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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneesteinbrech bis schneetropfen (Bd. 15, Sp. 1241 bis 1242)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneesteinbrech, m. die steinbrechart saxifraga nivalis. Adelung.
 
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schneestern, m.
1) schneeflocke in sternform: schneesterne, fallen bei ruhiger luft und mäsziger kälte in einzelnen, ganzen und unerweichten flocken. Behlen 5, 513.
2) sterne, welehe nach alter astronomischer vorstellung den schnee verursachen: nun aber sich begibt, dasz die schneestern auff gehnd im summer, darumb im summer viel schnees felt, der in viel warmen landen nur ein wasser ist, und doch der schnee. Paracelsus (1616) 1, 540 B; dann so der winterstern in summer felt, so fröret er, unnd so er fürgeht, so scheint die sonn wider: das ist nun die hitz, so nach den schneestern kombt. ebenda; die schneestern stehn ob uns, und desz mehrern theils gehnd ausz der linea lactea den jhr nennent galaxa. 2, 31 B.
 
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schneestirn, f. schneeweiszer stirn: in welchem falle ich allerdings die hand auf Jaquelinens runde schnee-stirn legen und leicht von den vergangnen sünden absolvieren würde. J. Paul Levana 2, 45.
 
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schneestrich, m. strich oder zug einer schneewolke:

von osten sieht man einen schnee-strich, von westen einen gegen ihn,
in einem ja so strengen zug, aus tausend weiszen theilchen, ziehn.
Brockes 7, 552.


 
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schneestrom, m. strom von geschmolzenem schnee: 's is thauwetter. zwischen die felsen klettert ich, da kam der strom; der schneestrom schosz mir um die bein; ich watet, und stieg und watet. der junge Göthe 2, 158.
 
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schneesturm, m. von schnee begleiteter sturm:

denn du (heilige Barbara) stehest,
ähnlich einer verbannten, auf der grenze
zwei unfreundlicher monde, wo mit schlossen
der november den übergang zum schneesturm
eben macht des decembers.
Rückert ged. (1841) 61.


 
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schneesturz, m.:

es hatte der wandernde jüngling
einen der schründ' entdeckt, erwühlt vom regen und schneesturz.
Kosegarten dichtungen 3, 109.


 
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schneetag, m.: schneetag, daran es vil schneyet, nivalis dies Maaler 359c.
 
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schneetragend, adj.: ich bin wie ein unbeholfenes kind auf dem felde, wann die schneetragenden winde unter dem himmel gehen und es nicht sein haus sehen kann, wohin es eingehen will. Chamisso 5, 130.
 
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schneetreiben, n. fallender vom winde bewegter schnee: Lea sasz am fenster und sah in das nächtliche schneetreiben hinaus. Heyse kinder der welt 1, 330.

[Bd. 15, Sp. 1242]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneetropfen, m.
1) tropfen schnee: so aber der Boreas darein kompt, und begreifft jhn (den schnee), so coagulirt er jhn, unnd macht darausz granen, so grosz die schneetropffen seyn solten. Paracelsus (1616) 2, 1, 31 C.
2) als blumenname: schneetropfen, eine art weiszer blumen, so nach abgeschmelzten schnee aufgehen, leucojum bulbosum, triphyllon Frisch 2, 213a; item weisze veiel und schneetropffen. Tabernaemont. kräuterb. 1005 K; leucoium aestivum, lange späte schneetröpfchen. Nemnich 3, 387; ist ein holdseliges blümlein (leucojum bulbosum) ... wird auch schneetröpflein genannt. Hohberg 1, 658b; auch galanthus nivalis führt den namen schneetröpfchen. Nemnich 3, 11.