem ryssel in iedes dinge. herlichkeit des schweins bei Dornavius amphitheatr. sapientiae socraticae jocoseriae (1619) 1, 591. vergl. beschneiken, theil 1, 1588; durchschneiken 2, 1676; erschneiken 3, 968.
 
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schneikerei, f. wiederholtes schnobern, genäschiges spüren, für schneukerei: und gat recht der schneikery nach. Keisersberg brösaml. 1, 41a.
 
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schneikericht, adj. gern schneikend, spürend: zu dem ersten so ist ein mensch versumlich, hinlessig, so wirt es darnach schneikerecht, usschweifig. Keisersberg brös. 1, 41a; mundartlich sonst schneickisch, schnäuggisch Stalder 2, 342; schwäb. schneickig leckerhaft Schmid 474; schnaickig, schnaicklich, naschhaft, heikel Schm.2 2, 566.
 
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schneikern, verb. frequentativ zu schneiken: etwan würft sy die gunkel hinweg, und lauft darafter schneikern. Keisersberg spinn. b 6b.

[Bd. 15, Sp. 1285]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneise, f. zweig, rute, zum anreihen gebraucht; altes gemeingermanisches wort, nicht überall bezeugt, und ohne anknüpfung an urverwandte sprachen. die ursprüngliche bedeutung des langen dünnen astes tritt in ags. snâs, snæs, spiesz, bratspiesz, altnord. sneis speiler, spreizholz, isländ. sneis, ramus arboris, paxillus Biörn Haldarson 2, 305b, zu tage; verwendet zum aneinanderreihen erlegter kleiner thiere in jagd oder fischerei, oder von früchten, auch für das räuchern von fleischstücken im schornstein; noch bair.: die schnaisen, baumreis, wiede, stäbchen, strohband, schnur, faden und dergl., woran mehrere gleichartige dinge zum verkauf oder gebrauch befestigt oder aufgereiht sind; schneise zwibeln Schmeller2 2, 583; schon in alter sprache als maszbestimmung auftretend; mittellat. VI snesas anguillarum, III escnasas nonougarum, quinque sneise piscium recentium qui vocantur albelle. ebenda; 24 snesas anguillarum du Cange 7, 502b; ähnlich mnd. snese Schiller-Lübben 4, 273a; die zahl der eine schneise ausmachenden gegenstände schwankt, nl. snees, vicenarius, viginti Kilian; niederd. snese, eine stiege, eine zahl von zwanzig. brem. wb. 4, 888; dän. schwed. snes, stiege, zahl von zwanzig; gegen nd.: siewen is ne snaise vull Woeste 245a; mhd. sneise schnur perlen Lexer handwb. 2, 1028; in weiterer und allgemeinerer bedeutung reihe, gröszere anzahl überhaupt: vorgenanter Sigengast, do sein geporn freund, sein tochter, sein enckel gepunden und gefangen vor dem sigwagen gefüert wurden, schaut er auch zue, trat auch in der schnais und sigskirchfart des römischen volks, doch mit groszen besundern êren, herein. Aventin chron. 1, 739, 28; am gestatten .. der Donau, sasz es, stuends, lags voller volks, weib und man, reich und arm, im harnesch, mit wer und plosz und ân wer ain lange schnais an ainer zeil nacheinander. 1058, 15; noch jetzt im bair. sprachgebiete von leuten, rossen, bäumen Schm. a. a. o.; in Kärnthen schnâse, schnoasen reihe, eine anzahl dinge in gerader linie Lexer 223.
 
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schneisze, f.
1) durchhieb durch den wald; entsprechend niederd. snête neben snete und snese ein (zum behuf des vogelfanges) durch das buschholz hindurch ausgeschnittener oder ausgehauener weg Schambach 199b; hess. schnaise durchhieb durch den wald Pfister nachtr. 206 f., wofür Vilmar 361 als ältere niederd. form schnede beibringt; am Unterharz schnaise, ausgehauener waldweg, offene, gerade strecke im walde, feuerlinie Liesenberg Stieger mundart 198; über ein verhältnis des worts zum verbum schneiden, das angenommen werden musz, da auch die form schneite, durch den wald gehauener weg, durchstich (mhd. wb. 2, 2, 442b) begegnet, und eine etwaige vermischung mit dem vorigen schneise fehlt es an klarheit.
2) schlinge zum vogelfang: schneisze oder schleife, aus drei pferdehaar gemacht und in einen bügel gebunden, solcher bügel mit drey schneiszen heiszet eine dohne. Schottel 1406; schneise, vogelfang in den büschen mit schlingen, als hessisch Frisch 2, 214b; dafür mit derselben bedeutung: schneide, schnaide, vulg. schnaat, im sächsischen und benachbarten gegenden, aucupium in fruticibus, in kleinen bögen an den bäumen mit schlingen oder donen, sprengeln, lauff-schlingen auf der erden, u. d. g. ebenda; schneiszen, neben schneiden, schneideln, schnaten Adelung; die mäschen, schleiffen oder schneiszen, wie sie von etlichen genennet werden, gehen alsobald an, wann die vögelbeer zeitig werden. Hohberg 2, 714a.
 
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schneiszenbeere, f. die vogelbeere, sorbus aucuparia: schneisenbeere Nemnich wb.