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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneidekuh bis schneideln (Bd. 15, Sp. 1250)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneidekuh, f., mnd. snideko, kuh zum schlachten Schiller-Lübben 4, 274b; vgl. schneideschwein.
 
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schneidel, m. mundartlich in der Zips der liebhaber Schm. 2, 572; bei den köhlern die zweite reihe holz in einem meiler Jacobsson 4, 19b; in Österreich schneidl neben schneid, der geschmack, den sehr junger wein, der sog. heurige, besitzt Hügel 142b; in anderer wendung: sie (die alten freunde, wie alte weine) sind gesund, ob sie schon resch und scharf sein und haben sie einen schneidel, so machen sie lustig an essen und helfen dauen. Mathesius Syrach 1, 55b.
 
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schneidelade, schneidlade, f. lade der landleute, worin kraut oder häcksel zu futter geschnitten wird Adelung, niederd. snidelade Schiller-Lübben 4, 275a, snide-, snie-lade brem. wb. 4, 890, snîlâe Schambach 200a, in verächtlichem sinne ein sehr enger bauernwagen, ebenso ên hûs, as ene snielade, ein sehr enges haus. brem. wb. 4, 890.
 
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schneideleder, n. zu sohlen zugeschnittenes leder, zum unterschied von dem ganzen stück Adelung: schneideleder, ist dreyerley zu verkaufen, mannssohlen, weibersohlen und flecke, frusta corii quae ad soleas calceorum venduntur Frisch 2, 214c.
 
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schneideler, schneidler, m. zu schneideln gehörig, der die bäume beschneidet, schneideler, schnitteler, putator arborum Stieler 1902, schneidler, putator Steinbach 2, 477.
 
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schneidelgeld, n., niederd. snidelgelt, bezahlung fürs schneiden Schiller-Lübben 4, 275a; vgl. schneidegeld.
 
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schneidelholz, n. im forstwesen bezeichnung derjenigen baumarten, die sich gut schneideln lassen. öcon. lex. 2216; vgl. schneideholz.
 
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schneidelich, adj. gärtnerwort in älterer sprache: schneidelicht, schnittelicht, putatorius, destrictus, delibratus, desquamatus Stieler 1902.
 
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schneideling, s. schneidling.
 
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schneidelmesser, n. an einer stange befestigtes messer zum schneideln der bäume Behlen 5, 522.
 
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schneideln, schneidelen, verb., häufigkeitsbildung zum schwachen verbum mhd. sneiten, ahd. sneitôn, mhd. als sneiteln vorhanden, auch frühnhd. schneiteln: abramescere sneyteln, daneben snatelen Dief. 4b. nov. gloss. 3b, schneitteln Corvinus fons lat. 539a, schneitelen Schottel 1406, und so noch in den heutigen mundarten. die formen mit d haben sich durch den einflusz des starken verbums schneiden gebildet, doch nicht vor dem 17. jh. schneidelen neben schneitelen Stieler 1902, ich schneidele, puto Steinbach 2, 477, schneideln, beschneideln, kleine theile von etwas abschneiden, putare Frisch 2, 213b. in der heutigen sprache vorwiegend in mitteldeutschen mundarten; leipz. schnedeln Albrecht 204a, altenburg. schnêdle Pasch 100, nass. schnadeln Kehrein 1, 358; doch auch bair. schnaedln neben schnaiteln Schm. 2, 584. bedeutung: im allgemeinen in kleine stücke schneiden; schneidelen, in segmenta ac tenues membranas consectare, in minutas partes incidere, scalpturare Stieler 1902, im besonderen als gärtnerwort, die bäume von verdorbenen oder überflüssigen ästen und auswüschen reinigen, frondare, falce purgare, putare, einen baum schneidelen, arborem interputare. ebenda; die bäume schneideln, arbores altondere Steinbach 2, 477; er beschneidelt die weinstöcke, vites circumcidit. ebenda; die reben schneideln Campe; in der forstwirtschaft bezeichnet es die nach festen regeln betriebene nutzung des waldes zur holz- oder streugewinnung (s. schneidelwirtschaft) Behlen 5, 522: auch ist das schneideln an den jungen hartzigten hölzern sehr schädlich. Döbel jägerpr. 3, 46b; bildlich: alles wird zu einer krone geschoren, vom mönch an, und vom hofweibe, das als blume schon eine blumenkrone trägt, bis zum

[Bd. 15, Sp. 1251]


hofmann, dessen baum Lenôtre zu einer krone schneidelt. J. Paul freiheitbüchl. 132.