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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneideschwein bis schneidezahn (Bd. 15, Sp. 1278)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneideschwein, schneidelschwein, n., niederd. snîdeswîn, schnîdelschwîn, schwein zum schlachten: item dusse lude genen schnidelschwin, wenn mast is. quelle bei Schiller-Lübben 4, 276a; vgl. schneidekuh.
 
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schneidesohle, f. bei den wagenbauern und stellmachern eine starke bohle mit drei löchern, worin die deichseln und andere hölzer bei der bearbeitung befestigt werden Jacobsson 4, 23b; vgl. schneidesäule.
 
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schneidestein, m.
1) eine steinart, die aus glimmer und speckstein besteht und sich schneiden läszt Jacobsson 4, 23b; saxum compositum steatite et mica Nemnich 4, 516.
2) ein geschnittener oder behauener stein zum gebrauch beim bau, besonders sandstein, quaderstein Campe, quadrum Nemnich 3, 1102, auch fliesen-, bau-, werkstücken-stein genannt Jacobsson 4, 23b. bei der thonwarenbereitung ein aus feuchtem thon geformter und beschnittener ziegelstein Karmarsch-Heeren3 9, 350.
3) grenzstein, s. das zweite schneide 1, snaatstein Campe, mnd. snede-, snêt-stên Schiller-Lübben 4, 272a: de markede .. geitt dan auer dat heitbleck offte Boltenhaw, dar ligt ein snetstein. quelle ebenda.
 
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schneidestichel, m. bei den petschaftstechern ein grabstichel, womit die umrisse der gestalt oder zeichnung in das petschaft geschnitten werden Jacobsson 4, 24a.
 
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schneidetag, m. erntetag: ein kurhube sal geben 2 snidetage, 3 arttage, 1 mewetage. weisth. 5, 316.
 
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schneidetritt, m. bei den sammetmachern der zweite tritt, durch welchen diejenige kette, die das rauhe des sammets hervorbringt, in die höhe geht, und nach welchem die eingelegte durch den zwiefach eingeschlagenen einschlagfaden gut verschlungene rute aus dem flor geschnitten wird Jacobsson 4, 24a.
 
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schneideweg, m. grenzweg, s. das zweite schneide 1, niederd. sned-, snâdweg Schambach 199b.
 
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schneidewerk, schneidwerk, n.
1) eine art walzwerk, das statt der walzen scharfe stahlscheiben an den wellen befestigt hat, die in einander greifen und die dazwischen gelegten walzen zerschneiden Karmarsch - Heeren3 7, 776. Scheuchenstuel 216; s. schneidwalze.
2) schneiderarbeit, mhd. snîdewerk mhd. wb. 3, 589b. Lexer mhd. handwb. 2, 1037: wier setzen auch, daʒ chain sneider vurbaʒ gewant schol sneiden, er tue sich dan e deʒ sneitwerchs ab. stadtr. v. Brünn 389, 183 Röszler; s. schneider 2, a.
 
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schneidewerkzeug, schneidwerkzeug, n. eisernes werkzeug zum schneiden dienend Campe; s. schneidezeug.
 
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schneidewind, m.
1) in der jägersprache seitenwind, halbwind, der dem jäger von der seite kommt Behlen 3, 571.
2) imperativische bildung, wie schneideluft, einen landstreicher bezeichnend, franz. taillevent; in eigennamen durch volksetym. mannigfach entstellt: schnie-, schnee-wind; schneide - wendt, -win Andresen volksetym.4 152.
 
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schneidezahn, schneidzahn, m.
1) benennung der vorderen scharfen zähne bei menschen und thieren: incisores, die schneidezähne, vorderzähne Nemnich 3, 227; da träumte ihm, der schönste schneidezahn aus seinem elfenbeinernen gebisz sei ihm ausgefallen. Musäus märchen 1, 114 Hempel.
2) in ungewöhnlicher übertragung von den fingernägeln gebraucht: (der magister) legte ... die fünf schneidezähne der finger wie ein rostral in die kopfhaut (seines zöglings) und rostrierte damit am hinterkopfe herab. J. Paul Titan 1, 96.
3) in der technik ein sehr kleiner und kurzer schneidstahl, der in den meiszelhalter eingesetzt wird; auch das vordere ende eines schneidstahls oder bohrers Karmarsch-Heeren 7, 776.