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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneideling bis schneidelwirtschaft (Bd. 15, Sp. 1250 bis 1251)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneideling, s. schneidling.
 
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schneidelmesser, n. an einer stange befestigtes messer zum schneideln der bäume Behlen 5, 522.
 
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schneideln, schneidelen, verb., häufigkeitsbildung zum schwachen verbum mhd. sneiten, ahd. sneitôn, mhd. als sneiteln vorhanden, auch frühnhd. schneiteln: abramescere sneyteln, daneben snatelen Dief. 4b. nov. gloss. 3b, schneitteln Corvinus fons lat. 539a, schneitelen Schottel 1406, und so noch in den heutigen mundarten. die formen mit d haben sich durch den einflusz des starken verbums schneiden gebildet, doch nicht vor dem 17. jh. schneidelen neben schneitelen Stieler 1902, ich schneidele, puto Steinbach 2, 477, schneideln, beschneideln, kleine theile von etwas abschneiden, putare Frisch 2, 213b. in der heutigen sprache vorwiegend in mitteldeutschen mundarten; leipz. schnedeln Albrecht 204a, altenburg. schnêdle Pasch 100, nass. schnadeln Kehrein 1, 358; doch auch bair. schnaedln neben schnaiteln Schm. 2, 584. bedeutung: im allgemeinen in kleine stücke schneiden; schneidelen, in segmenta ac tenues membranas consectare, in minutas partes incidere, scalpturare Stieler 1902, im besonderen als gärtnerwort, die bäume von verdorbenen oder überflüssigen ästen und auswüschen reinigen, frondare, falce purgare, putare, einen baum schneidelen, arborem interputare. ebenda; die bäume schneideln, arbores altondere Steinbach 2, 477; er beschneidelt die weinstöcke, vites circumcidit. ebenda; die reben schneideln Campe; in der forstwirtschaft bezeichnet es die nach festen regeln betriebene nutzung des waldes zur holz- oder streugewinnung (s. schneidelwirtschaft) Behlen 5, 522: auch ist das schneideln an den jungen hartzigten hölzern sehr schädlich. Döbel jägerpr. 3, 46b; bildlich: alles wird zu einer krone geschoren, vom mönch an, und vom hofweibe, das als blume schon eine blumenkrone trägt, bis zum

[Bd. 15, Sp. 1251]


hofmann, dessen baum Lenôtre zu einer krone schneidelt. J. Paul freiheitbüchl. 132.
 
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schneideloch, n. bei den böttchern ein loch in einem balken der werkstätte, welches dazu dient, gröszere holztheile bei der bearbeitung festzuhalten Jacobsson 4, 19b.
 
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schneidelohn, schneidlohn, m. und n. lohn, bezahlung fürs schneiden Campe, z. b. lohn für schneiderarbeit: wir verbieten, daʒ nieman dehein gewant von deheinem sneider ze pfant nem, niur als vil des sneidlons gesein mach. stadtrecht v. München 284, 74; lohn für das schneiden von holz: wenn man aber das schneide-lohn rechnet, ... so kommt es auf einerley heraus. Döbel jägerpr. 3, 80a.
 
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schneidelschwein, s. schneideschwein.
 
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schneidelstamm, m. baumstamm, dessen äste durch schneideln entfernt werden Behlen 5, 523.
 
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schneidelstreu, f. durch schneideln der bäume gewonnenes reisig, das als lager für das vieh und später als dünger gebraucht wird Behlen 5, 522.
 
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schneideluft, m. imperativbildung wie schneidewind (s. d.), als schimpfwort:

du haanrey seuffest nur und weist von keiner noth,
juchschreyer, schneideluft, trotzmärtel, windverkauffer.
Rachel 1. sat. 149.


 
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schneidelung, f. das schneideln der bäume, putatio, decorticatio Stieler 1902, schneidelung, putatio, interlucatio Steinbach 2, 477.
 
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schneidelwirtschaft, f. die nach festen regeln betriebene nutzung der bäume Behlen 5, 523; vgl. schneideln.