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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneiderfleck bis schneiderhand (Bd. 15, Sp. 1272 bis 1273)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneiderfleck, m., eigentlich schneiderlappen; übertragen, nudeln in platter breiter form, schwäbisch Schmid 474. s. schneiderpletz.
 
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schneidergadem, -gaden, m. n. (s. theil 4, 1, sp. 1131), schneiderladen, schneiderwerkstatt: sartrina, snider gaden, schneider gaden vel hausz. Dief. nov. gloss. 327b.
 
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schneidergasse, f. platea sartorum Stieler 636.
 
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schneidergeisz, schneidersgeisz, f.
1) die geisz als sinnbild der schneider; s. DWB schneider 2, a:

es wollt ein schneider wandern
wol auf sein schneidergeisz.
Schade handwerkerl. 248.


2) spottname der schneider selber, schneidergas Hügel 142b:

villeicht ist er zu kützelig,
kan am hals leiden keinen strick,
ins hencken sich nicht zschicken weisz
di arme schwache schneidergeisz.
Birck doppelspiler 89;

ach, du reuttige schneidersgeisz!
Ayrer 2768, 35 Keller.

verderbt schneidergeist Stieler 639.
 
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schneidergemüt, n.: ich habe gelegenheit genug gehabt, zu bemerken, dasz auch das zarteste schneidergemüt immer courage hat. Ludwig 2, 445.
 
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schneidergeschäft, n. 1) gewerbe, thätigkeit eines schneiders. 2) laden, in welchem mit schneiderwaaren gehandelt wird; s. DWB schneidergadem, -laden.
 
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schneidergesell, m. sartor junior Stieler 2004, sodalis magistri in opificio sartorio Frisch 2, 214c: damen schicken ihren schmuck, schneidergesellen erbieten sich umsonst uniformen zu machen. briefw. zwischen Varnhagen u. Rahel 3, 11;

he he du schneidergsell!
Schade handwerkerl. 270;

er (der schneider) hupft und springet unverzagt,
lacht sich den buckel voll,
sprang eilends aus der höll
und blieb ein schneidergsell. 272.

[Bd. 15, Sp. 1273]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneidergewerk, n. schneiderzunft, -innung. Campe. s. das folgende.
 
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schneidergilde, f. dasselbe.
 
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schneiderhaft, adj. in der weise eines schneiders, meist in spöttischem sinne:

und lächelnd zeigt ein bild er (der maler) vor;
zwar schien es allzu jämmerlich,
ganz seelenloos und matt und trüb,
in greller aufgeblasenheit
ein schneiderhaft armsünderwesen.
Varnhagen v. Ense denkwürdigk. 2, 534.


 
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schneiderhand, schneidershand, f.: ich habe schon alle die schneidershände sich regen geheiszen, mir den köstlichen freiherrnsrock zu bereiten. Chamisso 5, 149.